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Eintracht Frankfurt: Eintracht: Neustart mit etwas Schwermut

Missratene Tests, eine unglücklich anmutende Personalpolitik: In Frankfurt ist Ernüchterung eingezogen, noch bevor die Saison auch für die Eintracht heute in Freiburg richtig los geht. Trainer Hütter indes findet ein paar Gründe für Hoffnung – auch wenn er auf einen Schlüsselspieler verzichten muss und um seinen Kapitän bangt.
Der Trainer und sein Hoffnungsträger: Adi Hütter (rechts) schaut bei Filip Kostic genau hin. Foto: Jan Huebner/Peters (Jan Huebner) Der Trainer und sein Hoffnungsträger: Adi Hütter (rechts) schaut bei Filip Kostic genau hin.
Frankfurt. 

Nun also geht es endlich richtig los. Supercup, DFB-Pokal – das ist Vergangenheit, dummerweise hat Eintracht Frankfurt dabei „zweimal auf den Hinterkopf“ bekommen, wie Trainer Adi Hütter uneitel sagte. Aber jetzt, da die Bundesliga ihre Pforten zur 56. Saison öffnet, soll vieles, wenn nicht alles, besser werden. Viel schlechter geht es kaum noch, und wenn die beiden Rückschläge für eines gut waren, dann, dass niemand sagen kann, Eintracht Frankfurt sei nicht gewarnt worden.

Und doch ist die Bundesliga, das Kerngeschäft, anders. Kaum ein Club weiß seriös, wo er nach siebenwöchiger Vorbereitungszeit genau steht, das gilt vor dem Neustart für den SC Freiburg, Gegner heute Nachmittag im Schwarzwald-Stadion (15.30 Uhr), genauso wie für die Eintracht. In Frankfurt ist freilich Ernüchterung eingezogen, die schöne Euphorie des Sommers nach dem Pokalsieg ist einer gewissen Schwermut gewichen, gespeist durch wenig begeisternde Spiele und eine bislang unglücklich anmutende Personalpolitik – das alles zusammen auch den Eintracht-Vorstand Fredi Bobic dazu bewogen hat, zu unken, wonach die Hessen vor „einem schweren Jahr stehen“. Auch Hütter sieht sein Team vor der Aufgabe im Breisgau „nicht als Favorit“. Man gehe nicht gerade mit „einer Riesenbrust“ in dieses Spiel, sagte der Coach am Tag vor der Partie. Zumal er auf seinen Vize-Weltmeister Ante Rebic definitiv verzichten muss.

„Einen Zahn zugelegt“

Der Kroate, einer der Schlüsselspieler im Frankfurter Ensemble, laboriert noch immer an den Folgen eines Schlags auf das Sprunggelenk, den er sich im ersten WM-Gruppenspiel gegen Argentinien (3:0) zugezogen hatte. Unmittelbar nach seinem 1:0-Treffer musste der 24-Jährige verletzt das Feld verlassen, im Finale etwa konnte er nach eigener Aussage nur mit Spritzen und Schmerzmitteln spielen. Und offenbar spielte er auch angeschlagen im Supercup, wenn auch nur für eine halbe Stunde. „Vielleicht war der Einsatz gegen Bayern nicht richtig“, räumte Hütter jetzt ein: „Aber er hat signalisiert, dass er spielen möchte. Im Nachhinein kann man sagen: Das hätte man besser lösen können, aber da vertraut man dem Spieler.“ Seit seiner Rückkehr aus dem WM-Urlaub hat Rebic ganze drei Mal mit der Mannschaft trainiert, dazu zwickten die Adduktoren. Eintracht Frankfurt hofft, dass es sich bei der Blessur am Knöchel nicht um ein schwerwiegenderes Problem handelt, immerhin fand die Partei am 21. Juni statt, vor mehr als zwei Monaten, und noch immer hat der Stürmer Beschwerden.

Ob David Abraham, der Kapitän, mittun kann, ist noch fraglich. Der Stopper, den ein Pferdekuss lahmgelegt hatte, trainierte erstmals in dieser Woche beim gestrigen Abschlusstraining wieder mit dem Ball. Sollte er ausfallen, käme wohl Marco Russ zu seinem Einsatz, für ihn wäre es sein 300. Bundesligaspiel. Mit einiger Sicherheit wird Neuzugang Filip Kostic spielen. Mit ihm habe man „eine zusätzliche Option aufgrund seiner Art und Weise wie er Fußball spielt“, sagte Hütter, der auf dessen Schnelligkeit und Abschluss baut. Auch Gelson Fernandes, der frühere Freiburger, hat gute Chancen, anstelle von Lucas Torro den defensiven Part im Frankfurter Mittelfeld zu übernehmen. Die Personalie Kostic und eine „sehr gute“ Trainingswoche sind es, die Hütter Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis machen. „Was die Mentalität betrifft, so haben wir noch mal einen Zahn zugelegt, wir sind noch bissiger, noch konzentrierter.“ Auch, dass die Spieler, anders als die Sportliche Führung, das Pokalaus gegen den Viertligisten Ulm nicht schönredeten, gibt dem 48-Jährigen Zuversicht: „Selbstkritik ist immer gut.“

Rückkehr aus Gruppe zwei?

Grundsätzliche Sorgen, was den momentanen Kader angeht, „mache ich mir nicht“. Er vertraue jenen Spielern, die er zur Verfügung habe. Dennoch würde sich Hütter möglichen Verstärkungen nicht verschließen, natürlich nicht. Allerdings machte er auch sehr deutlich, was er erwartet: „Ich will keinen Spieler mehr, der uns in der Breite besser macht, sondern wir sollen versuchen, einen Qualitätsspieler dazuzubekommen.“ Spieler, die den Kader auffüllen, hat er genug.

Und womöglich kehrt ja sogar der eine oder andere Profi aus der sogenannten Trainingsgruppe zwei zurück. Sollte Eintracht Frankfurt bis zum Ende der Transferperiode am 31. August keine Neuverpflichtungen mehr tätigen können und die bisher aussortierten Spieler keinen neuen Club finden, dann ist Hütter durchaus gesprächsbereit. „Ich habe immer betont, dass es die Spieler sind, mit denen ich kurzfristig nicht plane. Wenn es so sein sollte, dass es keiner schafft, einen anderen Verein zu bekommen, dann ist es ein Spieler von Eintracht Frankfurt – dann werden wir uns zusammensetzen und an einer Lösung arbeiten“, betonte der Fußballlehrer. Vielleicht erhält die Eintracht demnächst Verstärkung aus den eigenen Reihen.

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