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Eintracht Frankfurt: Interview mit Omar Mascarell: „Wir sind alle hungrig auf Erfolge“

Von Ausgerechnet gegen Dortmund muss Omar Mascarell erstmals zuschauen. Der 23-jährige Spanier ist aber guter Dinge in Sachen Eintracht – für heute und darüber hinaus.
Hoffentlich wird er heute nicht zu sehr vermisst: Omar Mascarell hat die Ruhe am Ball weg, aber gegen Dortmund ist er gesperrt. Foto: imago sportfotodienst Hoffentlich wird er heute nicht zu sehr vermisst: Omar Mascarell hat die Ruhe am Ball weg, aber gegen Dortmund ist er gesperrt.

Als Sie in Bremen die Gelbe Karte gesehen haben, sahen Sie ziemlich entsetzt aus. War Ihnen gleich bewusst, dass es Ihre fünfte war und Sie das Dortmund-Spiel verpassen?

Ja, daran habe ich gleich denken müssen, und es tut mir leid, dass ich damit meiner Mannschaft nicht helfen kann. Aber natürlich habe ich mich auch über mich selbst geärgert und mich gefragt, ob ich die Situation, die zur Karte führte, nicht anders hätte lösen können. Aber solche Situationen kommen nun mal vor. Ich muss jetzt mit dieser Sperre leben, werde meine Mitspieler von außen aber maximal unterstützen.

Ist es besonders bitter, ausgerechnet beim Spiel gegen dieses Spitzenteam zu fehlen?

Natürlich. Aber ich bin mir sicher, dass sich unser Trainer wieder etwas einfallen lassen wird, wie man gegen eine so gute Mannschaft bestehen kann. Und egal, wer spielt, wir sind alle hungrig auf Erfolge geworden.

Die Zuschauerrolle ist eine neue Erfahrung, bislang waren Sie immer dabei. Hätten Sie damit gerechnet, dass es so gut läuft? Immerhin mussten Sie sich an eine neue Liga und an ein neues Land gewöhnen.

Mit dem Eingewöhnen hatte ich keine Probleme, ich bin sehr gut aufgenommen worden. Hier passt alles zusammen: Die Mannschaft, das Stadion und die Fans – einfach alles. Ich fühle mich sehr wohl in Frankfurt, und wenn man sich gut fühlt, kann man dies auch auf dem Platz umsetzen. Ich glaube, dass ich auf der Tribüne wesentlich nervöser das Spiel verfolgen werde als auf dem Platz.

Hat Ihnen die große spanischsprachige Eintracht-Fraktion beim Einleben geholfen?

Natürlich hat es geholfen, dass wir Hispanos uns in unserer eigenen Sprache unterhalten konnten und uns auch abends getroffen haben. David Abraham war in dieser Situation ein sehr wichtiger Ansprechpartner, weil er ja schon ein paar Jahre in Deutschland spielt und uns wichtige Ratschläge gegeben hat. Wir lernen aber alle fleißig Deutsch, damit wir uns noch besser mit den anderen Spielern unterhalten können.

Vor der Saison gab es Bedenken, wie sich die neu zusammengestellte Mannschaft behaupten würde. Jetzt wirkt es, als wäre gerade der Teamgeist ein Grund dafür, dass es so gut läuft. Was sind die Geheimnisse des erfolgreichen ersten Saisondrittels?

Das stimmt. Wir präsentieren uns als eine feste Einheit. Keiner fühlt sich besser als die anderen oder ist sich für einen zusätzlichen Meter Laufweg zu schade. In der Defensive stehen wir deshalb sehr gut da und vorne haben wir gute Stürmer, die Tore schießen können. Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Saison noch lange dauert.

Die tolle Zwischenbilanz ist durch den Fast-Abstieg zuvor noch überraschender. Oder ist das auch ein Grund dafür: Dass den Horror der letzten Saison keiner mehr erleben will? Sie kamen ja erst im Sommer dazu. Aber was haben Sie davon von den Mitspielern erzählt bekommen?

Klar sprechen wir mit den Spielern auch darüber, wie das letzte Saison war, und keiner, der dabei war, möchte das noch einmal mitmachen. Das hat uns, denke ich, noch mehr zusammengeschweißt, und die Neuen im Team haben das auch verinnerlicht.

