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Eintracht Frankfurt: Kevin-Prince Boateng in Frankfurt gelandet

Eigentlich sollte die kommende Saison im Vordergrund einer Pressekonferenz mit Fredi Bobic und Bruno Hübner stehen. Dann waren es aber zwei Personalien. Eine gute und eine schlechte.
Foto: Mimmo Carriero / IPA (imago sportfotodienst)
Als der Sportvorstand und der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht am Donnerstag vor die Journalisten traten, da hatte der bisherige Spielmacher gerade einen Flug hinter sich. Und der erhoffte neue „Zehner“ befand sich gerade in der Luft.
Bilderstrecke Kevin-Prince Boateng: Die krassesten Sprüche des Fußball-"Bad Boy"
Immer gut für einen derben Spruch und eine klare Ansage: Fußballprofi Kevin-Prince Boateng. In unserer Bilderstrecke präsentieren wir einige seiner krassesten Zitate aus verschiedenen Interviews."Wenn man heute etwas über den Verein liest, fällt mein Name immer noch. Es gab keinen Spieler, an dem die Öffentlichkeit mehr interessiert war. Es ist der größte Stempel, den je ein Profi bei Schalke hinterlassen hat – ob es positiv oder negativ ist." (Über seine Zeit beim FC Schalke 04)"Viele Fans, sogar Fußballspieler, bedankten sich bei mir, dass ich den DFB von Ballack befreit habe. Sie sagten: Deutschland sei nun besser." (Nach dem üblen Treter im Jahre 2010, der das WM-Aus für Michael Ballack bedeutete)
Marco Fabián war gerade in Texas gelandet, wo er sich in Housten am Samstag einer Operation an der Lendenwirbelsäule unterziehen muss. Die ersten Probleme hatte der Mexikaner bereits im Januar in Abu Dhabi verspürt und deshalb auch einen Teil der Rückrunde verpasst. Und nun, im Trainingslager in Südtirol, verspürte der Mittelfeldspieler erneut Schmerzen, die sich bis ins Knie ausdehnten, weil ein Rückenmuskel „extrem gequetscht“ war, wie Hübner kürzlich sagte.

Bis zuletzt hatten der Spieler sowie die Eintracht gehofft, mit einer konservativen Behandlung Erfolg zu haben. Dann hätte die Pause wohl nur zwei Monate gedauert. Nun müsse man mit einem Ausfall von mindestens einem viertel Jahr rechnen, obwohl die Operation von dem amerikanischen Rückenspezialisten Michael Dittmar durchgeführt werden wird. „Wir hoffen, dass Marco im Januar wieder fit ist“, so Bobic. Dies sei auch das Ziel des Spielers. Doch sicher ist eben nichts.

Hinter den Kulissen hatte die Eintracht eine Operation wohl schon länger befürchtet, denn sonst hätte sie nicht bereits am Mittwoch den vermutlichen „Ersatzmann“ verkünden können: Kevin-Prince Boateng. „Der Stand der Dinge ist: Kevin-Prince Boateng begibt sich jetzt auf den Weg nach Frankfurt. Er ist ein super spannender Spieler, den wir gerne verpflichten würden, der aber noch nicht verpflichtet ist“, sagte Bobic am Donnerstag um die Mittagszeit. Gegen 15.30 Uhr schwebte Boateng dann mit dem Lufthansaflug LH 253 auf dem Frankfurter Flughafen ein.

Boateng ein Leadertyp


Dass Boateng zumindest einmal ein „Bad Boy der Bundesliga“ war, stört bei der Eintracht niemanden. Er könne jedem Bundesligisten helfen, also auch der Eintracht, hatte Trainer Niko Kovac bereits am Mittwoch erklärt. Einen Tag später setzte Bobic noch einen drauf: „Er ist ein Spieler, der immer gewinnen möchte und mit seiner Erfahrung wird er ein Leadertyp werden.“ Vorausgesetzt, es klappt zuerst mit dem Medizincheck und dann mit der Vertragsunterschrift.

Boateng hat schon einige Erfahrung hinter sich, spielte bisher für Hertha BSC Berlin, Borussia Dortmund, Tottenham Hotspur, FC Portsmouth, AC Mailand, Schalke 04 und zuletzt für CD Las Palmas. Dort löste er den erst kürzlich bis 2020 verlängerten Vertrag aus persönlichen Gründen auf – seine Familie lebt in Mailand, eine Schwester bei Düsseldorf – und scheint noch einmal Lust auf die Bundesliga zu haben.

Bobic wischte auch Bedenken weg, der Profi sei sehr verletzungsanfällig: Er habe in der vergangenen Saison 28 Punktspiele absolviert, schoss dabei zehn Tore und bereitete fünf weitere vor: „Mit ihm wären wir noch breiter aufgestellt.“ Bobic gab an, der ehemalige ghanaische Nationalspieler sei schon seit längerer Zeit beobachtet worden. „Wir wollten ihn schon lange verpflichten“, versicherte Bobic, „jetzt war die Notwendigkeit da.“ Man verpflichte Spieler nur aus Leistungsaspekten und nicht wegen „Kumpanei“. Dies hatte eine Zeitung vermutet, weil der junge Boateng einst bei Hertha BSC mit Niko Kovac in einem Team trainiert habe. Auch das Alter sei kein besonderes Kriterium: „Mit 30 ist man ja noch kein Fußball-Rentner.“

Wenn Boateng „eingetütet“ ist, wird die Eintracht ihre Einkaufstour für diesen Sommer beenden. Bei allen Personalien habe man einerseits daran gedacht, den Teamgeist zu stärken, andererseits mehr Qualität in den Kader zu bekommen. Dies sei, so Bobic und Hübner unisono, gelungen.

Trotzdem werde man kein höheres Ziel als bisher ausgeben. Es gehe darum, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern: „Wir haben lediglich in die Konkurrenzfähigkeit und in die Zukunft investiert.“

Kovac freut sich


Mindestens zehn Mannschaften stünden vor einer sehr harten Saison und müssten aufpassen, nicht unten rein zu rutschen. Dass mit Spielern wie Boateng und de Guzman auch die Erfahrung im Kader steige, könnte gerade den jüngeren Profis weiterhelfen. Der Sportvorstand und der Sportdirektor wissen, dass ihr Trainer viele personelle und taktische Variationsmöglichkeiten schätzt: „Niko Kovac freut sich schon auf Boateng.“ Das klingt nicht so, als ob auf der Zielgeraden des Transfers etwas schief gehen könnte.
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