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Transferpolitik der Frankfurter Eintracht: Kauft die Eintracht wirklich miserabel ein?

Von Viel Gegenwind für Bruno Hübner: Dem Sportdirektor wird eine schlechte Transferpolitik vorgeworfen. Grund für uns, Zu- und Abgänge unter die Lupe zu nehmen - und mit Mainz zu vergleichen.
Frankfurt. 
Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. Bild-Zoom Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.
Die Eintracht hat sich in den letzten Wochen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nach fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge droht der Absturz. Bruno Hübners Transferpolitik steht in der Kritik. Zuletzt geizten die Frankfurter Weltmeister Thomas Berthold und Andreas Möller nicht mit Kritik am Sportdirektor der Frankfurter Eintracht. "Wenn ich sehe, was das kleine Mainz mit dem kleinen Stadion in den letzten Jahren erwirtschaftet hat und sportlich oft vor uns stand, muss ich sagen, die sind pfiffiger als Eintracht. Ob beispielsweise Schürrle oder Müller, die Mainzer machen Super-Geschäfte. Eintracht muss Stars für kleines Geld oder für lau gehen lassen, so wie Schwegler, Jung oder Rode", sagte der Welt- und Europameister in der Bild-Zeitung.

Los ging es aber schon im Sommer: Der Aufsichtsratvorsitzende Wilhelm Bender warf dem 53 Jahre alten Hübner vor, den Etat von nur 36 Millionen Euro in Sachen Transfers immer wieder als Ausrede zu benutzen. "Wir brauchen Lösungen. Wir werden nicht für Bemühungen bezahlt, sondern für Erfolge", legte Bender los. Bruno Hübner konterte wenige Tage später: "Ich kann die Unruhe nicht verstehen. Ich dachte, ich hätte mir mit meiner Arbeit einen Vertrauensvorschuss aufgebaut durch die letzten Jahre."

Stammspieler zum Schnäppchen-Preis

Verständlich, schließlich hatte der Sportdirektor seit seinem Amtsantritt in Sachen Neuzugängen häufig ein gutes und sogar sparsames Händchen bewiesen. Kevin Trapp (1,5 Millionen Euro), Carlos Zambrano (1,2 Millionen Euro), Bamba Anderson (800.000 Euro), Constant Djakpa, Bastian Oczipka und Marc Russ (alle 500.000 Euro) kamen zum Schnäppchen-Preis. Allesamt zählen sie heute zum Stammpersonal. Auch diverse Leihgeschäfte zahlten sich aus: Für 800.000 Euro holte Hübner den Hoffenheimer Joselu. Der Stürmer traf in 24 Bundesliga-Spielen neunmal ins Schwarze. Mit Tranquillo Barnetta wurde in der vergangenen Saison ein überdurchschnittlicher Bundesliga-Profi ausgeliehen, der Armin Veh im Mittelfeld mehr Handlungsspielraum ermöglichte.

Bilderstrecke Eintracht: Die Tops und Flops der Saison
Nach einem guten Saisonstart ging es bei der Eintracht immer weiter bergab. Durch einige Abgänge von gestandenen Spielern zu zahlungskräftigeren Vereinen stand für die Eintracht ein Umbruch ins Haus. Wir zeigen auf, wer die Gewinner und Verlierer der bisherigen Saison sind. Alle Bilder: dpa <br><br>

Sascha MehrIgnjovski muss sich die nächsten Wochen enorm steigern, um nicht einen Stammplatz auf der Bank zu haben.Top: Alexander Meier<br><br>

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Alex Meier ist mit Haris Seferovic wieder der Topspieler der Frankfurter Eintracht. Eine echte Identifikationsfigur für den Verein und die Fans. In der laufenden Saison hat er wettbewerbsübergreifend schon wieder sieben Mal ins Schwarze getroffen.

