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Eintracht Frankfurt: Kittel: "Wir müssen positiv denken"

Von 23 Jahre alt ist der "Sonny-Boy" der Eintracht inzwischen und seit einigen Wochen endlich wieder so richtig Fußballer. Nach zwei Kreuzbandrissen hat er sich wieder herangekämpft und durfte in den letzten vier Partien dreimal ran in der Bundesliga, in der er schon 2010 als 17-Jähriger debütierte, in fünfeinhalb Jahren als Profi aber ganze 35 Mal spielte. Jetzt hofft man bei der Eintracht auf den großen Durchbruch des Supertalents.
Sonny Kittel hat sich zurückgekämpft und ist optimistisch, was den Klassenerhalt angeht. Foto: Fredrik von Erichsen (dpa) Sonny Kittel hat sich zurückgekämpft und ist optimistisch, was den Klassenerhalt angeht.

Hallo Sonny, wie fühlt man sich als Fußballprofi, der endlich wieder Fußball spielen kann?

Ich fühle mich richtig gut und freue mich jeden Tag, ins Training zu fahren und dort Gas zu geben. Dafür habe ich jahrelang gekämpft und mache seit vielen Jahren täglich Extra-Einheiten.

Wie war denn die Sache mit dem Knie und den Folgeverletzungen nun wirklich? Es gab ja viele unterschiedliche Versionen zu lesen.

Ich möchte jetzt lieber nicht mehr über die Verletzungen reden, sondern nach vorne schauen, gut trainieren und möglichst auch spielen. Fußball ist mein Traumberuf und dafür lebe ich.

Eine Frage sei noch erlaubt: Wenn man Ihre Verletzungs-Historie betrachtet und zum Beispiel die von Marc Stendera, dann drängt sich schon die Frage auf, ob nicht die Belastungen in der Jugend doch zu groß waren? Oder kann das etwas mit der besonderen Härte zu tun haben, die kreative Spieler abbekommen, wie Sie beide es sind?

Man kann versuchen, viele Erklärungen zu finden, aber am Ende ist einfach auch nur Pech. Wir sind gesund, leben professionell für unseren Beruf und tun alles, um fit zu sein. Und es macht natürlich auch einen Unterschied, ob Du ständig die gleichen Sachen hast, oder ob die Verletzungen an unterschiedlichen Bereichen entstehen.

Die sportliche Situation ist bedrohlich, die Eintracht hat nur noch ein mehr geschossenes Tor Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Wie groß ist der Druck, wie geht es Ihnen damit persönlich, wie sehr beeinflusst das Ihren Alltag?

Der Abstiegskampf ist allgegenwärtig, aber er darf uns nicht behindern. Wir müssen positiv denken und versuchen, den Druck zu verdrängen. Wir alle haben diesen Beruf gewählt, weil wir Spaß am Fußball haben. Und diesen Spaß müssen wir auch wieder auf den Platz bringen.

Sie verstehen ja ein bisschen etwas von Fußball. Können Sie uns erklären, wieso es bei Ihrer Mannschaft so gar nicht läuft? Es gibt den Vorwurf körperlicher Defizite, andere sagen, es wäre kein spielerisches Konzept zu erkennen. Was meinen Sie?

Ach, von außen lassen sich immer irgendwelche Argumente finden, warum es nicht läuft und woran es liegen könnte. Es ist ja nicht so, dass wir nicht attraktiven Fußball spielen und gewinnen wollen, aber manchmal gibt es keine plausible Erklärung für solch eine Entwicklung. Es ist aber sicherlich nicht so, dass wir körperliche Defizite haben oder kopflos auf dem Platz stehen.

Einige Spieler haben sich für Armin Veh starkgemacht, der dann doch gehen musste. Wie hat die Mannschaft das aufgenommen?

Es war ja abzusehen, dass der Verein auf die negative Serie reagiert und sich Gedanken machen musste, wie es im Sinne der Eintracht erfolgreicher weitergehen kann.

Wie erleben Sie den neuen Trainer?

Er redet viel mit uns, unterbricht öfters das Training, um uns seine Vorstellungen zu vermitteln, und will uns mehr Sicherheit geben. Man merkt an seiner Art, dass er noch vor gar nicht so langer Zeit selbst ein erfolgreicher Profi war.

Wenn man sich den Spielplan ansieht wird klar, wie wichtig das Spiel gegen Hannover ist. Aber darf man das schon zum „Endspiel“ erhöhen? Wie geht Niko Kovac damit um?

Klar ist das Spiel gegen Hannover ein sehr wichtiges, aber wir müssen versuchen, alle unsere restlichen Heimspiele zu gewinnen. Von einem Endspiel würde ich daher noch nicht reden. Es werden noch genügend mögliche Punkte verteilt. Der Trainer wird uns mit der richtigen Einstellung auf den Platz schicken – er möchte ja auch seine Heimpremiere möglichst mit einem Sieg feiern.

Und Sie? Von Ihnen erwartet man freche Dribblings, geniale Pässe, Spielfreude. Sind Sie immer noch der Typ, der einfach rausgeht und loslegt? Oder hat das gerade alles gar nichts mehr mit Spaß zu tun?

Wie ich anfangs schon sagte, ich freue mich einfach, dass ich wieder mit dabei bin, und bin von meiner Spielweise immer noch der gleiche Typ wie immer.

Bei den Fans stehen die sogenannten Eigengewächse hoch im Kurs, die Trainer sind da skeptischer. Wie lange braucht es denn, bis aus einem überragenden Juniorenspieler ein brauchbarer Bundesligaspieler geworden ist? Und kann er das im Training werden?

Da gibt es keine Formel, die man anwenden könnte. Neben dem Talent und dem unbedingten Willen gehören noch andere Faktoren dazu wie zum Beispiel sich fit zu halten und gesund zu leben. Wenn man sich dann noch im Training gegen erfahrenere Spieler behauptet, kann man es schaffen.

Letzte Frage: Schafft es die Eintracht, und wie?

Die Eintracht gehört in die Erste Liga und wir werden alles versuchen, dass es so bleibt. Natürlich brauchen wir dabei auch die Unterstützung unserer Fans und der ganzen Region nach dem Motto: Auf jetzt, Eintracht in Frankfurt!

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