Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 29°C

Eintracht Frankfurt: Haller: Die "Rakete" hat noch nicht gezündet

Von Richtig in Fahrt gekommen ist Sebastien Haller noch nicht, das ist gewiss auch dem harten Training in der Vorbereitungszeit geschuldet. Die entscheidende Frage aber lautet: Kann er das Tempo in der Bundesliga mitgehen?
Noch nicht richtig in Tritt gekommen: Sebastien Haller. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Noch nicht richtig in Tritt gekommen: Sebastien Haller.
Frankfurt. 

Sieben Millionen Euro hat die Frankfurter Eintracht für Sebastien Haller an den FC Utrecht bezahlt. Das ist die offizielle Ablösesumme. Angeblich sollen noch Zuschläge für die Niederländer vereinbart worden sein, sollte Haller in Frankfurt Stammspieler werden oder teurer weiter verkauft werden. „Im Endeffekt ist das gar nicht so teuer“, hat Sportvorstand Fredi Bobic gerade im Fachmagazin „Kicker“ bezugnehmend auf die allgemeine Entwicklung der Ablösesummen erklärt. „Gefühlt ist das so, als habe man früher einen Spieler für eine Million Euro geholt“.

Doch wie man es dreht und wendet, Haller ist der bislang teuerste Transfer in der Geschichte des Fußball-Bundesligisten. Und entsprechend hoch sind auch die Erwartungen an den 23 Jahre alten Stürmer. Dass er diese Erwartungen bei seinen ersten Auftritten nicht erfüllen konnte – geschenkt. Jeder Spieler, der aus der „Eredivisie“ in die Bundesliga wechselt, hat mit Umstellungsproblemen zu kämpfen. Auch Haller. Zum einen hat er durch Dusseligkeit die ersten Trainingseinheiten im Trainingslager im Amerika verpasst, weil er keine gültigen Einreisedokumente für die USA hatte. Zum anderen fällt ihm das Training durchaus schwer. „Ich bin müde“, hat er nach dem 3:0-Testspielsieg am Samstag gegen Betis Sevilla eingeräumt. Als Beschwerde wollte er das keinesfalls verstanden wissen, nur als Erklärung. „Es ist nötig so hart zu trainieren“, sagt er. Und: „Grundsätzlich fühle ich mich ganz gut.“

Das gute Gefühl hat er auf dem Platz noch nicht umsetzen können, die Müdigkeit war dagegen ziemlich augenfällig. Zwar glaubt Kollege Timothy Chandler, der Franzose sei eine „Rakete“, aber gezündet hat sie noch nicht. Haller ist nach fünf Treffern auf einmal zum Auftakt gegen unterklassige Amateure in ernsthaften Tests kein Tor mehr gelungen. Selbst beim Training gehört der Angreifer nicht zu den wirklich erfolgreichen Spielern. Ist das schon besorgniserregend? Darüber kann man trefflich streiten.

Die Müdigkeit nach harten Trainingseinheiten wirkt sich bei dem 1,90-Meter-Mann sichtbarer aus als bei anderen. Er sieht manchmal schwerfällig aus, kommt in Eins-zu-Eins-Duellen nur selten am Gegner vorbei und deshalb auch selten zum Abschluss. Das ist die eine Seite des neuen Mittelstürmers. Andere Qualitäten hat er dagegen schon gezeigt. Er kann den Ball „festmachen“, wie die Fußballer sagen, er kann ihn also nach Pässen aus der eigenen Abwehr vorne halten. Und an seine Kollegen weiterleiten.

Bilderstrecke 40.000 Fans bejubeln die Eintracht beim Spiel gegen den FSV
Rund 40.000 Fans haben die Frankfurter Eintracht bei der Saisoneröffnung gefeiert. Höhepunkt des Tages war ein Benefizspiel gegen den insolventen Nachbarn FSV Frankfurt.Rund 40.000 Fans haben die Frankfurter Eintracht bei der Saisoneröffnung gefeiert. Höhepunkt des Tages war ein Benefizspiel gegen den insolventen Nachbarn FSV Frankfurt.Rund 40.000 Fans haben die Frankfurter Eintracht bei der Saisoneröffnung gefeiert. Höhepunkt des Tages war ein Benefizspiel gegen den insolventen Nachbarn FSV Frankfurt.

Haller, ein Kerl wie ein Baum, ist kein egoistischer Torjäger, so viel lässt sich nach den ersten Wochen am neuen Arbeitsplatz schon mal sagen. Bislang hat er mehr Qualitäten bei der Vorbereitung gezeigt als beim Abschluss und dabei ein gutes Auge bewiesen. Doch geholt wurde er wegen seiner Abschlussstärke, die er in Holland und in der französischen U-21-Nationalmannschaft unter Beweis gestellt hat.

Die entscheidende Frage lautet nun: Kann Haller das höhere Tempo in der Bundesliga mitgehen, ist er bei seiner hünenhaften Statur beweglich genug, um zu bestehen? Er wisse selbst genau, zu welchen Leistungen er im Stande sei, hat er in einem Interview mit dem „Kicker“ gesagt, „wir werden sehen, ob es genug ist oder nicht.“ Durch die Ablösesumme jedenfalls fühlt sich Sebastien Haller nicht unter Druck gesetzt. „Die Millionen sind nicht mein Problem“, sagt er, „ich spüre keinen Druck.“ Das Problem ist bislang die Anpassung an die andere Spielweise. Und auch an die insgesamt sicher höhere Professionalität im Bundesligafußball im Allgemeinen und beim Frankfurter Trainer Niko Kovac im Speziellen.

Eintracht Frankfurt Das Eintracht-Puzzle: Wie bastelt Trainer Kovac seine ...

Niko Kovac ist bei seinem Mannschafts-Puzzle zuversichtlich: „Das sieht schon ganz gut aus“, meint der Eintracht-Trainer vor dem ersten Pflichtspiel. Fragezeichen gibt es aber in jedem Mannschaftsteil.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse