Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 36°C

Eintracht Frankfurt: Keine Wohlfühloase für die Adler im Wintercamp

Von Die Eintracht ist ins Wintercamp nach Abu Dhabi abgeflogen. Viel Arbeit steht an – auch wenn es nicht so hart wie im Sommer werden soll. In Abu Dhabi erwartet die Eintracht-Profis viel Arbeit – bei luxuriösen Bedingungen.
So war es vor einem Jahr: der damalige Aufgalopp der Eintracht-Profis in Abu Dhabi, mit ihrem noblen Mannschaftshotel als Kulisse. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) So war es vor einem Jahr: der damalige Aufgalopp der Eintracht-Profis in Abu Dhabi, mit ihrem noblen Mannschaftshotel als Kulisse.
Abu Dhabi. 

Wenn alles gut gegangen ist, dann hat der große Tross der Frankfurter Eintracht in der Nacht zum Donnerstag Abu Dhabi erreicht. Hier wird sich der Fußball-Bundesligist zehn Tage lang vorbereiten, um im zweiten Teil der Saison nicht einzubrechen. Denn der derzeitige Platz vier ist eine riesige Überraschung für den Fast-Absteiger des Vorjahres. Zum fünften Mal in Folge sind die Adlerträger nun in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelandet, um den winterlichen Januar-Temperaturen in der Heimat zu entgehen. Es könnte das letzte Mal sein, denn einerseits läuft der Fünf-Jahres-Vertrag aus, andererseits haben sich die Hoffnungen bisher zumindest nicht erfüllt, den einen oder anderen (Öl-)Scheich überzeugen zu können, dass Investitionen in den Traditionsclub vom Main eine gute Geldanlage sind.

Gescheitert sind Anfragen meist daran, dass die Eintracht nicht in der Lage und auch nicht Willens ist, Geldgebern das Sagen zu überlassen. Trainer Niko Kovac sieht den Trainingsort entsprechend gelassen: „Wichtig für eine gute Vorbereitung ist ein guter Platz, eine gute Unterbringung und eine gute Ernährung.“ Das hat sich der Kroate versichern lassen, der sonst genauso gerne nach Spanien oder Portugal geflogen wäre. Denn einerseits beträgt die Flugzeit dorthin lediglich ein Drittel, andererseits hätte es keine Probleme mit der Zeitverschiebung gegeben.

Natürlich steigt die Eintracht wieder im „Emirates Palace“ ab, eine noble Unterkunft, die von einer riesigen Parkanlage umgeben ist. Entsprechend sind es lediglich ein paar Meter zum Trainingsplatz, der sich zumindest vor zwölf Monaten in einem hervorragenden Zustand präsentiert hatte. Und nach der Arbeit steht dann eine große Poolanlage zur Verfügung, einen Steinwurf vom (künstlichen) Sandstrand entfernt. Auch die Temperaturen, tagsüber meist deutlich über der 20-Grad-Grenze, werden sich locker ertragen lassen. Zu einer Wohlfühl-oase wird das Wintercamp für die Eintracht-Profis aber gewiss nicht.

„Das richtige Maß finden“

Dass bei so viel Luxus kein Schlendrian einziehen kann, dafür wird Niko Kovac schon sorgen. Direkt nach dem kalten Trainingsauftakt in Frankfurt am Dienstag hatte er die „Komfortzone“ für verlassen erklärt, ab sofort gelte es, an den Defiziten zu arbeiten und die Stärken auszubauen. Der Trainer hat deshalb auch einige Profis zu Hause gelassen, „denn es bringt ja nichts, wenn fünf, sechs Mann nur nebenher rennen können.“ Im Sommer hatte Kovac für eine recht harte Vorbereitung mit sehr langen Trainingseinheiten gesorgt. Diesmal wird er weniger von seinen Profis verlangen: „Bei nur drei Wochen Vorbereitung muss man das richtige Maß finden. Macht man zu viel, kann das auch nach hinten losgehen. Schließlich sollen die Spieler bei der ersten Partie in Leipzig auch geistig frisch auflaufen.“ Diese ist für den 21. Januar angesetzt.

Bilderstrecke Eintracht startet mit der Vorbereitung auf die Rückrunde
Mit zwei Neuzugängen hat die Eintracht am Montag das Training aufgenommen. Max Besuschkow und Andersson Ordonez waren mitten drin. Mit dabei auch Marco Russ. Gefehlt haben der erkrankte Szabolcs Huszti und Danny Blum. Eine Stunde später kam David Abraham. Es folgen weitere Bilder vom Training.Neuzugang Max BesuschkowNeuzugang Andersson Ordonez

So werde es Tage mit zwei, aber auch Tage mit nur einer Einheit geben, sagt Kovac. Konditionsarbeit müsse zwar auch sein, stehe aber nicht im Vordergrund. Vielmehr müsse man im Angriffsverhalten noch einige Dinge verbessern, um zu mehr Chancen und damit auch zu mehr Toren zu kommen. Die Abwehr ließ zwar in den bisherigen 16 Bundesligaspielen nur zwölf Gegentore zu (lediglich die Bayern stehen mit neun noch besser da), aber der Trainer blickt auch in die Zukunft: „Wir müssen noch bei allen Spitzenteams spielen.“ Was bedeutet, dass beispielsweise in München, Leipzig oder Dortmund noch mehr von einer starken Defensivleistung des gesamten Teams abhängen wird. Auch deshalb werde in Abu Dhabi versucht, die „Automatismen weiter zu verbessern“.

Neues Ziel im Frühjahr?

Um solche Fortschritte zu überprüfen, sind zwei Testspiele geplant. Allerdings steht mit Zenit St. Petersburg, dem Tabellenzweiten in Russland, erst ein Gegner fest. Auf ein Spiel gegen den Hamburger SV habe man aus Termingründen verzichtet. Die Hanseaten mit ihrem neuen Chef Heribert Bruchhagen an der Spitze werden erst am Wochenende ihr Quartier in Dubai aufschlagen. Die Vorrunde hat Begierden geweckt. Zumindest manche Fans träumen bereits wieder von einem europäischen Wettbewerb. Die offizielle Eintracht-Version ist dagegen weiterhin, zunächst einmal 40 Punkte zu erreichen, um den Abstieg zu vermeiden.

Elf Punkte fehlen noch. Bei 18 ausstehenden Spielen, davon neun im eigenen Stadion, müsste mehr als das machbar sein. Im vorigen Sommer hatten 50 Punkte zur Europa League gereicht. Möglich, dass man sich diese Marke im Frühjahr als neues Ziel setzen kann. Damit auf alle Fälle weiter jeder voll mitzieht, hat Kovac seinen Profis schon angekündigt, dass keiner nur dank einer guten Vorrunde einen Freibrief besitzt: „Ich setze auf einen guten Konkurrenzkampf. Jeder fängt da wieder bei Null an.“

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse