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Eintracht Frankfurt: Gegen Augsburg: Eintracht will endlich die 40-Punkte-Marke knacken

Der Frankfurter Fußball-Bundesligist will seine Talfahrt endlich beenden. Trainer Niko Kovac ist gefordert.
Mit vielen Worten versucht Niko Kovac, seine Spieler wieder zu verbessern. Foto: Heiko Rhode Mit vielen Worten versucht Niko Kovac, seine Spieler wieder zu verbessern.
Frankfurt. 

Ist es Abstiegskampf oder Kampf um Europa? Betrachtet man die Tabelle, ist die Frankfurter Eintracht trotz der beispiellosen Negativserie von zehn Spielen ohne Sieg dem internationalen Wettbewerb noch immer näher als dem Relegationsplatz. Blickt man aber auf die Leistungskurve der Mannschaft, die inzwischen hinter Darmstadt 98 den letzten Platz im Jahr 2017 belegt, ist es genau umgekehrt. Viele Trainer wären bei vielen Vereinen in Frage gestellt. Nicht so Niko Kovac. Das ist kein Wunder und es ist auch angebracht, denn Kovac haben es die Frankfurter zu verdanken, dass sie überhaupt noch in der Bundesliga spielen. Auch die Frage, kann Kovac Abstiegskampf, verbietet sich. Genau dies hat der 45 Jahre alte Kroate vor einem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Bilderstrecke Eintracht-Training: Die SGE bereitet sich auf Augsburg vor
Marco Russ (Eintracht Frankfurt), Marc Stendera (Eintracht Frankfurt), Michael Hector (Eintracht Frankfurt)Danny Blum (Eintracht Frankfurt)Trainer Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) macht Druck im Training auf David Abraham (Eintracht Frankfurt)

Doch nun steht Niko Kovac vor einer vielleicht noch größeren Herausforderung. Jetzt heißt es: Kann er Krise? Am Montag wurde der ehemalige Meisterspieler von Bayern München gefragt, wie er seine Spieler in diesen Tage anpacke. Mit Zuckerbrot oder Peitsche? Oder mit beidem? „Geht man ein bisschen forscher zu Werke oder doch etwas zarter?“, hat er sich selbst gefragt, „da muss man den gesunden Mittelweg finden.“ Die Ansprache beim Training am Dienstag war normal im Sinne von unverändert gegenüber den letzten Wochen. Der Ton ist nicht rauer geworden, zumindest nicht öffentlich.

Trainer-Bruder Robert Kovac gab einen Eindruck von den Aufgaben, die sich dem Trainerteam stellen. „Wenn die Spannung abfällt, müssen wir sie wieder aufbauen“, sagte er. Bislang habe es in diesem Bereich keine größeren Probleme gegeben. Und doch deutet auf dem Spielfeld einiges auf eine veränderte Grundeinstellung der Mannschaft hin. In Dortmund haben die Frankfurter nur 35 Prozent der Zweikämpfe gewonnen, das war der schlechteste Wert aller achtzehn Clubs an diesem Spieltag (Quelle: Kicker). Und auch zuvor gegen Bremen (41 Prozent), Köln (45) und Mönchengladbach (40) war die Eintracht deutlich hinter den Zweikampfwerten der Vorrunde zurückgeblieben. Dies sind durchaus alarmierende Werte, denn die Frankfurter kommen, auch aus Sicht ihres Trainers, über Leidenschaft und Zweikampfstärke. Da scheint einiges verloren gegangen zu sein. Das könnte damit zusammenhängen, dass sich viele Spieler in der Vorrunde nicht nur spielerisch über ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit bewegt haben, sondern dass sie auch körperlich über Grenzen gegangen sind.

Es stellt sich die Frage, ob in diesen Tagen weniger (Training) manchmal mehr (Effektivität) sein könnte. Es ist ein Jahr her, Kovac steckte mit der Eintracht viel tiefer im Schlamassel als heute, als er immer wieder genau darauf hinwies. „Wir dürfen die Spieler nicht überfrachten“, hatte er mehrmals gesagt, „wir dürfen nicht zu viel verlangen und zu viel erwarten.“ An diese Saison ist er grundlegend anders herangegangen. Die Trainingsintensität wurde deutlich nach oben gefahren, mit großem Erfolg, wie der Verlauf der Vorrunde gezeigt hat. Auch die verbalen Ansagen hatten wenig Spielraum für Interpretationen gelassen. Kovac hatte Punkte und Siege gefordert und die Mannschaft hatte geliefert.

Seit Jahresbeginn ist alles anders. Von 40 Punkten als vordringlichstem Ziel hat der Trainer immer geredet, selbst als die Frankfurter auf Platz 3 lagen. Nun fühlt er sich bestätigt. Denn auf einmal kann die Mannschaft nicht mehr liefern. Ähnlich war es der Eintracht vor vier Jahren unter Armin Veh gegangen. Mit 30 Punkten hatte die Eintracht die Vorrunde abgeschlossen, die 40 Punkte aber wurden erst am 27. Spieltag erreicht. Auch 2013 waren die Frankfurter über Wochen an dieser Hürde gescheitert, damals wie heute auch ein mentales Problem. Der Unterschied zur aktuellen Lage: Damals reichten 33 Punkte zur Rettung, diesmal könnten es 40 sein.

Bei derzeit 38 Punkten soll nun die Hürde am Samstag gegen Augsburg übersprungen werden. „Zu Hause sind wir immer noch eine Macht, wir haben hier nur zwei Spiele verloren“, erinnert Robert Kovac und verweist auf das letzte Jahr, „da waren wir in einer viel schlimmeren Situation.“ Soll wohl heißen: Ruhe bewahren und auf die eigenen Stärken besinnen.

(pes)
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