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Coach Thomas Schaaf muss entscheiden: Eintracht: Wo ist der beste Platz für Alexander Meier?

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat ein Luxus-Problem, das der Trainer lösen muss.
Thomas Schaaf (links) schaut im Training genau hin, was Alexander Meier macht.	Foto: Rhode Thomas Schaaf (links) schaut im Training genau hin, was Alexander Meier macht. Foto: Rhode
Frankfurt. 

Dass es um das Verhältnis von Trainer Thomas Schaaf und Alexander Meier nicht zum Besten bestellt ist, wurde in den letzten Tagen deutlich, spätestens nach dem Pokalspiel bei Viktoria Berlin. Zwischen dem neuen Trainer und dem dienstältesten Spieler scheint vor allem die Kommunikation nicht wirklich gut zu sein. Das soll hier nicht weiter aufgewärmt werden. Aber taugen die Irritationen tatsächlich zu einem Konflikt, der der Eintracht im Laufe der Saison zum Nachteil gereichen könnte?

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«Kommt da auch noch eine Frage?» Nein, hier kommt eine Fotostrecke voller witziger und kurioser Bilder aus der langen Geschichte der Frankfurter Eintracht. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim durchklicken. Alle Fotos: ImagoDas ist schon fast nicht mehr jugendfrei: Thomas Zampach lässt sich in der Saison 1997/98 mit diesem übergroßen Plastik-Genital ablichten. Das Bild entstand in Unterhaching.Ja, das ist wirklich ein Profifußballer. Ein Bild von Uwe Bein im Urlaub. Das Foto entstand in der Saison 1992/93. Heute sind Profifußballer . . .

Meier, seit zehn Jahren unter Vertrag in Frankfurt, ist normalerweise nach der Sommerpause als Schnellstarter bekannt. Die Form hatte sich auch in diesem Sommer ganz gut angelassen, bevor sie zuletzt etwas ins Stocken geraten ist. Meier war in den ersten Wochen, als das neue Offensiv-Trio Valdez-Seferovic-Piazon noch nicht verpflichtet war, der einzige im Kader, der in den halbwegs ernsthaften Testspielen für Tore garantiert hat. Beim 2:5 in Waldhof erzielte er beide Treffer, beim 1:1 in Aalen war er der Torschütze, beim 1:0 in Sandhausen auch. Für den 31 Jahre alten Profi ist das eine Selbstverständlichkeit. Dem Trainer haben die Tore sicher auch gefallen, das Spielverständnis von Meier aber nicht.

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Die Fans der Frankfurter Eintracht sind stimmgewaltig in die neue Saison gestartet. Tausende Anhänger reisten mit in die Hauptstadt und feuerten die SGE nach Leibeskräften an. Unsere Fotostrecke zeigt Bilder von jubelnden Fans und Spielern. Alle Fotos: Hübner.Die Fans unterstützen ihre Mannschaft über die kompletten 90 Spielminuten.Die Freude auf die neue Saison war ihnen deutlich anzumerken.

Da liegt das Kernproblem. Schaaf will anders spielen lassen als sein Vorgänger Veh, schneller nach vorn, mit weniger Rückpässen. Für Meier bedeutet das, dass er seine Rolle als Mann hinter der Spitze etwas anders interpretieren soll. Er soll weiter vorne spielen, Positions-treuer sein, nicht zu oft nach hinten ausweichen. Doch genau das steckt in Meier drin. Wenn er zu wenige Bälle bekommt, will er sie sich holen. Weil er weiß, dass er nur mit vielen Ballkontakten Sicherheit bekommt. Ein Jahrzehnt lang hat er so erfolgreich gespielt. Meier also bietet sich nach hinten an, lässt Bälle prallen, um sie dann wieder zu bekommen. Er schleicht sich gerne an in den gegnerischen Strafraum, um dann zuzuschlagen. Oft mit Erfolg. Schaaf aber hat eine andere Vorstellung. Die Kommunikation über diese taktischen Veränderungen hat zumindest zu Beginn stattgefunden, das konnten Trainings- und Spielbeobachter immer wieder sehen. Doch auf einen Nenner sind die beiden wohl nicht gekommen.

