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Eintracht Frankfurt: Eintracht und die Heimschwäche: "Schnell wieder vergessen"

Zwei Heimspiele, null Punkte: Im eigenen Stadion ist Eintracht Frankfurt in der neuen Saison bislang eine große Enttäuschung.
Enttäusching nach dem Spiel: Die Eintracht unterliegt dem FC Augsburg vor heimischer Kulisse mit 1:2. Foto: imago Enttäusching nach dem Spiel: Die Eintracht unterliegt dem FC Augsburg vor heimischer Kulisse mit 1:2.
Frankfurt. 

Für die Überraschung des Tages sorgte der Trainer des FC Augsburg. «Kompliment an Eintracht Frankfurt. Das ist eine unheimlich gute Truppe, extrem variabel», sagte Manuel Baum. Die Frage ist nur: Von welcher Eintracht sprach er da? Von der mit Bein und Yeboah früher? Oder von der aus der Hinrunde der vergangenen Saison? Jene Frankfurter Eintracht, gegen die sein FC Augsburg gerade mit 2:1 (1:0) gewonnen hatte, konnte Baum kaum meinen. Denn die spielte am Samstag noch planloser und schlechter als beim vorangegangenen Heimspiel gegen Wolfsburg (0:1). «Wir müssen heute traurig sein - und das zurecht», sagte ihr Trainer Niko Kovac.

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Die Kritik des Eintracht-Coaches war deutlich. Die erste Halbzeit sei «die bislang schwächste in dieser Saison» gewesen. «Da haben wir heute vieles, eigentlich alles, falsch gemacht.» Was ihm gefalle, sei nur die «sehr gute Reaktion in der zweiten Halbzeit», meinte Kovac. Und der Blick auf den Spielplan. «Denn es ist gut, dass wir in vier Tagen wieder spielen. Wir müssen das jetzt schnell vergessen.»

Gleich zwei Auswärtsaufgaben hält diese Englische Woche für die Eintracht bereit: Am Mittwoch geht es zum 1. FC Köln, am Samstag zu RB Leipzig. Bislang hieß es immer: Die Frankfurter müssen zu Hause dringend ein paar Punkte holen, um vor diesen Auswärtsreisen ein ordentliches Polster zu haben. Vielleicht ist es aber auch genau umgekehrt: Diese Mannschaft braucht gerade die vermeintlich schweren Auswärtsspiele, um ihre Heimschwäche zu kompensieren.

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Die Eintracht hat am Samstag mit 1:2 gegen den FC Augsburg verloren. Die Einzelkritik unseres Sportredakteurs Markus Katzenbach.<b>Mijat Gacinovic:</b><br><br> Lief wie immer viel, in der ersten Halbzeit aber meistens auch einen Schnörkel zu viel. Wechselte nach der Pause vom halblinken Mittelfeld auf den rechten Flügel, drehte da mit seinen Dribblings immer mehr am Rad – bis er etwas überraschend für Jovic aus dem Spiel genommen wurde.

Der Leistungsabfall zwischen dem überzeugenden 1:0 in Mönchengladbach und dem planlosen 1:2 gegen Augsburg war jedenfalls frappierend. Und er machte noch einmal deutlich: Die große Stärke dieser Mannschaft ist es, sich einem besser besetzten Gegner mutig in den Weg zu stellen. Ihre große Schwäche ist aber offenbar, einen massiv verteidigenden Gegner ausspielen. «Wir haben gefühlt 80 Prozent den Ball gehabt», sagte Sportvorstand Fredi Bobic am Samstag. Das Problem ist nur: Du musst mit dem Ball auch etwas anfangen.»

Mehr als 20 Millionen Euro hat die Eintracht vor dieser Saison in neue Spieler investiert. Sie hat für dieses Geld einige talentierte Stürmer geholt (Haller und Jovic). Sie hat sich auch mit zwei international erprobten Verteidigern verstärkt (Willems und Salcedo). Kurz vor dem Ende der Transferfrist kamen sogar noch zwei prominente und streitbare Namen dazu (Boateng und Rebic).

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Das einzige, was der Verein mit seinem massiven Investment noch nicht geschafft hat, ist das Kreativ- und Tempo-Defizit im Zentrum des Spiels zu beheben. Die für das Mittelfeld verpflichteten Gelson Fernandes und Jonathan de Guzman sind dafür ziemlich offensichtlich nicht geeignet. Der Schweizer saß am Samstag nur auf der Bank. Der Niederländer war ein Totalausfall. Prickelnd wurde dieses Spiel nur, als Luka Jovic (79.) die Eintracht nach den Gegentoren durch Philipp Max (20.) und Caiuby (76.) noch einmal heranbrachte.

Den Sportvorstand macht das alles noch nicht nervös. «Wenn ich mir die ganze Liga und die einzelnen Ergebnisse anschaue, sehe ich, wie eng alles beieinander ist. Es gibt kaum noch klare Ergebnisse», sagte Bobic. «Wir haben vor der Saison schon gesagt: Das wird eine verdammt interessante Saison. Da müssen wir Geduld bewahren.»

Nach dieser Logik sind die Auswärtsspiele in Köln und Leipzig vor allem eine Chance, und nicht nur ein weiterer Grund zur Sorge. Auch Torwart Lukas Hradecky sagte dazu: «Wir lieben die Auswärtsspiele in dieser Saison viel mehr. Aber ich kann nicht erklären, warum.»

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