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Eintracht Frankfurt: Fredi Bobic und der VfB Stuttgart: Das erste Wiedersehen

Von Im Herbst 2014 war für das damalige Stuttgarter Vorstandsmitglied Bobic Schluss beim VfB. Die Art und Weise des Rauswurfs soll „respektlos und stillos“ gewesen sein.
Fredi Bobic Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Fredi Bobic
Frankfurt. 

Der 24. September 2014 war einer der schwärzesten Tage im beruflichen Leben von Fredi Bobic. Von seinem Herzensverein VfB Stuttgart, für den er 148 Bundesligaspiele absolviert hat, wurde er an diesem Mittwoch unter ziemlich merkwürdigen Umständen entlassen. Die Mannschaft des VfB spielte am Abend in Dortmund, Bobic war bereits auf dem Weg, als ihn die Nachricht erreichte.

2010 hatte er den Posten des Sportdirektors beim VfB übernommen, im Januar 2012 war sein Vertrag verlängert worden, zudem war er in den Vorstand aufgerückt. Im Herbst 2014 war dann Schluss. Jetzt, fast genau drei Jahre später, treffen sich die Schwaben und ihr früherer Nationalspieler, Torjäger und Sportvorstand zum ersten Mal wieder. Am Samstag tritt der VfB bei der Frankfurter Eintracht an. Dort arbeitet der 45 Jahre alte Bobic seit dem 1. Juli 2016 als Sportvorstand.

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Die Trennung vom VfB war ziemlich schmutzig. Als Bobic in Dortmund war, fiel in Stuttgart die Entscheidung gegen ihn. „Wir haben Herrn Bobic viele Wünsche erfüllt, den sportlichen Bereich neu zu gestalten“, sagte später Aufsichtsratsboss Joachim Schmidt, „alles hat nicht gefruchtet, deshalb sind wir zu der Überzeugung gekommen, die Reißleine zu ziehen.“

Der VfB stand zu jenem Zeitpunkt auf dem letzten Tabellenplatz. Eine große Rolle bei der Trennung sollen auch die Fans der Schwaben gespielt haben, die sich in einem offenen Brief eindeutig gegen Bobic ausgesprochen hatten. Bobic hatte von der Entlassung zunächst am Telefon erfahren. Später bezeichnete er die Art und Weise der Trennung als „respektlos und stillos“. Zudem kritisierte er den Aufsichtsrat scharf. Das Gremium bestimme die Politik des Vereins, „obwohl es eigentlich nur die Rolle als Kontrollorgan hat“. In einer solchen Konstellation sei „immer alles schwierig“.

Auch in Frankfurt freilich ist es so, dass der Aufsichtsrat die Vorstände beruft und damit entscheidende Weichen stellt. Bei der Eintracht herrscht nach mehr als einem Jahrzehnt Heribert Bruchhagen nun ein Triumvirat mit Bobic, Axel Hellmann und Oliver Frankenbach. Bobic genießt gerade beim Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Steubing hohes Ansehen und absolutes Vertrauen. Steubing hatte den ehemaligen Nationalspieler auch als Sportvorstand durchgesetzt.

Und der hat die Eintracht nach dem Beinahe-Abstieg 2016 total umgebaut, auf vielen Ebenen. Er hat den Kader verändert auf eine Art und Weise, wie es sich vorher noch keiner getraut hatte. Die Eintracht spielt schon in der zweiten Saison überwiegend mit ausländischen Spielern. Dieser Weg hat durchaus zu Stirnrunzeln geführt, doch spätestens jetzt, im zweiten Jahr, haben sich viele längst daran gewöhnt. „Internationale Spieler passen in diese internationale Stadt“, sagt Bobic. Und keiner wird ihm widersprechen. Letzten Endes aber wird es darauf ankommen, dass sich der sportliche Erfolg auf Dauer einstellt.

Bobics erste Saison war durchaus gemischt. Schnell hatte die neue Mannschaft in der Vorrunde die Herzen der Fans erobert, aber in der Rückrunde war es aus vielen unterschiedlichen Gründen bergab gegangen, Ausnahme das Pokal-Finale. Viele der neuen Spieler mussten wieder gehen und in diesem Sommer hat es einen erneuten Umbruch gegeben. Ganz konsequent, wie es nun mal seine Art ist, hat Bobic auf ein ganz ähnliches Strickmuster gesetzt, nur weniger Leihverträge abgeschlossen, dafür die Spieler fest gebunden. Wenn deutsche Spieler angeblich nicht zu finanzieren sind, holt er eben Profis aus dem Ausland.

Immerhin über zwanzig Millionen Euro hat der Sportvorstand in diesem Sommer ausgeben dürfen. Die von ihm kontinuierlich erweiterte Scouting-Abteilung um den sogenannten „Kaderplaner“ Ben Manga, der freilich in der Öffentlichkeit noch nicht aufgetreten ist, hat geholfen, Spieler wie Sebastien Haller oder Simon Falette, um nur zwei zu nennen, zu finden und zu holen. Insgesamt wurden inklusive Jugendspieler vierzehn Neue geholt. Ob die Art und Weise dieser Kaderplanung zum Erfolg führen wird, bleibt abzuwarten.

Bobic hat aber nicht nur auf dem Feld vieles verändert, noch mehr hat er außerhalb des Platzes getan. Inzwischen ist die Eintracht im Bereich der Mitarbeiter rund um das Team so breit aufgestellt, dass manch einer schon den Überblick verliert. Elf Scouts sollen es sein, vier Fußball-Trainer sind es, dazu drei Reha- und Konditionstrainer. Und natürlich gibt es Fachleute aller Couleur. Ärzte, „normale“ Physiotherapeuten, einen Osteopathen, einen Akupunkteur, eine Ernährungsberaterin, drei Betreuer rund ums Team und so weiter und so weiter.

Diese Art des Personalaufbaus entspricht Bobics Philosophie. „Die Bedingungen rund ums Team müssen optimal sein, damit die Mannschaft optimale Leistungen abrufen kann“, hat er mal gesagt. Bisher ist die Eintracht damit gut gefahren. Was fehlt ist der erste Heimsieg dieser Saison. Gegen den VfB Stuttgart soll es endlich klappen. Für Fredi Bobic wäre es sicher eine besondere Freude.

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