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Eingestimmt fürs Finale: Eintracht kann endlich wieder mit den Großen mithalten

Von Das 2:2 gegen Leipzig war viel mehr wert als ein Punkt. Rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt wächst das Selbstvertrauen.
Dinos guter Job: Er stimmt die Eintracht-Profis auf Berlin ein. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Dinos guter Job: Er stimmt die Eintracht-Profis auf Berlin ein.
Frankfurt. 

Es war schon eine verdammt emotionale Situation, ein paar Minuten nach dem Abpfiff der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig. Dass diese Bundesliga-Saison mit einem 2:2 abgeschlossen wurde, interessierte da nur am Rande. Die Eintracht-Profis hatten ihre Ehrenrunde fast beendet, hatten sich am Sechzehnmeterraum vor der Nordwestkurve aufgestellt. Dort, wo die heißesten und lautesten Anhänger für Stimmung sorgen, in guten wie in schlechten Zeiten.

Kommentar zum Spiel gegen Leipzig Adlerauge: Eintracht setzt ein Zeichen

Der erhoffte Ruck gegen Leipzig ist gelungen: Mit einer starken Leistung kann die Eintracht im letzten Moment ihres letzten Ligaspiels noch ausgleichen. Ein gutes Omen für das DFB-Pokalfinale. Ein Kommentar von Michael Forst.

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Am Zaun hing ein riesiges Spruchband. „Vergesst, was war! Gewinnt das Finale und werdet unsterblich“, stand da geschrieben. Doch damit nicht genug. Mit Genehmigung der Eintracht durfte Dino, der ansonsten als Einpeitscher oben auf dem Zaun sitzt, in den Innenraum, bekam ein Mikro und heizte den Profis so richtig ein. Da war von „dicken Eiern“ die Rede, die sie am kommenden Samstag beim Pokalfinale im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund haben müssen, so wie im Halbfinale beim Sieg in Mönchengladbach. Und dann versprach der „Ober-Ultra“, dass mehr als 20 000 mitreisende Fans die Partie zu einem Heimspiel für die Eintracht machen werden.

Bilderstrecke Eintracht Frankfurt holt verdienten Punkt gegen Leipzig
Eine Woche vor dem Cup-Showdown mit Borussia Dortmund schaffte Eintracht Frankfurt gegen den Vizemeister RB Leipzig nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Vor 51.000 Zuschauern trafen Jesus Vallejo in der 83. Minute und Danny Blum (90.) für die Hessen. Marcel Sabitzer (25.) und Yussuf Poulsen (56.) hatten die Gäste in Führung gebracht. Usnere Bilderstrecke zeigt Szenen der Partie.20.05.2017, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - RB Leipzig, emspor, v.l. Oliver Burke (RB Leipzig), David Abraham (Eintracht Frankfurt)20.05.2017, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - RB Leipzig, emspor, v.l. Jesus Vallejo (Eintracht Frankfurt), Peter Gulacsi (RB Leipzig) Goal scored, Tor zum 1:2

Da bekam nicht nur Bastian Oczipka eine riesige Gänsehaut, wie der Verteidiger später zugab. Auch Torhüter Lukas Hradecky fand die Aktion sehr beeindruckend: „Da hat jetzt auch der letzte Spieler verstanden, welche Bedeutung diese Partie hat.“

Trotz einer verdammt durchwachsenen Rückrunde, in der die Frankfurter von den Europa-League-Rängen noch auf Rang elf zurückgefallen waren, herrschte tolle Stimmung im Waldstadion. Richtig: Waldstadion! Die Commerzbank hatte für diesen Tag auf ihr Namensrecht verzichtet.

Was, die Eintracht war in der Rückrunde das schlechteste Team? Zumindest für eine Woche ist das völlig egal. Ausgeblendet werden zehn Niederlagen aus 17 Spielen, ausgeblendet werden die schwachen dreizehn Punkte, die mit drei Siegen und vier Unentschieden noch gesammelt wurden.

Dass es diese Mannschaft kann, das hatte sie vor Weihnachten bewiesen, hatte sich sogar bis auf Rang drei vorgearbeitet. Danach aber war sie im „Festtagsmodus“ hängen geblieben, hatte hinten Geschenke verteilt und vorne nicht einmal Geschenke angenommen.

So gesehen war die Partie gegen den Vizemeister lange Zeit ein Spiegel der vergangenen Monate. 20 starke Minuten aus Frankfurter Sicht, in denen Branimir Hrgota und Haris Seferovic gute Möglichkeiten versemmeln, dann ein dümmlicher Fehler von Taleb Tawatha und schon steht es 0:1 (Sabitzer, 25.). Und nach dem 0:2 durch Poulsen (56.) schien die Messe gelesen.

Halt, die Eintracht hat da ja noch ein, zwei Jungs, auf die meistens Verlass ist! Nach langen Verletzungspausen wurde zunächst Verteidiger Jesús Vallejo (62.) eingewechselt, danach noch „Fußballgott“ Alex Meier (71.) und Danny Blum (77.). Plötzlich wurde es auf den Rängen noch lauter und auf dem Rasen deutlich zielstrebiger. Ein Ruck ging durchs gesamte Team. Zunächst traf Verteidiger Vallejo nach Oczipkas Vorarbeit zum 1:2 (83.) und in der 90. Minute wuchtete Blum den Ball so vehement in die Maschen, dass Leipzigs Keeper Peter Gulacsi seinen Kopf in Sicherheit bringen musste. Ein Gewaltschuss, da hatte sich Blum den gesamten gemeinsamen und persönlichen Frust von der Seele geballert.

So konnte sich von den drei Jokern ausgerechnet nur Alex Meier nicht in die Torschützenliste eintragen. Aber vielleicht hat sich der Kapitän ein besonderes Törchen noch aufgehoben fürs Pokalfinale. Sein Dabeisein hatte trotzdem ausgereicht, den Kameraden wieder Selbstvertrauen zu geben.

Und Trainer Niko Kovac freut sich, dass er vor dem letzten und allerwichtigsten Spiel der Saison wieder bei der Aufstellung variieren kann. Denn in Berlin geht es nicht nur um die Ehre und um den insgesamt fünften Erfolg der Frankfurter im DFB-Pokal, es geht um mindestens zehn Millionen Euro, die man beim Erreichen der Europa League zusätzlich einplanen könnte.

Doch Kleinvieh macht auch Mist. Und so freute sich Eintracht-Vorstand Axel Hellmann auch aus pekuniären Gründen über den späten Ausgleich, der dazu führte, dass die Eintracht in der Abschlusstabelle noch Bayer Leverkusen überholte.

Einige Sponsorenverträge sind so gestaltet, dass sich der Betrag, den sie an die Eintracht überweisen, von der Endtabelle abhängig ist. Eine Summe wollte Hellmann nicht nennen. Ist aber auch egal. Alle haben sowieso derzeit nur Berlin im Kopf.

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