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Eintracht Frankfurt: Interview mit Lukas Hradecky: „Ich habe keine Krise“

Von Lukas Hradecky hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei dem Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt trotz Offerten des Clubs nicht verlängert. Seit Monaten gibt es Spekulationen um seinen Abgang, den der finnische Nationaltorhüter auch jetzt noch nicht bestätigen will. Mit Lukas Hradecky unterhielt sich unser Mitarbeiter Peppi Schmitt über die nächsten Aufgaben der Eintracht und über seinen möglichen Nachfolger.
Vor richtungsweisenden Wochen steht Lukas Hradecky mit der Frankfurter Eintracht. Wohin seine Reise führen wird, weiß er angeblich noch nicht. Foto: Huebner/Vogler (Jan Huebner) Vor richtungsweisenden Wochen steht Lukas Hradecky mit der Frankfurter Eintracht. Wohin seine Reise führen wird, weiß er angeblich noch nicht.

Gebt mir noch eine Woche, haben Sie nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Hoffenheim gesagt, dann bin ich wieder der Alte. Was passiert in dieser Woche vor dem Spiel in Leverkusen?

LUKAS HRADECKY: Ich hatte ein gutes Gespräch mit Moppes (Torwarttrainer, die Red.). Und ich muss auch meinen Kollegen Zimbo (Torwart Jan Zimmermann, die Red.) loben, auch mit ihm habe ich viel gesprochen. Letzte Woche habe ich ein bisschen gekämpft, weil ich in Bremen nach langer Zeit wieder einen Fehler gemacht habe, der einen Punkt gekostet hat. Aber das ist jetzt vorbei. Der Frust ist weg. Ich war ja auch daran beteiligt, dass wir eine gute Saison spielen. Das habe ich im Kopf, da geht es mir schon besser.

Oliver Kahn hat mal gesagt, dass er nach Fehlern umso härter trainiert?

HRADECKY: Wir hatten auch ein zusätzliches Torwart-Training, aber so hart wie Olli Kahn haben wir nicht trainiert (lacht).

Das Gegentor gegen Hoffenheim haben Sie als „haltbar“ bezeichnet. Wo lag das Problem?

HRADECKY: Ich wusste für einen Moment nicht, mit welchem Körperteil ich ihn halten sollte, mit der Hand oder mit dem Fuß. Ich stehe dazu, der war nicht unhaltbar, den musste ich halten.

Täuscht der Eindruck, dass Sie zuletzt Probleme beim Passspiel hatten?

HRADECKY: Der Trainer will in dieser Saison einfach auch mehr Ballbesitz, also mehr Zuspiele. Wenn da mal eines ins Aus geht, passiert ja nichts. Schlimmer wäre es, wenn ich mich verstecken würde. Aber ich biete mich immer an.

Bilderstrecke Einzelkritik: So haben sich die Adler gegen Hoffenheim geschlagen
Wie haben sich die Adler gegen Hoffenheim geschlagen? Hier ist unsere Einzelbewertung.Luka Jovic: Er war immer gefährlich, fast logisch, dass ihm der Frankfurter Treffer gelungen ist. Jetzt zittert ganz Frankfurt, dass auch er noch mit Verletzung ausfallen könnte.

Die ganze Saison komprimiert sich jetzt auf knapp sechs Wochen. Ist das eine Zeit, die Sie als Profi lieben? Oder ist das eine Belastung am Ende der Saison? Schlafen Sie deshalb schlechter?

HRADECKY: Wegen Ergebnissen schlafe ich nicht schlechter. Ich will jetzt wieder mit Leistung zeigen, dass ich wieder da bin.

Bleibt eigentlich noch Zeit, um die persönlichen Dinge wie vor allem die Vertragssituation zu regeln?

HRADECKY: Ich habe an andere Dinge zu denken. Wichtig ist für mich nur Eintracht Frankfurt und der Saisonendspurt jetzt. Dem gilt meine komplette Konzentration. Die Situation hat sich halt so entwickelt, wie sie jetzt ist.

Haben Sie der Eintracht denn schon endgültig abgesagt für die neue Saison?

HRADECKY: Nein. Ich weiß es selbst nicht, die Eintracht weiß es auch nicht. Das ist die Wahrheit.

Sie haben vor zwei Wochen gesagt, noch ist nichts entschieden. Bezog sich das nur auf den neuen Verein?

HRADECKY: In die Torwartposition muss erst Bewegung kommen. Das ist die Erklärung, die ich geben kann. Es ist wie bei Dominosteinen.

Verstehen sie die Fans, die sauer sind? Haben Sie gegen Hoffenheim die Unruhe im Stadion nach dem ersten Wackler gespürt?

HRADECKY: Ich verstehe das voll und ganz und ja, ich habe die Unruhe gespürt. Es war eine schwierige Phase in den letzten zwei Wochen. Aber ich habe keine Krise. Ich komme da durch und werde noch stärker. Ich will in den letzten sieben Spielen etwas Positives hinterlassen.

Im Internet gibt es sogar Unterstellungen, Sie wären mit dem Kopf schon bei einem anderen Verein und hätten deshalb Fehler gemacht.

HRADECKY: Die, die so denken, sind nicht normal. Ich sehe doch nicht im Spiel absichtlich aus wie ein Clown. Welcher Mensch würde so etwas machen? Ich bin froh, dass ich es nicht gelesen habe.

Wäre es nicht längst an der Zeit gewesen, Klartext zu reden?

HRADECKY: Es ist aber noch nichts klar. Wenn es klar ist, sage ich es zuerst dem Verein, das schulde ich der Eintracht.

Würde es Ihnen schwerfallen zu gehen?

HRADECKY: Wenn es dazu kommt, auf jeden Fall. Das ist nie einfach. Wenn man ablösefrei geht, ist es ja noch was anderes, als wenn man verkauft wird. Der Verein bekommt ja nichts für mich. Ich kann da aber nichts dafür. Es ist einfach so gekommen. Ich weiß aber sehr wohl, was ich an der Eintracht habe und was ich dem Club und den Fans zu verdanken habe.

Die Eintracht sucht aber einen Nachfolger. Frederick Rönnow, Ihr Nachfolger in Bröndby, könnte jetzt auch hier Ihr Nachfolger werden.

HRADECKY: Das habe ich auch gelesen. Er ist ein super Junge, ein guter Torwart. Wenn die Eintracht einen Torwart sucht, dann ist das normal und legitim.

Ist das Pokalspiel auf Schalke zu vergleichen mit letztem Jahr in Mönchengladbach?

HRADECKY: Ja, sicher. Ich sehe uns wegen des Auswärtsspiels als Außenseiter. Unser Vorteil ist, dass wir es letztes Jahr geschafft haben und wissen, wie es geht. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir wieder im Elfmeterschießen durchkommen.

Rechnet ihr in der Kabine, wie viele Punkte ihr noch für Europa braucht? HRADECKY: Überhaupt nicht. Das macht nur ihr und die Fans. Klar ist, dass wir noch Punkte brauchen. Klar ist auch, dass wir alles in der Hand haben.

Wie groß ist der Respekt vor Leverkusen?

HRADECKY: Sehr groß. Es ist eine der am schwierigsten zu bespielenden Mannschaften.

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