Ablösefreie Hübner-Schützlinge

Mo Idrissou wechselte nach dem Abstieg 2011 zur SGE und hatte mit 13 Toren in 24 Spielen maßgeblichen Anteil am direkten Wiederaufstieg. Das war ein gelungener Schachzug. Stefan Aigner ist eine der wichtigsten Verpflichtungen der Ära Hübner. Der Rechtsaußen kam 2012 ebenfalls ablösefrei vom TSV 1860 München und trug seitdem 70 Mal den Adler auf der Brust. Insgesamt gelangen ihm dabei 30 Scorerpunkte (14 Tore). Der Offensiv-Motor ist aus der Startelf längst nicht mehr wegzudenken. Schade, dass der Ex-Löwe in der aktuellen Spielzeit wochenlang ausfiel. Zudem bewies Hübner mit Alexander Madlung Improvisationsgeschick. Der Verteidiger wurde in der Winterpause 2013/14 aus dem Vorruhestand reaktiviert und half mit guten Leistungen auf Anhieb weiter.

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Viele Frankfurter Talente, die wie Patrick Ochs, Sebastian Jung oder Jermaine Jones die SGE verließen, schafften in ihrer weiteren Karriere nicht den Durchbruch im Profifußball. Andere dagegen blicken auf eine tolle Laufbahn zurück. <br><br>
Wir zeigen, was aus den größten Nachwuchsspielern der Hessen wurde, welche Spieler es dabei geschafft haben, wer gescheitert ist, welches Talent verkannt wurde und wer sich erst noch beweisen muss. Alle Fotos: ImagoGeschafft<br><br>
Manfred Binz: „Manni der Libero“ wurde der Abwehrchef der Frankfurter Eintracht liebevoll von den Fans genannt. Spielte in der Jugend für den VfR Bockenheim und die SGE. Der 1965 in der Mainmetropole geborene Verteidiger war ab der Saison 1986/87 fester Bestandteil der Frankfurter Defensive. Zwischen 1984 und 1996 absolvierte er 336 Spiele für die SGE, ehe er nach Italien wechselte und für Brescia Calcio auflief. Gehörte bei der EM 1992 zum Kreis der Nationalmannschaft und absolvierte insgesamt 14 Länderspiele für die DFB-Elf. Wurde 1998 von Borussia Dortmund verpflichtet. Nach Engagements bei den Kickers Offenbach und den Eintracht-Amateuren beendete er  2010 seine Karriere.Gescheitert<br><br>
Michael Anicic: Spielte sich im zarten Alter von 18 Jahren erstmalig ins Rampenlicht der Bundesliga und erhielt sogar ein Angebot vom FC Bayern München, gegen die er unter Trainer Dragoslav Stepanovic auch debütieren dufte. »Ich dachte, ich muss mal wieder einen reinwerfen«, hatte Stepi  die überraschende Aufstellung begründet. Schon am Abend des Debüts war Anicic Gast im Aktuellen Sportstudio. Das kam offenbar zu früh. Anicic ließ nach. Eine  schwere Knieverletzung zwang den «Senkrechtstarter» zu einer längeren Pause. Richtig erholen konnte sich der talentierte Mittefeldspieler davon nie. 1996 zog es ihn Ausland. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte er ausschließlich für unterklassige Vereine. Zur Eintracht kehrte er nie zurück. Am Ende der Spielzeit 2008/09 beendete er seine Karriere. Heute ist er sportlicher Leiter beim SV Fischbach.


Klingt zunächst einmal nicht schlecht. Dennoch: Wo viel Licht ist, gibt es in der Regel auch viel Schatten.

In der aktuellen Saison haben die Neuzugänge nur in der Anfangsphase zu überzeugen gewusst. Da standen die Adler mit zwölf Punkten aus den ersten sieben Spielen passabel da. Nach der Niederlagenserie in den vergangenen Wochen ist von diesem positiven Trend nichts mehr übrig. Vor den schweren Spielen gegen Mönchengladbach und Borussia Dortmund steht fest, dass die Abgänge von Sebastian Jung, Pirmin Schwegler und Sebastian Rode nicht kompensiert werden können.

