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Eintracht Frankfurt: Interview mit Slobodan Medojevic: „Ich kämpfe bis zum Ende“

Nicht schon wieder – das dachte Slobodan Medojevic, als er sich im Trainingslager der Frankfurter Eintracht in Südtirol das Knie leicht verdrehte. Der Mittelfeldspieler hat eine lange Krankenakte aus seiner Zeit bei der Eintracht. Aber jetzt will er voll angreifen, wie er Peppi Schmitt im Interview verriet.
Mit Freude und voller Ehrgeiz auf dem Trainingsplatz in Südtirol: Slobodan Medojevic. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Mit Freude und voller Ehrgeiz auf dem Trainingsplatz in Südtirol: Slobodan Medojevic.

Im Trainingslager sind Sie wieder mitten drin statt nur dabei. Wie fühlt sich das an?

SLOBODAN MEDOJEVIC: Die letzten Jahre waren sehr schwierig für mich, es gab immer wieder Rückschläge. Wenn ich gedacht habe, jetzt ist alles okay, kam wieder ein Rückschlag. Jetzt bin ich einfach froh, jeden Tag mit der Mannschaft trainieren zu können. Ich genieße die Zeit.

Fühlen Sie sich eigentlich wie ein Neuzugang? Und wie schwer fällt das Training?

MEDOJEVIC: Ja, genauso fühle ich mich. Die letzte Vorbereitung habe ich unter Armin Veh im Winter 2016 mitgemacht. Unter Trainer Kovac arbeite ich in der Vorbereitung jetzt das erste Mal. Es ist sicher härter als unter vielen meiner Trainer vorher, Ausnahme Felix Magath, das war das Härteste.

Waren Sie während ihrer Leidenszeit schon mal an einem Punkt, an dem sie alles hinschmeißen wollten?

MEDOJEVIC: Nein, ich kämpfe bis zum Ende, bis jemand sagt, es gibt 0,0 Prozent Chance, dass es weitergeht. Auch bei einem Prozent werde ich weitermachen. Wir tun hier, was wir lieben, es ist ein Traum und es ist mein Hobby. Da hört man nicht auf. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich jeden Tag trainieren kann.

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Beschreiben Sie doch mal die Verletzungsprobleme an Achillessehne und Knie, die zu den Pausen geführt haben.

MEDOJEVIC: In Frankfurt habe ich nur am Anfang drei, viermal ohne Schmerzen gespielt. Dann hatte ich Probleme an der rechten Achillessehne. Nach einer MRT-Untersuchung hieß es, die würden wieder weggehen. Aber sie sind nicht weggegangen. Ich habe es mit Tabletten, Spritzen, aufgeschnittenen Schuhen, Therapien versucht, mit allem, was es auf der Welt gibt. Ich war schon gewohnt an die Schmerzen, es war normal für mich mit Schmerzen zu trainieren. Am Ende habe ich gar nicht mehr gewusst, wie es ist, ohne Schmerzen zu spielen. Bei ersten Spiel von Trainer Kovac, damals in Mönchengladbach, hatte ich dann plötzlich Schmerzen in beiden Achillessehnen. Da war mir klar, es geht nicht ohne OP. Nach der Reha war dann alles okay mit der Sehne, aber ich hatte auf einmal Schmerzen im linken Knie. Dann habe ich wieder drei Wochen trainiert, drei Wochen Pause gemacht und so weiter. Und bald gemerkt, auch so geht es nicht weiter. Hundert Untersuchungen haben nichts ergeben, Meniskus, Knorpel, Bänder, alles war in Ordnung. Es war schlicht eine chronische Entzündung. Nur Ruhe hat geholfen, absolute Ruhe, eine komplette Pause. Die habe ich mir dann genommen.

Wie war das, als der Trainer gesagt hat: Medo du spielst im Finale?

MEDOJEVIC: Ich habe es nicht gewusst bis zur Besprechung vor dem Spiel. Das war fast ein Schock, natürlich positiv. Ich habe niemandem etwas gesagt, nicht meiner Freundin, nicht meinen Freunden. Nur meinem Vater habe ich eine SMS geschickt.

Waren Sie dann ganz besonders nervös, als es losging?

MEDOJEVIC: Ich war gar nicht so nervös, sondern einfach nur froh. Von so einem Spiel habe ich als Kind geträumt, einmal im Finale zu stehen, einmal vor einer solchen Kulisse zu spielen. Also habe ich mir gesagt: Genieße es und mach das Beste draus.

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Sie haben gut gespielt, sind aber nach einer Stunde freiwillig raus.

MEDOJEVIC: Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr zu 100 Prozent da war nach der langen Pause. Ich hätte es vor mir nicht verantworten können, wenn ich den entscheidenden Zweikampf verloren hätte. Ich wollte korrekt sein zum Trainer und den Mitspielern.

Sie sind danach in Urlaub gefahren mit der Hoffnung, einen neuen Vertrag zu bekommen. Haben Sie jeden Tag am Telefon gesessen und auf den Anruf gewartet?

MEDOJEVIC: Überhaupt nicht, ich habe das Telefon auf die Seite gelegt. Bei meinem besten Kumpel war ich Taufpate und meine Schwester hat geheiratet. Da war ich mit anderen Sachen beschäftigt, denn vor dem Fußball steht die Familie an erster Stelle. Ich habe meinem Berater gesagt, egal wer anruft, selbst wenn es Real Madrid ist, am Hochzeitstag meiner Schwester bin ich nicht zu erreichen.

Mussten Sie lange überlegen, einen neuen Vertrag bei der Eintracht zu unterschreiben? Hatten Sie andere Angebote?

MEDOJEVIC: Ich hatte ein paar andere Gespräche. Aber ich bin jetzt drei Jahre hier und konnte nie zeigen, was ich kann. Ich kenne die Mannschaft, den Verein, die Stadt. Aus Respekt zu allen würde ich immer Ja sagen zu Frankfurt. Alle waren immer korrekt zu mir, das will ich auch ihnen gegenüber sein.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie sich am Mittwoch beim Training das Knie verdreht haben?

MEDOJEVIC: Der erste Gedanke war: Nicht wieder irgendwelchen Mist im Knie. Aber ich habe probiert, ruhig zu bleiben, abzuwarten. Und habe schnell gemerkt, das es nicht schlimm ist. Da war ich natürlich froh.

Was erwarten Sie persönlich von der neuen Saison?

MEDOJEVIC: Ich hoffe, dass ich gesund bleibe. Die nächste Zeit will ich nutzen, um topfit zu werden. Damit ich die Kraft habe, jede Woche voll durchzuziehen. Ich werde alles geben, um meinen Platz kämpfen. Ich hoffe, ich kann endlich zeigen, was ich kann.

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