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Eintracht Frankfurt: In Leverkusen dreht sich alles um Niko Kovac

Von Bei allen Eintracht-Verantwortlichen ist die Verärgerung über den Trainer mittlerweile herauszuhören. Dessen Seelenleben ist „in Ordnung“.
Der Mann in der Menge gibt sich unerschütterlich: Eintracht-Trainer Niko Kovac. Foto: TEAM2 (imago sportfotodienst) Der Mann in der Menge gibt sich unerschütterlich: Eintracht-Trainer Niko Kovac.
Leverkusen/Frankfurt. 

Es war eine merkwürdige Atmosphäre im Presse-Zentrum von Bayer Leverkusen. Eben noch hatte Niko Kovac im in der Ecke hängenden TV-Gerät doziert – mit kaltem Gesichtsausdruck und ziemlich von oben herab. Und nur Sekunden später geht die Tür auf und Niko Kovac kommt herein – mit dem gleichen kalten Gesichtsausdruck. Der doppelte Kovac – anspruchsvoll für Augen und Ohren. Aber seit kurzem ist es ja auch nicht mehr so ganz einfach, zwischen dem inszenierten und dem wirklichen Niko Kovac zu unterscheiden.

Zur Inszenierung gehörte auch, dass bei der Frankfurter Eintracht die allermeisten Beteiligten fast wortgleich abstritten, dass die Diskussionen um den Trainer Einfluss auf die Leistung beim 1:4 (1:1) gegen Bayer Leverkusen genommen hatten. Nur ein Spieler tanzte aus der Reihe und hatte keine Lust auf gespielte Normalität.

„Soll ich lügen, dass es keinen hatte? Natürlich, wir sind Menschen, keine Roboter. Es ist eine komische Woche“, sagte Lukas Hradecky. Der Torhüter kann sich Klartext leisten, er verlässt die Frankfurter Eintracht nach der Saison – pikanterweise vielleicht in Richtung Leverkusen.

„Voll rein gehauen“

Fredi Bobic hingegen lavierte zwischen dem Versuch einer versöhnlichen Spielanalyse und demonstrativem Zweckoptimismus vor dem DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch auf Schalke. „Es war alles ganz normal, das hat man bei den Jungs gesehen, die haben sich voll rein gehauen. Das hatte nichts mit gestern oder vorgestern zu tun“, meinte der Frankfurter Sportvorstand: „Entscheidend ist, den Fokus jetzt auf Schalke zu legen. Wir sind Profis, wir müssen mit gewissen Situationen umgehen und schauen, dass wir im Pokalspiel was mitnehmen.“

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Doch das könnte schwierig werden. Die Eintracht lieferte in Leverkusen nach einer guten ersten eine mehr als bedenkliche zweite Halbzeit ab – inklusive körperlicher Probleme (lesen Sie dazu den unten stehenden Bericht). Niko Kovac analysierte im Schnelldurchgang: „4:1 ist ein deutliches Ergebnis. Das sah in der ersten Halbzeit nicht so aus. Da haben es meine Jungs richtig gut und die Räume eng gemacht. Leider haben wir es nicht über die 90 Minuten rüber gebracht. Leverkusen hat in der Pause umgestellt. Das hat uns Probleme im Mittelfeld bereitet. Von daher geht der Sieg von Bayer in Ordnung.“

Und die von ihm mit zu verantwortenden Turbulenzen im Club? „Mein Seelenleben ist in Ordnung, genauso gut wie immer. Und das wird auch morgen so sein. Es war überhaupt nicht schwierig, das auszublenden. Denn ich bin mit Herz und Seele dabei und ein absoluter Profi“, sagte Kovac mit Unschuldsmiene: „Das war ein ganz normales Spiel für mich, nicht mehr und nicht weniger.“

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Aber normal ist anscheinend schon länger nicht mehr alles bei der Eintracht. „Wir waren auch in mancher Personalie nicht immer einer Meinung, aber das passiert hinter verschlossenen Türen“, sagte Fredi Bobic vor dem Spiel in Leverkusen bei Sky: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, es ist dadurch jetzt vielleicht ein bisschen getrübt“, beschrieb der Sportvorstand seine Beziehung zum Trainer.

Kovacs Version vom Ablauf seiner kurzfristigen Verpflichtung durch die Bayern wird immer mehr in Zweifel gezogen. „Das kann ich nicht glauben. Selbst in der Kreisliga lotet man so etwas aus“, sagte der nicht gerade auf Krawall gebürstete Christoph Metzelder als „Sky“-Experte. Und selbst ein Bayern-Altvorderer wie Lothar Matthäus pflichtete bei: „Das nehme ich ihm nicht ganz ab.“

„Enttäuschende Momente“

Und dann war da noch Axel Hellmann. Der Marketing-Vorstand sollte nach seiner Job-Beschreibung ein besonderes Auge auf die Außendarstellung des Clubs haben. Explizit äußern zur Causa Kovac wollte sich Hellmann nicht: „Das macht alles Fredi Bobic.“ Andererseits: „Als Fan hat man in den letzten 48 Stunden ein paar enttäuschende Momente gehabt.“ Das äußerte sich in Leverkusen in einem Pfeifkonzert, als der Name des Trainers bei der Mannschafts-Präsentation vorgelesen wurde.

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Der Marketing-Vorstand hatte „in der Mannschaft keine Anzeichen gesehen, dass wir uns hängen lassen“. Und wie die mitgereisten knapp 3000 Fans das Team nach dem 1:4 angefeuert hatten, nötigte ihm Respekt ab.

Deswegen hofft Hellmann auch auf einen versöhnlichen Saisonausklang: „Wir haben keine Angst, nur Achter zu werden. Wir müssen die beiden Heimspiele gewinnen. Ich bin zuversichtlich, dass uns dies mit dieser Unterstützung gelingen wird. Beide sind ausverkauft.“

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Aber zwischendurch gibt es ja auch noch am Mittwoch das Pokal-Halbfinale bei Schalke 04 zu überstehen. Eine schwere Aufgabe, und bei einem Frankfurter Ausscheiden dürften Fragen über Konsequenzen aufkommen. In Leverkusen lehnte es Fredi Bobic noch rundweg ab, darüber zu reden, ob Niko Kovac noch bis zum Saisonende auf der Eintracht-Bank sitzen wird: „Das ist respektlos, nach dem Spiel so eine Frage zu stellen.“ Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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