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Eintracht Frankfurt: Lukas Hradecky: Vom Pokalhelden zum Pechvogel

Von Er hat schon viele Elfmeter gehalten – im Pokalfinale verursachte er den entscheidenden für Dortmund: Lukas Hradecky brennt darauf, noch einmal das Pokalfinale zu erreichen. Seine Zukunft bleibt derweil ungewiss.
Frustrierter Blick auf den Pokal: Lukas Hradecky (rechts). Bundespräsident Steinmeier war deutlich besser gelaunt. Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) Frustrierter Blick auf den Pokal: Lukas Hradecky (rechts). Bundespräsident Steinmeier war deutlich besser gelaunt.
Berlin/Frankfurt. 

In der Heimatsprache lassen sich Gefühle wohl besser beschreiben. Zum Auftakt seiner Interview-Tour machte Lukas Hradecky zweimal länger Halt bei finnischen Journalisten. Dabei zeigte der Torhüter der Frankfurter Eintracht sein gewinnendes Lächeln, das ihn zu einem Frankfurter Publikumsliebling gemacht hat, nur sparsam. Der Frust war ihm auch aus größerer Entfernung noch deutlich anzusehen. Vorher, nach dem Schlusspfiff, war er als einer der wenigen auf dem Platz stehen geblieben, die Hände in die Hüften gestemmt, den leeren Blick auf die am Boden liegenden Kollegen gerichtet.

Pechvogel statt Pokalheld: Ausgerechnet Elfmeter-Killer Hradecky wurde bei der 1:2-Finalniederlage gegen Borussia Dortmund zur tragischen Figur. „Natürlich hatte ich gehofft, dass ich wieder einen Elfmeter halte, und nicht, dass ich einen verschulde“, sagte der finnische Nationaltorwart nach seinem möglicherweise letzten Einsatz für die Eintracht.

In der 67. Minute kam Hradecky bei seinem Abwehrversuch gegen den eingewechselten Christian Pulisic im Strafraum einen Tick zu spät. „Leider konnte ich nicht komplett wegziehen. Der Schiri hat gesagt, es war ein Kontakt da. Das muss ich akzeptieren“, berichtete er später. Gegen den Elfmeter von Pierre-Emerick Aubameyang war Hradecky, der auf dem Weg ins Endspiel insgesamt fünf Strafstöße abgewehrt hatte, chancenlos.

„Kleinigkeiten entscheiden am Ende große Spiele. Ich kann dem Lukas überhaupt keinen Vorwurf machen“, sagte Trainer Niko Kovac: „Der Fehler beginnt viel früher. Wenn ein Torwart rauskommt, ist es klar, dass der Stürmer den Körperkontakt sucht – und den hat er dann ja auch bekommen. Am Ende war es ein Foul.“

Hradecky wirkte tief getroffen. „Es tut mir leid für die Jungs, es war eine lange und tolle Reise“, sagte der Torhüter: „In der Kabine war es ganz leise.“ Es klang fast wie ein trotziger Schwur, als Hradecky ergänzte: „Das einzige, was ich weiß, ist: Ich will noch mal ein Pokalfinale spielen.“ Die Frage ist, ob er das im Frankfurter Trikot tun wird. Hradecky ist – auch wegen seines noch ein Jahr laufenden Vertrages – wohl der einzige aktuelle Spieler, den die Eintracht werthaltig – sprich für mehrere Millionen Euro – verkaufen könnte, um Spielraum bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft zu haben. Noch läuft der Poker um eine Vertragsverlängerung. „Der Vater von Lukas ist ein sehr harter Verhandlungspartner“, sagt Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing. Entscheiden, und zwar bis Monatsende, müssen die Eintracht-Bosse auch im Fall Ante Rebic. Der Kroate war vom AC Florenz ausgeliehen, würde rund drei Millionen Euro Ablöse kosten.

„Wir wissen, welche Qualitäten beide haben“, sagte Kovac in Berlin: „Wir machen uns immer wieder Gedanken. Aber man kann nicht immer alles so umsetzen, wie man sich das vorstellt. Da gibt es auch die Überlegungen der Spieler und monetäre Probleme des Vereins. Wir müssen sehen, was wir stemmen können.“ Mit dem Pokalsieg und dem Einzug in die Europa League hätte die Eintracht ihren finanziellen Spielraum vergrößern können. Kovac baut deshalb schon einmal vor: „Einige Spieler werden gehen müssen, einige werden kommen. Ich will nicht sagen, dass wir wieder bei Null anfangen müssen. Aber wenn man einige Spieler verliert, ist es klar, dass unsere Ansprüche deckungsgleich mit denen in dieser Saison sein werden.“

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