Mit Aleksandar Ignjovski (ablösefrei) und Timothy Chandler (1 Million Euro) streiten sich gleich zwei Spieler seit Sommer auf der rechten Seite um die Nachfolge von Sebastian Jung. Bislang kann man deren Leistungen getrost im unteren Mittelfeld ansiedeln. Slobodan Medojevic (1,5 Millionen Euro) kam kurz vor dem Ende der Transferperiode vom VfL Wolfsburg. Seine Auftritte lassen ebenfalls zu wünschen übrig. Das gilt auch für Makoto Hasebe. Der Japaner kann Pirmin Schwegler als Taktgeber im defensiven Mittelfeld nicht annähernd ersetzen. Der vom FC Chelsea ausgeliehene Lucas Piazón ist eine einzige Enttäuschung. Der junge Brasilianer trat bisher nur einmal positiv in Erscheinung. Das war beim Auswärtsspiel in Hamburg, als er mit einem traumhaften Freistoß die SGE zum Sieg schoss. Seitdem ist der 20-Jährige kaum noch präsent und sitzt fast immer auf der Ersatzbank.

Lichtblick Seferovic

Positiv: 3,2 Millionen-Neuzugang Haris Seferovic lässt sich von der allgemeinen Verunsicherung im Frankfurter Team bislang nicht anstecken. Der Schweizer hat im ersten Drittel der Saison bärenstarke Leistungen abgerufen und zählt schon jetzt zu den Leistungsträgern. Ein Glücksfall für Frankfurt.

Caio lässt grüßen

Eine ganze Reihe von Spielern bereiten der sportlichen Leitung zurzeit Kopfzerbrechen. Ganz vorne wäre da Vaclav Kadlec zu nennen. Der Stürmer aus Tschechien war im Sommer 2013 der absolute Wunschstürmer der Frankfurter Eintracht. Für 3,5 Millionen wechselte der Stürmer von Sparta Prag in die Mainmetropole. Kadlec unterschrieb einen Vertrag bis 2017 und war unter Armin Veh fest als Mittelstürmer eingeplant. Und der 1992 geborene Kadlec kam bei der Eintracht zunächst gut an. In seinen ersten drei Spielen erzielte er drei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Danach ging es stetig bergab. Der Tscheche wurde zum Bankdrücker und bekam unter Veh kaum noch Einsatzzeiten. Unter dem neuen Trainer Thomas Schaaf setzte sich die schwarze Serie des Talents fort. In der aktuellen Saison durfte er gerade einmal 116 Minuten mitwirken, erzielte dabei aber immerhin zwei Treffer. Jetzt ist die Angst groß, dass nach Caio und Martin Fenin erneut ein Königstransfer in der Mainmetropole scheitert.

Weiter geht die Flopliste mit Olivier Occean. Der Stürmer kam im Sommer 2012 für rund 1,3 Millionen Euro von der SpVgg Greuther Fürth nach Frankfurt - und hatte die Torjägerkanone (17 Treffer) der zweiten Liga im Gepäck. Im Fußball-Oberhaus kam Occean allerdings gar nicht klar. In 18 Einsätzen konnte der Kanadier gerade einmal ein mickriges Tor erzielen. Zu wenig, um sich bei der Eintracht durchzusetzen. Folgerichtig zogen die Verantwortlichen die Reißleine und liehen den Stürmer an den 1. FC Kaiserslautern aus. Auch dort blieb seine Bilanz bescheiden: In 27 Spielen gelangen ihm nur drei Treffer. Mittlerweile hat Occean seinen Vertrag bei den Roten Teufeln aufgelöst.