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Die Frankfurter Eintracht ist mit einem Erfolg in die neue Saison gestartet. Bei Viktoria Berlin feierten die Hessen einen hart erkämpften 2:0-Sieg. In unserer Fotostrecke sehen Sie Bilder vom Spiel. Fotos: Hübner, dpaThomas Schaaf ließ Alexander Meier zunächst auf der Bank. Takashi Inui stand in der Startelf.Zahlreiche Fans begleiteten die Hessen am Samstagabend (16.08.2014) in die Hauptstadt. Insgesamt kamen 10.514 Zuschauer ins Stadion. Und . . .

Als die Offensive mit neuen Spielern komplettiert worden war, hat der Trainer dann Takashi Inui in die Zentrale gestellt. Auch um für Lucas Piazon einen Platz am Flügel zu finden. Inui hat diese Chance genutzt, gut gespielt in Genua und gegen Inter Mailand. Und sofort eine Kampfansage nachgeschoben, ganz ungewöhnlich für den eher schüchternen Japaner. „Das ist meine Lieblingsposition“, hat er gesagt, „da kann ich der Mannschaft am meisten helfen.“ Dumm nur, dass es auch die Lieblingsposition von Meier ist und auch er der Mannschaft da am meisten helfen kann. „Es haben die gespielt, die sich im Training qualifiziert haben“, sagt Schaaf. Inui hatte sich aus Trainersicht also mehr qualifiziert als Meier, der wegen Problemen mit der Patellasehne auch nicht alle Einheiten mitmachen konnte.

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Thomas Schaaf hat bislang noch nicht entschieden, welcher seiner Spieler in der Saison 2014/15 die Kapitänsbinde tragen wird. Grund für uns, einen Blick auf die berühmtesten Eintracht-Kapitäne der Geschichte zu werfen. Alle Fotos: Imago <br><br> Im Bild: Ioannis AmanatidisRalf Weber: War in der Saison 1998/99 Kapitän der Frankfurter Eintracht. Schlüpfte zwischen 1989 und 2001 insgesamt 214 Mal (29 Tore) in das SGE-Trikot. Wurde . . .. . . in seiner Karriere immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen. 2001 musste er seine Karriere nach zahlreichen Operationen vorzeitig beenden. Wäre ohne die vielen Verletzungen mit Sicherheit regelmäßig in die Nationalmannschaft berufen worden.

Dass Meier das nicht so sieht, liegt in der Natur des Spielers. Und genau wie bei der Entscheidung für Kevin Trapp als Spielführer hat nun offenbar die Kommunikation zwischen Trainer und Spieler nicht mehr funktioniert. Das Pokalspiel in Berlin hat gezeigt, und das war wenig überraschend, dass Inui in einem Pflichtspiel nicht halten konnte, was er in Freundschaftsspielen versprochen hat. Und dass auf Meier immer Verlass ist.

Die Lösung des Problems liegt ziemlich nahe. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, diese beiden könnten nicht zusammen spielen. In der besten Eintracht-Zeit der jüngeren Vergangenheit, also in der Saison 2012/2013, haben sie genau das getan, zum Wohle der Mannschaft, zur Freude des Publikums.

Nach dem Spiel gegen Mailand hatte Schaaf gesagt, es dürfe keinen Konkurrenzkampf zwischen den beiden geben, sondern nur ein Miteinander. „Wir müssen gemeinsam noch stärker werden“, waren Schaafs Worte. Inui hat nach seinem Wechsel aus Bochum eine ganze Saison lang auf dem Flügel gespielt, Meier in der Mitte. Warum sollte das nicht mehr gehen? Für den Trainer ist es eine Herausforderung, eine Lösung zu finden. Vielleicht muss der Japaner nach rechts ausweichen, so wie in Berlin in den letzten zwanzig Minuten, wenn der Platz links an Piazon vergeben sein sollte. Freilich muss auch der Brasilianer beweisen, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann. Dies immerhin ist Inui und Meier schon gelungen, Inui über eine kürzere Zeit, Meier auf Dauer.

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