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Vorbericht Eintracht Frankfurt vs. Werder Bremen: Eintracht fordert Schaafs alte Liebe heraus

Von Frankfurt gegen Werder - das ist ein Spiel mit großer Tradition. Zum 89. Mal treffen die beiden Teams am Sonntag aufeinander. Ein Duell auf Augenhöhe?
Trifft am Sonntag auf seinen Ex-Verein: Eintracht-Trainer Thomas Schaaf. Foto: dpa Trifft am Sonntag auf seinen Ex-Verein: Eintracht-Trainer Thomas Schaaf. Foto: dpa
Frankfurt.  Thomas Schaaf trifft am Sonntag auf seine alte Liebe. Der Eintracht-Trainer war von 1972 bis 2013 fester Bestandteil des Werder-Trosses - und schmiedete in dieser Zeit an seiner eigenen Legende. In seiner Vita finden sich beeindruckende Zahlen. 281 Spiele (14 Tore) bestritt er im grün-weißen Werder-Dress, wurde während seiner aktiven Zeit zweimal deutscher Meister, gewann den Europapokal der Pokalsieger und feierte weitere zweimal den DFB-Pokalsieg.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn im Sommer 1995 wechselte er auf die Trainerbank: Unter seiner Leitung feierten die Nordlichter im Jahr 2004 den Gewinn der Meisterschaft und holten den DFB-Pokal an die Weser. Zwei weitere Male stemmte Schaaf den goldenen DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel: Das war 1999 und 2004. 2004 wurde er zudem Bundesliga-Trainer des Jahres. Nach 14 Jahren als Werder-Coach löste er nach einer turbulenten Saison voller Abstiegssorgen seinen Vertrag auf und pausierte ein Jahr. Im Sommer 2014 trat er in Frankfurt das Erbe von Armin Veh an.
 
Für Schaaf, der 644 Bundesliga-Spiele auf der Werder-Trainerbank erlebte, dürfte das Duell am Sonntag etwas ganz Besonderes sein. Schließlich ist es das erste Mal, dass er bei einem Bundesliga-Spiel gegen den Verein antritt, dem er über 40 Jahre lang die Treue gehalten hat. Beim Shakehands mit Victor Skripnik werden ihm sicherlich einige Erinnerungen durch den Kopf gehen. Skripnik absolvierte unter Schaaf 77 Bundesliga-Spiele. Zusammen holten sie das Double an die Weser.

In diesem Spiel treffen aber noch weitere alte Bekannte aufeinander. Aleksandar Ignjovski und Felix Wiedwald verdienten ihre Brötchen jahrelang in Bremen. Das gilt auch für Nelson Valdez, der zurzeit durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt ist.
 

Konkurrenzkampf belebt die Eintracht

Die Vorzeichen für einen Heimsieg stehen nach den letzten beiden Siegen gegen Borussia Mönchengladbach (3:1) und Borussia Dortmund (2:0) nicht schlecht: Die Mannschaft hat den freien Fall gestoppt und ganz nebenbei dem BVB noch das Abstiegsgespenst in den Mannschaftsbus gesetzt. Das setzt neue Energie frei und sorgt nach der wochenlangen Durststrecke im September und Oktober für Ruhe im Stadtwald. Mit Alexander Meier und Haris Seferovic verfügt Schaaf über ein torgefährlichstes Bundesliga-Gespann. Schon zwölf Treffer haben die beiden auf dem Konto. Meier rangiert zurzeit sogar auf dem ersten Platz der Torjägerliste. Ebenfalls im Aufwind befindet sich Takashi Inui, der nach seinem Treffer gegen Gladbach auch gegen Dortmund einen guten Tag erwischte: 93 Prozent seiner Anspiele erreichten einen Teamkollegen. Daher dürfte Frankfurt vor Selbstvertrauen strotzen.

Werder-Coach Viktor Skripnik. Foto: imago
Eintracht vor dem Bremen-Spiel Schaaf vom neuen Werder-Coach Skripnik überzeugt

Der langjährige Bremer Trainer Thomas Schaaf ist überzeugt davon, dass der neue Werder-Coach Viktor Skripnik die Hanseaten wieder auf Kurs bringen wird.

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Aber Obacht: Auch der SV Werder Bremen ist zurzeit nicht schlecht drauf. Nach einem katastrophalen Fehlstart war für Trainer Robin Dutt Feierabend. Nach dessen Entlassung übernahmen mit Viktor Skripnik und Torsten Frings zwei weitere Werder-Urgesteine das Kommando - und brachten das Team wieder auf Kurs. In den letzten vier Spielen gab es drei Siege. Ausgerechnet im Nordderby versagten den Werderanern in Hamburg die Nerven. Das Duell mit dem Erzrivalen ging mit 0:2 verloren. Gegen den SC Paderborn feierte Bremen am vergangenen Wochenende einen 4:0-Heimerfolg - dabei machten besonders die jungen Spieler auf sich aufmerksam. Davie Selke und Levent Aycicek wirbelten die Gästeabwehr ordentlich durcheinander. Der 22 Jahre alte Janek Sternberg lief als linker Verteidiger auf. Auch er machte seine Sache mehr als ordentlich.