Bilderstrecke Eintracht skurril: Kuriose Geschichten der SGE
Die Frankfurter Eintracht schreibt viele verrückte Geschichten. Wir haben uns auf die Suche gemacht und viele kuriose Ereignisse gefunden. Fotos: Imago/ dpa / ArchivBei Spielen zwischen Frankfurt und Offenbach herrscht Alarmstufe Rot. Die Rivalität zwischen den Fans nimmt seit jeher beängstigende Züge an. Während des letzten Bundesliga-Derbys wurden die Anhänger beider Vereine auf der gleichen Tribüne untergebracht. Die Polizei trennte die verfeindeten Fangruppen lediglich mit einem Zaun. Am Ende bewarfen sich die Anhänger beider Vereine aus nächster Nähe mit Dartpfeilen.Horst Hrubesch unterschrieb 1978 einen Vertrag in Frankfurt, hat aber nie den Adler auf der Brust getragen. Der Grund: Hrubesch wollte den Wechsel selbst bekanntgeben. Andernfalls würde er nicht in die Mainmetropole kommen. Das „Kopfball-Ungeheuer“ hörte auf der Rückfahrt mit den Eintracht-Verantwortlichen, die Stillschweigen versprochen hatten, im Radio die Nachricht, dass er käme. Daraufhin wechselte er zum Hamburger Sportverein.

Angst um Inui - Rätselraten um Rosenthal

Takashi Inui zählt ebenfalls zu den Sorgenkindern. Der kleine Japaner kam 2012 nach Frankfurt. Rund 1,5 Millionen Euro mussten die Adler für die Dienste des Japaners an den VfL Bochum überweisen. Nach einer tollen Debüt-Saison in der Liga mit sechs Toren ging es für Inui immer weiter bergab. In der Spielzeit 2013/14 verlor er seinen Stammplatz. In der laufenden Saison stieg die Formkurve des 26-Jährigen wieder an. Von einer Rückkehr zu alter Stärke kann jedoch noch keine Rede sein. Dafür sind die Auftritte des Offensivspielers bislang zu zerfahren. Auch Inuis Torbilanz verdeutlicht dies eindrucksvoll: Er wartet seit dem 31.03.2013 auf einen Bundesliga-Treffer.

Bilderstrecke Eintracht: Die 13 teuersten Transfer-Flops
Die Frankfurter Eintracht und ihre teuren Neuzugänge - in der jüngsten Vergangenheit war das keine Erfolgsgeschichte. In unserer Fotostrecke listen wir die kostspieligsten Flops seit 1999 auf. Alle Fotos: ImagoSrdjan Lakic: Wechselte in der Winterpause 2012/13 nach Frankfurt und schaffte gleich in seinem ersten Spiel einen Doppelpack für die Frankfurter Eintracht. Danach lief bei dem Stürmer nichts mehr zusammen. Insgesamt traf Lakic im Trikot der Eintracht in 22 Spielen viermal. Anfang 2014 ging der Kroate zum 1. FC Kaiserslautern.Halil Altintop: Kam als Nachfolger von Ioannis Amanatidis in die Mainmetropole. Die Bilanz fällt dürftig aus: In 49 Spielen erzielte der Offensivspieler gerade einmal drei magere Tore. Heute spielt der ehemalige Schalker für den FC Augsburg.

 
Bei Jan Rosenthal ist nicht abzusehen, ob der Mittelfeldspieler in Frankfurt noch die Kurve kriegt. Nach einer schwachen Debüt-Saison bekam der Ex-Freiburger kein Bein mehr auf den Boden. Unter Thomas Schaaf hat er bislang noch kein Pflichtspiel absolviert. Grund dafür soll eine Lebensmittelvergiftung sein, die die Widerstandskräfte des Körpers so geschwächt hat, dass er nicht in der Lage ist, professionellen Leistungssport zu betreiben. Die gemessenen Blutwerte seien lange Zeit nicht in Ordnung gewesen, hieß es. Trainer Thomas Schaaf hat zuletzt davon gesprochen, „dass wir ihn wieder ganz neu aufbauen“.

Mittelmaß in der Mainmetropole

Johannes Flum kam 2013 für zwei Millionen Euro vom SC Freiburg und musste sich zunächst hinter Sebastian Rode und Pirmin Schwegler einreihen. Im letzten Saisonakt steigerte er sich jedoch enorm und zählte zu den Leistungsträgern. Bitter für Flum, dass er in der aktuellen Spielzeit immer wieder von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen wird. Besonders der Muskelfaserriss Mitte September kam für "Flummi" zur Unzeit. Ähnlich verhält es sich bei Martin Lanig, der zur Saison 2012/13 ablösefrei aus Köln kam und sich nach einer guten Rückrunde hinten anstellen muss. Auch er plagte sich in der laufenden Saison bereits mit einer Verletzung (Meniskus) herum.

Nicht völlig daneben gegriffen hat Hübner mit der Verpflichtung Gordon Schildenfelds (1 Million Euro). Schildenfeld stand in der Zweitliga-Saison in Frankfurt unter Vertrag und lieferte solide Leistungen ab. 33 Spiele absolvierte er in der Wiederaufstiegs-Saison und erzielte dabei einen Treffer. Nach der Europameisterschaft 2012 ging er für rund zwei Millionen zum russischen Verein Dynamo Moskau.

Profis wie Srdjan Lakic, Vadim Demidov, Rob Friend, Tobias Weis, Stephan Schröck, Stefan Bell oder Stefano Celozzi kamen allesamt ablösefrei oder für kleines Geld, konnten sich am Ende aber nicht bei der Eintracht durchsetzen und wurden folgerichtig wieder abgegeben.

Nachwuchs-Misere

Großes Pech haben die Adler auch mit ihren Nachwuchsspielern: Mit Marc Stendera, Luca Waldschmidt und Sonny Kittel verfügen die Hessen über drei hochbegabte junge Profis. Bitter für die SGE, dass sich das Trio in den letzten Jahren schwere Verletzungen zugezogen hat.

Sonny Kittel und Marc Stendera traf es dabei knüppeldick: Beide wurden in ihrer jungen Karriere schon von Kreuzbandrissen brutal ausgebremst. Kittel musste zudem gleich zwei Knorperlschäden überstehen und fiel mit seinen gerade einmal 21 Jahren bereits rund zwei Jahre aus. Schlimmer kann das Verletzungspech einen jungen Spieler nicht treffen. Auf Unverständnis im Umfeld stieß der Wechsel von Marc-Oliver Kempf nach Freiburg.  Der junge Verteidiger galt als großes Verteidiger-Talent. Viele hätten sich einen Verbleib in der Mainmetropole gewünscht.

Schauen wir uns jetzt die Transferaktivitäten der Frankfurter Eintracht und dem FSV Mainz 05 an. Die spannende Frage: Ist Andi Möllers Kritik zutreffend? Wie ziehen den Vergleich.

 

Transferbilanz Eintracht Frankfurt

Einnahmen und Ausgaben in der Ära Hübner

Spielereinkäufe: 25.630.000 Euro (Daten Transfermarkt.de)
Spielerverkäufe: 15.800.000 Euro
Bilanz: - 9.830.000 Euro
Marktwert des aktuellen Kaders: 75.350.000 Euro

Top 5 der teuersten Neuzugänge
 
  • Vaclav Kadlec (3.500.000 Euro)
  • Haris Seferovic (3.200.000 Euro)
  • Johannes Flum (2.000.000 Euro)
  • Kevin Trapp (1.500.000 Euro)
  • Slobodan Medojevic (1.500.000 Euro)

Top 5 der teuersten Abgänge
 
  • Marco Russ und Patrick Ochs (je 3.000.000 Euro)
  • Sebastian Jung (2.500.000 Euro)
  • Gordon Schildenfeld (2.000.000 Euro)
  • Pirmin Schwegler (1.900.000 Euro)
  • Marc-Oliver Kempf (800.000 Euro)

Anzahl verpflichtete Spieler nach Spielzeiten:

2014/15: 11 Spieler (Zwei Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 6.500.000 Euro
2013/14: 14 Spieler (Ein Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 7.280.000 Euro
2012/13: 19 Spieler (Fünf Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 8.150.000 Euro
2011/12: 15 Spieler
Gesamt: 3.700.000 Euro

Gesamt: 59 Spieler

Anzahl abgegebene Spieler nach Spielzeiten

2014/15: 11 Spieler Gesamt: 5.750.000 Euro
2013/14: 10 Spieler Gesamt: 500.000 Euro
2012/13: 15 Spieler Gesamt: 3.000.000 Euro
2011/12: 18 Spieler Gesamt: 6.550.000 Euro

Gesamt: 54 Spieler

Insgesamt hat die Eintracht also mehr als Hundert Personalentscheidungen getroffen - und dabei in fast jeder Saison draufgelegt.

Bis auf die Spielzeit 2011/12 ist die Transferbilanz negativ. Besonders gravierend sieht es in der 2013/14 aus. Vadim Demidov, Karim Matmour, Julian Dudda, Martin Amedick, Heiko Butscher, Rob Friend und Marvin Bakalorz wechselten allesamt zum Nulltarif. Srdjan Lakic schloss sich dem 1. FC Kaiserslautern an. Oka Nikolov beendete seine Karriere.
 
Olivier Occean war in diesem Sommer die einzige Einnahmequelle: Die Adler liehen den für das Oberhaus zu schwachen Stürmer, der ein Jahr zuvor für 1.500.000 Euro zur SGE gekommen war, für 500.000 Euro an den 1. FC Kaiserslautern aus.

Eine positive Bilanz können die Hessen nach dem Bundesliga-Abstieg ausweisen. Allein für Marco Russ und Patrick Ochs kassierte die Eintracht insgesamt sechs Millionen Euro. Erfreulich, dass Russ nach seinem Intermezzo in Wolfsburg für 500.000 Euro zurückkehrte.

 

Transferbilanz Mainz 05

Einnahmen und Ausgaben des FSV Mainz 05 in den letzten vier Jahren

Spielereinkäufe: 37.630.000 Euro (Daten Transfermarkt.de)
Spielerverkäufe: 36.610.000 Euro
Bilanz: - 1.020.000 Euro
Marktwert des aktuellen Kaders: 78.650.000 Euro

Top 5 der teuersten Neuzugänge
 
  • Ja-Cheol Koo (5.000.000 Euro)
  • Todor Nedelev (2.800.000 Euro)
  • Anthony Ujah (2.300.000 Euro)
  • Stefanos Kapino (2.250.000 Euro)
  • Jairo Samperio (2.200.000 Euro)

Top 5 der teuersten Abgänge
 
  • Andre Schürrle (8.500.000 Euro)
  • Ádám Szalai (8.000.000 Euro)
  • Nicolai Müller (4.500.000 Euro)
  • Christian Fuchs (3.800.000 Euro)
  • Eugen Polanski (3.000.000 Euro)


Anzahl verpflichtete Spieler nach Spielzeiten:

2014/15: 14 Spieler (5 Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 8.500.000 Euro
2013/14: 11 Spieler (Ein Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 14.050.000 Euro
2012/13: 9 Spieler (Zwei Spieler aus der eigenen Jugend)
Gesamt: 4.180.000 Euro
2011/12: 18 Spieler
Gesamt: 10.900.000 Euro

Gesamt:  52 Spieler

Anzahl abgegebene Spieler nach Spielzeiten

2014/15: 13 Spieler Gesamt: 6.660.000 Euro
2013/14: 14 Spieler Gesamt: 11.550.000 Euro
2012/13: 11 Spieler Gesamt: 5.950.000 Euro
2011/12: 11 Spieler Gesamt: 12.450.000 Euro

Gesamt: 49 Spieler


Fazit

Im Vergleich mit dem FSV Mainz 05 hat die Eintracht zurzeit klar das Nachsehen. Spieler wie Adam Szalai, Andre Schürrle, Christian Fuchs und Nicolai Müller (kosteten Mainz bei Verpflichtung gemeinsam 4,2 Millionen Euro, Schürrle stammte aus der eigenen Jugend) spülten ordentlich Geld in die Kasse der Rheinhessen. Für das Quartett kassierte Mainz 24,8 Millionen Euro.
 
