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Eintracht Frankfurt: Kaderplanung: Wieder ein Neuaufbau, wieder viele Fragezeichen

Die Frankfurter Eintracht zwischen Philosophie und Realität: Wirklich weit ist man bei der Kaderplanung noch nicht.
Spieler von Eintracht Frankfurt im Trainingslager in den USA, in San Diego. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Spieler von Eintracht Frankfurt im Trainingslager in den USA, in San Diego.
Frankfurt. 

Nun ist also auch noch Bastian Oczipka weg. Für rund 4,5 Millionen Euro verkauft an den FC Schalke 04. „Weil das unserer Philosophie entspricht, seit Fredi Bobic hier ist“, hat Manager Bruno Hübner gesagt. Der Sportvorstand möchte Spieler nicht ablösefrei am Ende ihrer Vertragslaufzeit verlieren, sondern sie lieber zu vorzeitigen Verlängerungen überreden oder sie eben verkaufen.

Das ist ein wichtiger Teil dieser „Philosophie“, das ist anders als bei Bobics Vorgänger Heribert Bruchhagen, der den einen oder anderen Spieler aus sportlichen Gründen auch lieber mal behalten hat. Bei Oczipka hatte die Eintracht ein ganzes Jahr Zeit, den 2018 auslaufenden Vertrag zu verlängern, um den Verkauf zu verhindern. Bei Lukas Hradecky, dem Torwart, ist es genauso. Und bei Haris Seferovic war es in der letzten Saison auch so. Gelungen ist es in keinem dieser Fälle. Da stellt sich schon die Frage, ob die aus wirtschaftlichen Gründen durchaus sinnvolle „Philosophie“ auch sportlich auf Dauer vertretbar ist und nicht vielleicht doch zu einer Milchmädchenrechnung wird, wenn die Mannschaft dadurch geschwächt wird.

Eintracht Frankfurt Warum die Eintracht Oczipka ziehen lassen muss

Der endgültige Wechsel von Bastian Oczipka zu Schalke 04 ist nur noch eine Frage der Zeit. Eintracht-Coach Niko Kovac gibt sich dennoch gelassen und denkt über mögliche Alternativen nach.

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Nehmen wir ein x-beliebiges Spiel aus der Vorrunde der letzten Saison. Aus jener Zeit im Herbst, als die Eintracht die Liga aufgemischt hat. Am 15. Oktober 2016 also haben die Frankfurter zu Hause gegen den FC Bayern München gespielt. Die Arena war ausverkauft wie immer gegen den Rekordmeister. Und die Fans hatten der Eintracht zugejubelt. Am Ende hatten die Schützlinge von Trainer Niko Kovac ein 2:2 (1:1) erreicht. Die Anhänger hatten sich verliebt in diese neue Mannschaft. Die Aufstellung damals: Hradecky – Hector, Abraham, Vallejo – Chandler, Huszti, Mascarell, Oczipka – Fabián, Rebic – Meier. Das sah nach einer Zukunftsperspektive aus.

Doch es war ein kurzer Traum. Übrig geblieben ist von diesem Team nicht mehr viel. Noch ist Hradecky da, wie lange noch, ist offen. Auch David Abraham wird bleiben, trotz eines angeblichen Angebotes aus der Türkei. Timmy Chandler spielt noch und Marco Fabián. Das war’s dann. Diese Mannschaft hat ihre Zukunft schon hinter sich, auch wenn Spieler wie Makoto Hasebe oder Mijat Gacinovic dazugerechnet werden müssen. Wie konnte es so weit kommen?

Gegen Verletzungspech ist niemand gefeit, die Eintracht schon gar nicht. Das ist aber nur die eine Seite. Die Politik mit „Leihspielern“ hat über den letzten Sommer und die Vorrunde geholfen, mit Beginn des neuen Jahres und in diesem Sommer ist sie an ihre Grenzen gestoßen. Das haben auch die Verantwortlichen so gesehen und diesmal mehr auf Einkäufe gesetzt. Es wurde für Eintracht-Verhältnisse ziemlich viel Geld in die Hand genommen, Millionen Euro an Ablöse und Gehälter.

Unter anderen für die Verteidiger Danny da Costa (24), die Mittelfeldspieler Jonathan de Guzman (29), Gelson Fernandes (30) und Daichi Kamada (20) und vor allem den Stürmer Sébastien Haller (23). Bei Kamada und Haller steht dahinter die Hoffnung, sie auf absehbare Zeit teurer zu verkaufen als man sie eingekauft hat. Bei da Costa, de Guzman oder Fernandes ist das eher unwahrscheinlich.

„Wir sind viel weiter als noch vor einem Jahr“, hat Sportvorstand Fredi Bobic erst vor ein paar Wochen gesagt. Eine echte Mannschaft aber hat sich noch nicht herauskristallisiert. Wieder hat die Eintracht in der Hauptsache Spieler aus ausländischen Ligen ohne Bundesligaerfahrung geholt. Vor einem Jahr hatte es daran noch Kritik gegeben, jetzt hoffen alle, dass es wieder so gut funktioniert.

Dass die Eintracht wirklich schon weit gekommen ist mit ihrer Kaderplanung, kann niemand ernsthaft behaupten. Im Tor ist die entscheidende Frage weiter offen, auf links hat der Abgang von Oczipka ein neues riesengroßes Loch gerissen, in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld fehlt jeweils noch ein wirklich bundesligareifer und am besten auch bundesligaerfahrener Spieler.

Einzig in der Spitze gibt es neben Branimir Hrgota und Alexander Meier nun mit Luka Jovic und Haller echte Alternativen. Es bleibt also noch viel zu tun.

(pes)
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