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Eintracht Frankfurt: Gegen Leipzig brauchen Eintracht-Fans Bargeld

Von Nach der Insolvenz der Payment Solution Gruppe gibt es aktuell keine Chance, dass Bezahlkarteninhaber ihr Guthaben ausgezahlt bekommen. Wer sich beim Spiel gegen Leipzig ein Bier oder eine Wurst kaufen möchte, sollte genügend Bares dabei haben.
Mit einer Bezahlkarte haben Stadiongänger keine gute Karten mehr. Bier und Wurst gibt es aktuell nur gegen bares. Foto: Thomas Frey (dpa) Mit einer Bezahlkarte haben Stadiongänger keine gute Karten mehr. Bier und Wurst gibt es aktuell nur gegen bares.
Frankfurt. 

Zumindest kurzfristig dürfen sich die Fans der Frankfurter Eintracht keine Hoffnungen machen, ihre Guthaben auf den Bezahlkarten fürs Stadion in Bargeld umwandeln zu können. Denn die in eine finanzielle Schieflage geratene Payment Solution Gruppe gab am Mittwoch bekannt, dass auch bei per Post zurückgeschickten Karten keine Auszahlung des Guthabens möglich sei.

Dies habe eine erste Überprüfung der Finanzen durch den Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz ergeben. Auch beim letzten Heimspiel der Saison gegen Aufsteiger RB Leipzig werde es keine Auszahlungsmöglichkeit geben. Speisen und Getränke müssen an diesem Tag bar bezahlt werden. Betroffen hiervon ist nicht nur das Frankfurter Stadion, sondern auch die Arenen des 1. FC Kaiserslautern und von Hertha BSC Berlin.

Bei der Eintracht war man von den Aussagen des Insolvenzverwalters zu diesem Zeitpunkt überrascht. Justiziar Philipp Reschke versicherte allerdings, ähnlich wie Vorstand Axel Hellmann bereits am Samstag nach dem 0:2 gegen Wolfsburg, dass man versuchen wird, eine Lösung zu finden, um allen Besitzern von Karten ihre Guthaben zurückzahlen zu können: „Hier ist aber nicht nur die Eintracht, sondern auch der Stadion-Betreiber, der Caterer und der Insolvenzverwalter in der Pflicht.“

Reschke rät allen Betroffenen, ihre Karten auf keinen Fall mehr an „Just Pay“ zurückzuschicken, sondern erst einmal abzuwarten.

Ein Problem des Bundesligisten ist es, dass er nicht weiß, um welchen Gesamtbetrag es sich handelt. Axel Hellmann, der sich bis zum Wochenende im Ausland befindet, befürchtete gestern, dass es sich um „einen sehr hohen sechsstelligen Betrag“ handeln könnte. Die genaue Zahl kennt lediglich der Insolvenzverwalter, der sich hierzu jedoch nicht geäußert hat und dies aus juristischen Gründen vermutlich auch nicht so schnell machen wird.

Undritz, der eine Sanierung der gesamten Gruppe anstrebt, rechnet damit, dass es vor Juli keine Lösung geben wird.

Hellmann befürchtet, dass der Insolvenzverwalter auch auf Zeit spielen möchte. Diese Saison irgendwie herum bekommen, im Sommer Investoren finden, um dann in der kommenden Spielzeit weitermachen zu können. Eine Idee, die der Eintracht überhaupt nicht schmeckt. Ihr wäre es am liebsten, wenn der Vertrag sofort gekündigt würde. Sie hofft auf die Chance, schneller als gedacht, dieses Geschäft selbst übernehmen zu können. „Im Stadion kassieren viel zu viele mit ab, nur die Eintracht, die eine horrende Miete bezahlt, nicht“, ärgert sich der Vorstand schon seit langer Zeit. Er verweist darauf, dass von einem Euro, der im Businessbereich ausgegeben wird, am Ende nur 40 Cent in der Eintracht-Kasse landen: „In Mönchengladbach sind das beispielsweise 65 Cent für die Borussia.“

Spätestens nach seiner Rückkehr will er vom Stadion-Betreiber erfahren, wie es in der kommenden Saison mit dem Bezahlen aussehen könnte. Und er wird mit Nachdruck deutlich machen, dass „dieser Schlamassel unter unserer Regie“ nicht passiert wäre. Die Eintracht sei zwar nicht verantwortlich dafür, dass viele Fans nun verärgert seien: „Aber irgendwie bleibt es doch an uns hängen.“

Hilfe für die Fans könnte die Eintracht durch „Kompensationsgeschäfte“ gewährleisten. Eine Idee ist, die noch vorhandenen Guthaben beim Kauf von Eintrittskarten oder Fan-Artikeln den Betroffenen anzurechnen.

Aber erst einmal will Hellmann „Daten, Zahlen, Fakten“. Erst dann könne man einen endgültigen Plan erstellen. Für eine gute Lösung, die dann auch die kommende Saison betrifft, „brauchen wir mindestens sechs Wochen“, so der Marketing-Chef der Eintracht.

Immerhin wird gegen Leipzig niemand auf seine Bratwurst und sein Bier verzichten müssen. Dies versicherte Stadion-Manager Patrick Meyer: „Wir sind in der Lage, auf Bargeld umzustellen, das ist technisch und operativ kein Problem.“ Wenn im Stadtwald große Konzerte veranstaltet werden, ist die Barzahlung sowieso üblich.

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