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Eintracht Frankfurt: Jetro Willems ist sich für keinen Meter zu schade

Von Jetro Willems, gerade mal 23 Jahre alt, ist der neue Mann auf der linken Außenbahn der Eintracht. Mit 17 spielte er erstmals in der Ersten Liga für den PSV Eindhoven, mit dem er dann auch in der Champions League aktiv war. In der holländischen Nationalmannschaft debütierte er mit 18 Jahren.
<span></span> Foto: Jan Huebner (Jan Huebner)

Hallo Jetro, haben Sie sich gut erholt vom Spiel in Mönchengladbach?

JETRO WILLEMS: Ja, wir hatten einen Tag frei und ich bin gut erholt. Alles okay, ich fühle mich gut.

Ihre Mannschaft hatte viel Arbeit zu verrichten, bis das 1:0 unter Dach und Fach war...

WILLEMS: Stimmt, ich habe gelesen, wir hätten zusammen fast 122 Kilometer gemacht. Das ist eine Menge.

Für Sie und Timothy Chandler auf den Flügeln waren die Wege besonders weit – gerade in der ersten Halbzeit, als noch viel über außen nach vorne gespielt wurde.

WILLEMS: Ich habe nicht die genauen Statistiken gesehen, wer im Einzelnen am meisten gelaufen ist. Ich schätze mal, Mijat war sehr gut dabei?

Ja, Mijat Gacinovic mit 12,88 und Jonathan De Guzman mit 12,61 Kilometern waren am allermeisten unterwegs.

WILLEMS: Das ist normal, das sind Mittelfeldspieler, die müssen nun einmal am meisten rennen (lacht). Und auch für uns als Außenbahnspieler ist das normal, wenn wir nun einmal mit fünf Verteidigern spielen bei gegnerischem Ballbesitz. Da muss man die Distanzen einfach gehen. Dafür trainieren wir ja auch hart.

Bilderstrecke Jetro Willems: Der neue Linksverteidiger der Eintracht
Die Eintracht hat einen Nachfolger für den zu Schalke 04 abgewanderten Linksverteidiger Bastian Oczipka verpflichtet. Vom PSV Eindhoven kommt Jetro Willems an den Main. Der Niederländer hat bereits einige internationale Erfahrung in der Champions-League und mit der Nationalmannschaft gesammelt.Er begann seine Profikarriere bei Sparta Rotterdam, für die er in 16 Spoielen in der niederländischen Ehrendivision zum Einsatz kam. Durch seine starken Leistungen wurde der PSV Eindhoven auf ihn aufmerksam...... und verpflichtete ihn 2011für 800.000 Euro. Er unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

Sie haben so schon gespielt mit Dreier- und Fünferkette. Zum Beispiel mit dem PSV Eindhoven in der Champions League gegen Atlético Madrid...

WILLEMS: Ja, das stimmt. Aber auch in der Nationalmannschaft unter Louis van Gaal haben wir mit Fünferkette gespielt. Ich bin daran also schon einigermaßen gewöhnt.

Haben Sie sich auch außerhalb des Trainings besonders mit taktischen Systemen beschäftigt? Damit, wie beispielsweise Chelsea, Manchester City oder Atlético die Dreierkette interpretiert haben?

WILLEMS: Na ja, das ist doch relativ normal. Arsenal hat das schon gespielt, Chelsea, wie sie sagen, und viele andere. Die größeren Mannschaften probieren das doch fast alle aus. Im modernen Fußball ist das etwas, was man können sollte. Ob man Flügelspieler ist oder Außenverteidiger, da tut man ja doch irgendwie ziemlich das Gleiche.

Also wissen Sie doch ganz gut Bescheid – auch über die feinen Unterschiede.

WILLEMS: Na klar, ich habe das schon verfolgt, zum Beispiel wie Antonio Conte das bei Juventus Turin hat spielen lassen. Oder wie andere italienische Mannschaften die Dreierkette interpretieren. Wissen Sie: Ich bin Holländer, da ist das ganz normal. Wir lernen viel über Taktik in der Ausbildung.

Mit Eindhoven hat es in der Champions League zweimal fast geklappt, Atlético Madrid mit einer Fünferkette zu parieren. Zuletzt haben sie 0:1 verloren, ein Jahr vorher war nach einem 0:0 im Elfmeterschießen Endstation. Wie war das?

WILLEMS: Wir hatten in fast allen Champions League-Spielen die Chance zu gewinnen. Aber so ist Fußball: Manchmal spielst du gar nicht so gut und gewinnst, manchmal spielst du super und verlierst. So wie jetzt mit der Eintracht: In den ersten beiden Spielen waren wir richtig gut, es hat aber nicht gereicht. In Gladbach waren wir in der ersten Halbzeit richtig gut, und der Gegner war in der zweiten Halbzeit etwas besser – und wir haben gewonnen. In Madrid hatte das damals keiner von uns erwartet, und wir hätten es fast geschafft. Im Elfmeterschießen hatten wir eine Fifty-Fifty-Chance zu gewinnen, aber Atlético hatte mehr Glück. Damit muss man leben.

In der letzten Begegnung mit Augsburg gewann die Eintracht mit 3:1 - Fabian traf doppelt, Rebic machte den Deckel drauf-.
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Haben Sie mit Niko Kovac über Taktik gesprochen, bevor Sie bei der Eintracht unterschrieben haben?

