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Eintracht Frankfurt: Kippt die Stimmung bei den Adlern?

Von Seit Monaten spielt die Frankfurter Eintracht gegen ihren Heimkomplex an. Und ausgerechnet jetzt kommt ein Angstgegner. Gegen den VfB Stuttgart muss am Samstag endlich ein Heimsieg her.
Auch ihnen sieht man die Anspannung an: Kevin-Prince Boateng (links) und Timothy Chandler. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Auch ihnen sieht man die Anspannung an: Kevin-Prince Boateng (links) und Timothy Chandler.
Frankfurt. 

Fredi Bobic ist ein erklärter Amerika-Fan. Der Sportvorstand schickte die Fußball-Profis der Frankfurter Eintracht zum Auftakt der Saisonvorbereitung auf einen knapp zweiwöchigen Trip ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der neue Hauptsponsor ist ein US-Arbeitsvermittler. In den letzten Tagen hielt sich Bobic erneut in den Vereinigten Staaten auf, schaute sich Spiele und Spieler an. Er mag es international. Weil er diese Ausrichtung des Clubs für alternativlos hält.

Und dennoch sollte er nicht aus den Augen verlieren, was sich in Frankfurt so tut.

Dort hat die Eintracht am Samstag (15.30 Uhr) ein Heimspiel. Zu Gast ist der VfB Stuttgart, ein Aufsteiger, punktgleich. Mit über 40 000 Zuschauern im Rücken sollte ein Heimsieg normalerweise möglich sein. Aber was ist in Frankfurt in diesen Tagen schon normal?

In Eintracht für Mexiko

Mit großer Erschütterung hat man auch in Deutschland die Ausmaße der Zerstörung nach den Erdbeben in Mexiko verfolgt. Mit ihren Gedanken in der Heimat sind vor allem die Mexikaner – so auch die

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Die Eintracht hat es geschafft, ihren Heimkomplex aus der vergangenen Saison in die neue zu übernehmen: zwei Spiele in der WM-Arena gegen Wolfsburg und Augsburg, zwei Niederlagen – wobei gegen Augsburg die Formkurve gegenüber dem Kräftemessen mit den „Wölfen“ noch einmal weiter nach unten zeigte. Schon bei diesen Spielen gab es Pfeifkonzerte. Ein leises Brodeln ist zu registrieren. Ohne die Siege in Mönchengladbach und Köln wäre die Unruhe rund um den Club deutlich größer.

Kritik der Prominenz

Und sie ist ohnehin schon groß. Zum Wochenbeginn, nach der Niederlage in Leipzig, arbeitete sich Thomas Berthold via „Bild“-Kolumne an seinem früheren Arbeitgeber ab. „Fußball zum Abgewöhnen“ spiele die Eintracht, ließ der Weltmeister von 1990 verlauten: „Alles, was den Fußball schön macht, was wir an diesem Spiel lieben, fehlt: Ballan- und -mitnahme, Doppelpässe, Dribblings, schöne Spielzüge, Tempo, Flügelspiel – nichts, niente, nada“, erklärte der 52-Jährige.

Die Suche nach der „6“

Sechser sind gesucht in der Fußball-Bundesliga. Und ganz besonders bei der Frankfurter Eintracht. Es geht um Mittelfeldspieler, die das Talent vereinen, defensiv stark zu spielen und dabei noch die Offensive mit in Gang zu setzen.

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Die Eintracht habe immer als launisch gegolten, so Berthold weiter, aber eines sei immer klar gewesen: „Die Mannschaften konnten kicken. Zurzeit sehe ich hier fast keinen, der das kann.“ Bei seiner Brachialkritik nahm er die derzeit verletzten Marco Fabián und Omar Mascarell sowie Jetro Willems aus.

Nun ist es so, dass Thomas Bertholds Verärgerung auch dadurch zu erklären ist, dass er in den vergangenen Jahren möglicherweise gerne einen Posten bei der Eintracht bekommen hätte, aber nicht gefragt wurde. Doch Berthold ist nicht der einzige Frankfurter Fußball-Prominente, der sich Sorgen macht. „Jeder Fan geht doch ins Stadion, um tolle Aktionen zu sehen, bei denen du mit der Zunge schnalzt. Die gibt’s aktuell nicht. Da hat Thomas nicht unrecht“, sagt Andreas Möller, auch ein Weltmeister. Und Rekordspieler Karl-Heinz Körbel formuliert in seiner „Blickwinkel“-Kolumne für diese Zeitung (lesen Sie mehr in der Samstagsausgabe): „Keine Frage, am Samstag muss der erste Heimsieg her. Sonst kippt die Stimmung, das spürt man in der großen Eintracht-Familie.“

Angesichts vieler neuer Spieler für insgesamt 20 Millionen Euro mag es für Trainer Niko Kovac schwierig sein, die richtige Mischung zu finden. Die, die bislang gespielt haben, konnten sich kein gutes Zwischenzeugnis verdienen. Die Statistik spricht eine klare Sprache: 83 Torschüsse, aber nur vier Tore. Nur 46 Prozent Spielanteile und eine überdurchschnittliche Fehlpassquote von 21 Prozent. Königstransfer Sébastien Haller scheint seine Ablösesumme von sieben Millionen Euro wie einen schweren Rucksack auf seinen Schultern zu tragen: Der Franzose konnte erst einen seiner zwölf Torschüsse verwerten – den Elfmeter in Köln.

Und es gibt noch eine Statistik, die für Samstag nicht unbedingt großen Mut macht – die Bilanz in den vergangenen zehn Spielen gegen den VfB Stuttgart: sieben Pleiten, zwei Unentschieden, ein Sieg.

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