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Eintracht Frankfurt: Eintracht mit Bestbesetzung in die Endspiele

Von Der Frankfurter Eintracht stand in den vergangenen Wochen nur ein ausgedünnter Kader zur Verfügung. Vor den letzten beiden Spielen in dieser Saison bei Schalke 04 (Bundesliga) und Bayern München (Pokalfinale) sind alle Spieler fit und wollen Großes erreichen.
Der Frankfurter Carlos Salcedo (rechts) feierte am vergangenen Samstag gegen Hamburg nach auskuriertem Schlüsselbeinbruch sein Comeback. Foto: Revierfoto (imago sportfotodienst) Der Frankfurter Carlos Salcedo (rechts) feierte am vergangenen Samstag gegen Hamburg nach auskuriertem Schlüsselbeinbruch sein Comeback.
Frankfurt. 

Es gibt Ärzte, die Diagnosen stellen und Behandlungen vorgeben. Es gibt Physiotherapeuten, die sich rund um die Uhr um die Spieler kümmern. Und es gibt bei der Frankfurter Eintracht mit Klaus Luisser auch einen Fitnesstrainer, der den Profis immer wieder Blut abnimmt und durch Prophylaxe damit versucht, möglichen Blessuren zuvorzukommen. Das beste Heilmittel bei den Frankfurtern aber scheint das Ziel Berlin zu sein. Mit dem Pokalendspiel im Blick geht die Gesundung der Spieler (noch) schneller voran als im Normalfall. So war das vor einem Jahr, als sich eine Woche vor dem Endspiel zum letzten Bundesligaspiel der Saison gegen RB Leipzig mit Jesus Vallejo und Alexander Meier zwei Spieler zurückgemeldet hatten, mit denen nach längeren Verletzungsausfällen keiner mehr gerechnet hatte. Und so ist es diesmal wieder.

Seit Anfang der Woche stehen alle Profis im Trainingsbetrieb, Trainer Niko Kovac bietet sich eine breite Auswahl, um für das Spiel beim FC Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr) und eine Woche später gegen Bayern München schlagkräftige Mannschaften auf das Feld zu schicken. Die Knieverletzung, wegen der Timothy Chandler noch am letzten Samstag gegen den Hamburger SV ausgewechselt werden musste, hat sich als harmlose Prellung herausgestellt. Jonathan de Guzman, der seit dem Heimspiel am 21. April gegen Hertha BSC Berlin wegen einer Oberschenkelzerrung passen musste, hat den Anschluss geschafft. Alex Meier hat gegen den HSV nach fast einem Jahr Verletzung ein umjubeltes Comeback gefeiert. Ante Rebic, beim Auswärtsspiel in Bremen am 1. April mit einem Muskelfaserriss vom Platz gegangen, kann auch wieder spielen. Der überraschendste Rückkehrer aber war und ist Carlos Salcedo.

Der Frankfurter Luka Jovic (l) freut sich im Hinspiel über sein Tor zum 1:0. Foto: dpa
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Der 24 Jahre alte mexikanische Innenverteidiger hatte sich beim Länderspiel gegen Kroatien am 28. März einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. „Er muss operiert werden, die Saison dürfte beendet sein“, hatte Trainer Kovac damals erklärt. Doch die Mediziner in Mexiko haben ein kleines Wunder vollbracht. Die Operation ist ebenso optimal verlaufen wie die Reha danach. Salcedo hat sich schon nach fünf Wochen in Frankfurt zurückgemeldet und hat schon gegen den HSV am vergangenen Spieltag ein überraschendes Comeback gefeiert. „Ich bin heilfroh, nach meiner Verletzung wieder spielen zu dürfen“, sagt Salcedo. Die Schulter bereite ihm keine Probleme mehr. „Ich fühle mich immer besser und immer stärker“, sagt der Verteidiger, den sie in seiner Heimat „El Titan“ nennen. Der Eintracht tut die Rückkehr besonders gut, denn für das Spiel auf Schalke ist mit Makoto Hasebe ja noch ein wichtiger Abwehrspieler wegen seiner Roten Karte aus dem Hertha-Spiel gesperrt. Im Pokalendspiel darf der Japaner aber spielen. Salcedos Zweikampfstärke können die Frankfurter also gut gebrauchen. Die Zielsetzung für ihn und seine Kollegen ist klar.

Diese Eintracht-Fans sind schon vor dem Finale sehr optimistisch.
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Die Frankfurter Eintracht hat es am Samstag selbst in der Hand. Wenn sie ihr Spiel beim FC Schalke 04 gewinnt, hat sie die Qualifikation zur Europa League erreicht. Wenn der Sechstplatzierte RB Leipzig überdies in seiner Partie bei Hertha BSC Berlin Federn lässt, wäre das internationale Geschäft sogar auf direktem Wege erreicht – und die Eintracht würde wirtschaftlich in neue Dimensionen vorstoßen.

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„Wir wollen uns den Lohn für eine ganze Saison abholen“, sagt er. Es gelte „zu vollenden“, was man sich erarbeitet habe. Ein Punkt müsste der Eintracht genügen, um sich für die Europa-League-Qualifikation zu qualifizieren. Es sei denn, der VfB Stuttgart würde beim Meister in München gewinnen. Die Eintracht hat in diesen letzten Tagen der Saison zwei Endspiele, das ist sonst nur den ganz großen Clubs Europas vorbehalten.

Bleibt Salcedo in Frankfurt?

Die Frankfurter wollen es genießen, wollen die Aufgaben nacheinander mit der gleichen Konzentration und Intensität angehen. Der vor allem Journalisten nervende Spruch „das nächste Spiel ist immer das wichtigste“ trifft in diesem Fall zu und wird von Salcedo auch genau so ausgedrückt. „Schalke steht im Fokus“, versichert er. Der Pokal sei erst ab Sonntag wichtig. Das Finale sei dann ein „wunderbarer Abschluss“ einer gelungenen Saison, sagt er, „es wäre ein magischer Moment, wenn wir einen Titel gewinnen. Davon könnte ich meinen Kindern erzählen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mexikaner trotz der großen Spielerauswahl sowohl gegen Vizemeister Schalke als auch gegen Meister Bayern von Beginn an spielen wird, ist hoch. Konditionell fühlt er sich topfit, die Verletzung hatte ihm nicht nur Schmerzen bereitet, sondern auch eine Verschnaufpause gewährt. Und an Motivation wird es ihm mit Sicherheit nicht fehlen. Zum einen braucht Salcedo gute Leistungen, um auf den mexikanischen Zug zur Weltmeisterschaft nach Russland aufzuspringen, zum anderen spielt er in Frankfurt um eine Verlängerung seines Engagements.

Aktuell ist er von Deportivo Guadalajara nur bis zum 30. Juni 2018 ausgeliehen. Die Eintracht besitzt jedoch eine Kaufoption, angeblich in Höhe von drei Millionen Euro. Salcedo würde gerne bleiben, das hatte er mehrfach geäußert. Ob die Eintracht mit ihm plant, ist offen. Der scheidende Trainer Kovac hatte betont: „Die Tendenz geht dahin, dass wir ihn halten.“ Doch was denkt sein noch nicht feststehender Nachfolger? Gespräche sollen erst nach dem Pokalfinale stattfinden.

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