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Eintracht Frankfurt: Hasebe: Keine Angst vor Dortmund

Eintracht Frankfurts Trainer nennt ihn "Hasi". Ein Hasenfuß ist der Japaner aber sicherlich nicht.
Gut behütet im Training: Makoto Hasebe Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Gut behütet im Training: Makoto Hasebe
Frankfurt. 

Am Dienstagabend hat Makoto Hasebe wie seine Kollegen vor dem Fernsehschirm gesessen und sich den nächsten Gegner angeschaut. Und er hat gestaunt über Borussia Dortmund, die mit einer besseren B-Elf in der Champions League Legia Warschau mit 8:4 vom Platz gefegt hat. „Wir wissen ja nicht, wer am Samstag spielt“, sagt der Frankfurter Abwehrspieler, „aber egal, wer es auch ist, sie haben eine hohe Qualität.“

Dann hat Hasebe beim Gespräch mit Journalisten kurz gezögert und diesen Satz nachgeschoben: „Aber wir sind auch gut drauf und gut vorbereitet.“ Da war es wieder, das neue Selbstvertrauen der Eintracht, nun in Worte gefasst vom japanischen Nationalspieler. 21 Punkte haben die Frankfurter auf dem Konto, genauso viele wie Dortmund. „Wenn wir noch sieben machen bis zur Winterpause wäre das schön“, sagt Hasebe vor drei Heim- und zwei Auswärtsspielen bis zum Jahresende, „dann können wir ein bisschen nach oben schauen.“

Der 32 Jahre alte Hasebe ist in diesen so erfolgreichen Wochen einer der Eckpfeiler der Mannschaft. Geholt hat die Eintracht ihn vor zweieinhalb Jahren aus Nürnberg als Nachfolger von Spielmacher Pirmin Schwegler. Gespielt hat er unter Ex-Trainer Armin Veh im defensiven Mittelfeld, aber auch schon als rechter Verteidiger. Aktuell wird er in der defensiven Zentrale eingesetzt, mal in der Abwehr, mal vor der Abwehr. Unter Hasebe hat in Frankfurt wieder der „Libero“ taktischen Einzug gehalten. „Libero ist auch in Japan bekannt“, sagt er, „Herr Beckenbauer und Herr Matthäus haben das gespielt.“ Ja so ist er, der höfliche Japaner, er spricht mit großem Respekt von den deutschen Fußballgrößen. In seiner Heimat ist er ähnlich populär wie hierzulande der „Kaiser“. Nur ohne Skandale.

Auf dem Spielfeld aber ist es schnell vorbei mit der Höflichkeit. Hasebe ist ein durchaus hitzköpfiger Spieler, zwar ruhig am Ball, aber manchmal aufbrausend im Zweikampf. Vor allem aber ist er aktuell in Topform. „Mit mir haben wir nur vier Gegentore bekommen in dieser Saison“, sagt er und es hört sich kein bisschen überheblich an. „Wir haben aber auch nur zehn Tore geschossen“, sagt er. Beide Werte würden seine augenblickliche Position und Leistung ausdrücken. „Ich bringe der Mannschaft Stabilität“, sagt der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft, „aber ich müsste eigentlich noch mehr nach vorne tun.“

Als Libero sei dies freilich schwierig. Hinten, zwischen David Abraham und Jesús Vallejo, könne er „ruhiger“ spielen, der Druck von den Gegnern sei dort nicht so groß. Mit dem Aufbauspiel hat es in letzter Zeit gut geklappt. Aber Trainer Niko Kovac hat ihm auch die eine oder andere Verbesserungsmöglichkeit aufgezeigt. „Ruhe ist wichtig, aber manchmal muss es auch schnell gehen“, erzählt Hasebe, diese Balance fordere der Trainer von ihm ein.

Welche Rolle er am Samstag gegen den BVB einnehmen wird, wieder als Libero in einer Dreierkette oder im Mittelfeld im „normalen“ 4-2-2-System, sei ihm „egal“. Er möchte der Mannschaft helfen, versichert er, „ich bin bereit beides zu spielen“. Grundsätzlich empfiehlt er noch mehr Offensive als zuletzt. Beim 1:0 gegen die Dortmunder im Mai habe man weitgehend auf die Abwehr vertraut, diesmal könne das anders sein. „Jetzt sind wir in der Lage offensiver zu spielen“, glaubt Hasebe, „wir spielen zu Hause und können mit der Unterstützung unserer Fans torgefährlicher werden.“

Die Befürchtungen des Trainers, die Länderspielreisen könnten ihn ermüden, teilt er nicht. „Ich mache das seit zehn Jahren, da gewöhnt man sich dran“, versichert er. In der letzten Bundesligapause habe er nur ein Länderspiel in seiner Heimat bestritten, „das war gar kein Problem“. Alleine die Reise im Oktober nach Neuseeland hätte ihn ein wenig geschlaucht. Aktuell fühle er sich topfit. Was auch an den vielen Neuerungen liege, die Niko Kovac eingeführt habe. „Das Training, die Taktik, aber auch das Drumherum mit den gemeinsamen Essen, sind sehr positiv für uns“, sagt der neben Alex Meier erfahrenste Frankfurter Spieler, „das ist alles richtig professionell.“ Ein Lob, das der Trainer gerne zurück gibt. „Hasi ist ein Musterprofi“, sagt Kovac. Er sagt tatsächlich „Hasi“. Ein bisschen hat er den Japaner ins Herz geschlossen.

(pes)
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