Sie haben den Abstiegskampf mit Sporting Gijón in Spanien ebenfalls erfolgreich bestanden. War danach klar, dass Sie weiterziehen würden?

Ja, nach der Rettung am letzten Spieltag endete die Leihe und damit meine Zeit bei Sporting Gijón. Es war klar, dass alles Weitere dann von Madrid aus entschieden würde.

Haben Sie die Eintracht erstmal gegoogelt, als Sie von dem Interesse erfahren haben? Oder haben Sie die Bundesliga und die Eintracht in Spanien ohnehin gut genug verfolgt?

Über die Historie und Tradition der Eintracht wusste ich schon einigermaßen Bescheid. Als das Interesse aufkam, habe ich mich im Internet vermehrt über den Verein informiert. Außerdem hatte ich in Joselu einen sehr kompetenten Ratgeber in Sachen Eintracht.

Die Bundesliga ist bislang unerwartet ausgeglichen. Wie nehmen Sie das wahr? Und was könnte mit der Eintracht möglich sein?

Ich finde es ziemlich spannend, was da Woche für Woche passiert. Es ist wirklich sehr ausgeglichen, und mit Leipzig steht eine Mannschaft ganz oben, die dort nicht unbedingt erwartet wurde. Für uns zählt in erster Linie der Klassenerhalt und das möglichst frühe Erreichen von 40 Punkten. Wenn danach noch mehr möglich ist, nehmen wir das natürlich gerne mit.

Nach Gijón waren Sie von Real Madrid ausgeliehen, davor an Derby County in Englands Zweite Liga. Ist es nicht schwer, sich jede Saison auf eine neue Herausforderung einzustellen? Und sind die Wechseljahre jetzt erst mal vorbei?

Es ist nicht einfach, und ich wollte mir auch keine Gedanken mehr darüber machen müssen, wie und wo ich jede Saison spielen würde. Als das Interesse der Eintracht kam, war ich komplett überzeugt. Hier entsteht ein Projekt, und ich bin ein Teil davon und nicht mehr ein Leihspieler für eine Saison.

Die Eintracht hat Sie fest verpflichtet, dem Vernehmen nach hat Real Madrid aber eine Rückkaufoption. Ist das nicht immer ein Traum, für Real aufzulaufen? Einmal haben Sie das ja schon getan, 2013, noch unter José Mourinho. Da wurden Sie für Mesut Özil eingewechselt. Wie war das?

Real Madrid steht im Weltfußball ganz oben, kaum ein anderer Verein kann da mithalten. Als ich für Mesut eingewechselt wurde, war ich wie in einer anderen Welt. Im Stadion Bernabéu, dem Fußball-Tempel schlechthin, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Aber auch hier in Frankfurt erzeugt die Atmosphäre im Stadion bei mir Gänsehaut pur. Ich bin hier sehr glücklich.

Wie würden Sie selbst jetzt Ihre Rolle bei der Eintracht beschreiben?

Ich halte mich für einen mannschaftsdienlichen Spieler, der hart arbeitet und alles tut, um der Mannschaft zu helfen, der versucht, konstant gute Leistungen zu bringen und das Vertrauen zurückzuzahlen.

Ihr Trainer war selbst ein defensiver Mittelfeldspieler. Können Sie von ihm besonders viel lernen?

Niko Kovac weiß, wovon er spricht, und lebt das vor, was er von uns verlangt. Ich lerne sehr viel von ihm, da er in seiner Karriere auf meiner Position gespielt hat. Die Tatsache, dass der Trainer auf eben dieser Position eine große Karriere gemacht hat, ist für mich äußerst motivierend.

Jetzt geht es gegen Dortmund. Worauf kommt es an, um auch gegen dieses Spitzenteam zu bestehen? Und was sagen Sie Ihren Kollegen, damit Sie als Zuschauer nicht so viel leiden müssen?

Wir müssen wieder als Einheit auftreten und den Gegner möglichst nicht ins Spiel kommen lassen. Das wird bei der individuellen Klasse nicht einfach, aber gegen Dortmund, habe ich mir sagen lassen, gab es in Frankfurt schon viele spektakuläre Spiele. Was ich meinen Kollegen sagen werde, muss ich mir noch überlegen. Vielleicht: Macht gerne auch dieses Mal wieder ein Spektakel, Hauptsache mit dem besseren Ende für uns.

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