Bilderstrecke Felix Wiedwald zeichnet sich aus: SGE-Keeper ganz stark
Felix Wiedwald ist auf den Geschmack gekommen. Mit starken Paraden beim 2:0 der Frankfurter Eintracht gegen Borussia Dortmund bewies der Keeper seine Klasse. Alle Bilder: dpaMit seiner Leistung gegen den BVB - seiner ersten Partie ohne Gegentor - dürfte der geborene Niedersachse einen Schritt nach vorne gemacht haben.Heribert Bruchhagen ist der Meinung, dass Felix Wiedwald seine Eintracht im Spiel gehalten hat und auch der Torschütze zur Führung, Alex Meier, bescheinigte Wiedwald einen "super Job" gemacht zu haben gegen Borussia Dortmund.


Diesen Trend gibt es aber auch bei der Eintracht: Mit Sonny Kittel und Marc Stendera drängen ebenfalls zwei junge Spieler in die Startelf und beleben damit den Konkurrenzkampf im Mittelfeld, was sich positiv auf die gesamte Mannschaft auswirkt. Vorbei die Zeiten, in denen sich aufgrund vieler Ausfälle das Mittelfeld praktisch von alleine aufstellte. In der Abwehr bleiben die Hessen weiterhin anfällig. Auch gegen Dortmund klafften immer wieder große Lücken in der Defensive. Glücklicherweise erwies sich Keeper Felix Wiedwald einmal mehr als sicherer Rückhalt. Mit tollen Paraden hatte er großen Anteil am Heimsieg gegen die Schwarz-Gelben.

Ein Spiel auf Augenhöhe?

Zwischen Frankfurt und Bremen gibt es einige interessante Parallelen. Beide Teams sind in der Abwehr anfällig. Im Bremer Gehäuse klingelte es in 13 Spielen 26 Mal. Die Eintracht kassierte 24 Gegentreffer. Beide Mannschaften gaben im bisherigen Saisonverlauf durchschnittlich acht Schüsse auf den gegnerischen Kasten ab. Frankfurt traf dabei 22 Mal ins Schwarze, die Bremer durften bislang 18 Tore bejubeln. Auch beim Ballbesitz bewegt man sich auf Augenhöhe. Die Frankfurter Eintracht kommt auf einen Wert von 46 Prozent, Werder Bremen liegt mit 45 Prozent dicht hinter den Adlern. Die Laufdistanz pro Spiel ist nahezu gleich. Bremen spult im Schnitt 116 Kilometer pro Spiel runter, de Eintracht kommt auf einen Wert von 114.



Große Unterschiede gibt es in der Zweikampfstatistik. Da sind die Adler eindeutig fleißiger. In den ersten 13 Saisonspielen führten die Schützlinge von Thomas Schaaf insgesamt 3120 Zweikämpfe, die Bremer Mannschaft kommt auf 2849. Im Passspiel hat die SGE ebenfalls die Nase vorne. Durchschnittlich bringen die Adler 74 Prozent der gespielten Pässe an den Mann. Bremen erreicht lediglich 67 Prozent. Der Bundesliga-Durchschnitt steht bei 75%. In der Tabelle rangiert die Eintracht zurzeit fünf Punkte vor den Nordlichtern. 18 Punkte haben die Hessen gesammelt, Werder steht zurzeit bei 13, was aktuell für den 14. Tabellenplatz reicht.

Doch Skripknik und Co. spüren den Atem der Konkurrenz im Nacken. Zwischen dem letzten und dem 14. Tabellenplatz liegen gerade einmal zwei Pünktchen. Da kann jeder Punktverlust den sofortigen Sturz auf die Abstiegsplätze bedeuten. Damit steht Bremen weiter gehörig unter Druck - und Frankfurt war noch nie ein gutes Pflaster für Werder-Teams. In 47 Duellen ging die Eintracht vor heimischen Publikum 22 Mal als Sieger vom Platz. Zudem endeten zwölf Spiele Remis. Nur dreizehn Auswärtssiege stehen für Bremen bislang zu Buche. Der letzte Erfolg am Main ist ebenfalls lange her. In der Saison 2008/09 siegten die Nordlichter in der Commerzbank-Arena mit 5:0.

Wichtige Personalien

Im Sturmzentrum drückt Werder der Schuh. Mit Franco di Santo fällt der torgefährlichste Stürmer aus. Der Argentinier erzielte in elf Spielen sechs Treffer, ehe er durch eine Außenbandverletzung ausgebremst wurde. In Frankfurt kehrte Kevin Trapp unter der Woche ins Mannschaftstraining zurück.
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