Von solchen Summen kann Frankfurt zurzeit nur träumen. Bestes Beispiel: Schwegler, Rode und Jung, die zusammen auf einen Marktwert von 22,5 Millionen Euro kommen, wurden für gerade einmal 4,4 Millionen Euro abgegeben. Rode wollte seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Hübner kämpfte lange um den Verbleib des defensiven Mittelfeldspielers, konnte den Abgang zum FC Bayern aber nicht verhindern. Prinzipiell waren dem Sportdirektor in dieser Personalie die Hände gebunden. Jung und Schwegler besaßen Ausstiegsklauseln, die sie im Sommer gezogen haben.

Bilderstrecke Vom Winde verweht: Das wurde aus den Eintracht-Spielern
Was wurde aus den Profis der Frankfurter Eintracht? In unserer Fotostrecke werfen wir einen Blick auf den weiteren Karriereverlauf einiger Ex-Adler. Dabei haben wir viele Perlen ausgegraben. Alle Fotos: ImagoUrs Güntenspergers Zeit bei der Frankfurter Eintracht verlief kurios. Die SGE verpflichtete den Stürmer trotz der Tatsache, dass Güntensperger in seiner Schweizer Heimat noch eine Haftstrafe (3 Monate) wegen Trunkenheit am Steuer abzusitzen hatte. 1998 trat der 1967 geborene Spieler die Strafe an – und bekam von der Eintracht die Kündigung. Zwischen 1998 und 2001 stand Güntensperger in Lausanne und Basel unter Vertrag. Es folgten kurze Gastspiele in Thuggen und Horgen, ehe der Schweizer seine Laufbahn beim FC Reinach beendete.Rainer Rauffmann spielte ein Jahr für die Frankfurter Eintracht. Über Linz und Bielefeld fand er auf Zypern eine neue Heimat. Dort nannten ihn die Fans liebevoll "Verrückter Deutscher". Bei Omonia Nikosia avancierte er zum Superstürmer. In sieben Jahren traf er dort mehr als 180 Mal ins Schwarze. 2002 erhielt er sogar die zyprische Staatsbürgerschaft. Insgesamt stand er in fünf Partien im Trikot Zyperns auf dem Feld. 2004 beendete er seine Karriere.



Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Offensivreihen der beiden Vereine: Während die SGE vor der Saison 2013/14 für Kadlec tief in die Tasche greifen musste, verpflichtete der FSV Shinji Okazaki für 1,5 Millionen Euro - und lag damit goldrichtig. Der Japaner traf in 40 Spielen bislang 20 Mal ins Schwarze. Kadlec steht zurzeit bei sechs Treffern in 24 Spielen. Diesen Makel konnte Hübner im Sommer immerhin mit Seferovic ausgleichen.

Patrick Ochs und Marco Russ waren die letzten Spieler, die in der jüngsten Vergangenheit ordentlich Geld einbrachten. Lässt man Schwegler einmal raus, muss man schon bis zur Saison 2007/08 zurückgehen, um einen lukrativen Eintracht-Transfer zu finden. Damals wechselte Albert Streit für 2,5 Millionen Euro zum FC Schalke 04. Im Bundesliga-Vergleich ist das zu wenig. Andreas Möllers Kritik ist damit korrekt.

Was sagen Sie zum Thema Transferpolitik? Über Meinungen freuen wir uns.

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