WILLEMS: Nicht direkt über Taktik, aber schon über die Idee, wie die Eintracht Fußball spielen will und was der Trainer sich vorstellt. Das ist ja auch wichtig, wenn man neu zu einem Verein kommt, dass man weiß, was sich der Verein so vorstellt und ob man sich damit identifizieren kann, was von einem erwartet wird.

Sie hatten schon früher die Chance, nach Spanien oder Frankreich zu gehen, sind aber noch in Eindhoven geblieben. Warum war jetzt der ideale Zeitpunkt?

WILLEMS: Das weiß man nie, ob es genau der richtige Moment ist. Aber ich denke schon. Manchmal, wenn man das Gefühl hat, noch nicht so weit zu sein, muss man ehrlich mit sich sein. Das habe ich versucht und deshalb bin ich noch in Holland geblieben. Jetzt war der Zeitpunkt aus meiner Sicht gekommen.

Um Champions League zu spielen, mussten Sie ja Meister werden mit dem PSV Eindhoven. Das haben Sie zweimal geschafft. Glückwunsch dazu. Gerade das erste Mal war ja etwas Besonderes für die Fans oder?

WILLEMS: Danke, ja, absolut, das war nach einer ganzen Weile die erste Meisterschaft für Eindhoven und die Fans waren ganz aus dem Häuschen. Und auch für die Mannschaft war es phantastisch, bei einem Durchschnittsalter von vielleicht 22 Jahren.

Sie haben mit 16 Jahren in der Zweiten Liga und im selben Jahr mit 17 Jahren in der Ersten Liga debütiert. Wahnsinn.

WILLEMS: Ja, Wahnsinn, das stimmt. Aber so kann es im Fußball gehen. Da waren zwei Spieler verletzt, schon war meine Chance da. Das ist schon verrückt. Manchmal muss man auch einfach Glück haben – wobei man es dann wohl auch verdient hat, sonst wäre man ja gar nicht in der Position, da rein geworfen zu werden. Und man braucht einen Trainer, der einem das zutraut, der weiß, wo er einen hinstellen kann. Ich bin stolz und dankbar, dass der Trainer mir damals vertraut hat.

Und das ist ja noch nicht alles: Sie waren bis heute der jüngste Spieler, der jemals bei einer Europameisterschaft gespielt hat. Mit gerade 18 Jahren haben Sie damals in Polen alle drei Partien für die Niederlande absolviert.

WILLEMS: Ja, alles ging so rasend schnell ... Ich hoffe, ich kann in Zukunft noch ein paar solche Dinge erleben.

Wie hat der schnelle Aufstieg Ihr Leben verändert? War der Druck sehr groß?

WILLEMS: Es hat sich schon einiges geändert, aber ich hatte Trainer und erfahrene Spieler um mich herum, die mir viel beigebracht und mir auch ein Stück weit den Druck genommen haben. Oder besser gesagt: Ich habe gelernt, dass es gar nicht um Druck geht, sondern darum, fokussiert zu sein. Darum geht es doch beim Fußball. Du musst Deine Leistung abrufen, musst tun, worin Du gut bist.

Alles lief gut, bis Sie sich im Spiel gegen Feyenoord Rotterdam verletzt haben und auf die Weltmeisterschaft verzichten mussten.

WILLEMS: Klar, das war bitter, aber ich hatte danach eine gute Zeit mit den beiden Meisterschaften in Eindhoven und ich kann es vielleicht ja noch immer zu einer Weltmeisterschaft schaffen – alles ist möglich. Dass man verletzt ist, ist als Fußballer sowieso normal, auch wenn es natürlich ein mieser Zeitpunkt war.

Und jetzt Frankfurt. Steckt da ein Plan dahinter?

WILLEMS: Jeder hat seine Meinung dazu und manche haben mich gefragt, was willst Du denn da? Das ist ihre Meinung, ich habe eine andere. Das Ziel, in einem besseren Wettbewerb zu spielen, habe ich mit dem Wechsel in die Bundesliga definitiv erreicht. Das ist ein guter Verein hier, man lebt sehr gut in Frankfurt und vor allem wusste der Trainer, wer ich bin und was er von mir erwartet. Ich habe viele holländische Spieler zu größeren Clubs gehen sehen und mitbekommen, dass sie nach sechs Monaten wieder zurückkamen, weil sie nicht gespielt haben und irgendwo auf sich alleine gestellt waren. Das alles habe ich mit meiner Familie besprochen, die mich darin gestärkt hat, zur Eintracht zu gehen. Hier habe ich die Möglichkeit, mich in einer Top-Liga zu beweisen und in einer super Mannschaft zu spielen.

Ihre Mannschaft ist eine bunte Mischung aus 18 Ländern. Das hört sich nach einer Menge Spaß an und laut Trainer gibt es auch keine Verständigungsprobleme?

WILLEMS: Das kann man wohl sagen, Spaß haben wir ohne Ende. Wir helfen einander, arbeiten gut miteinander und lachen viel – wir sind eben ein richtiges Team. Jeder hilft dem anderen, das macht uns aus. Und dabei spielt es keine Rolle, aus wie vielen Ländern die Spieler kommen. Bei Top-Teams wie Manchester City kann man auch an einer Hand abzählen, wie viele Engländer dort spielen. Ich finde daran nichts Ungewöhnliches. Wichtig ist doch, dass die Mannschaft als Mannschaft agiert und den Verein gut vertritt.

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