Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 24°C

Eintracht Frankfurt: Lukas Hradecky im Interview: "Wir wollen unsere Chance nutzen"

Von Das Ticket fürs Pokalfinale hat Lukas Hradecky festgehalten. Bei aller Vorfreude auf Berlin: Auch in der Bundesliga hat der Eintracht-Torwart noch Ziele.
Strahlemann Lukas Hradecky freut sich schon auf das Pokalfinale. Foto: imago sportfotodienst Strahlemann Lukas Hradecky freut sich schon auf das Pokalfinale.

Hallo Lukas, wie sieht’s aus, hat die Mannschaft die kraftraubende letzte Woche und die Enttäuschung der späten Niederlage in Hoffenheim weggesteckt?

Ich denke schon, auch wenn uns die Last-Minute-Niederlage in Hoffenheim natürlich geärgert hat. Da hat es sich mal wieder gezeigt, dass man bis zur letzten Minute konzentriert sein muss. Klar, steckte das Pokalspiel von Gladbach noch in unseren Knochen und der Trainer musste wieder einmal bei der Aufstellung improvisieren.

Richtig schief gehen kann ja in dieser Saison sowieso nichts mehr, wenn man daran denkt, dass zum Abschluss noch das Pokalfinale ansteht. Oder?

Natürlich ist das Pokalfinale für uns, den Verein und für die Fans noch das absolute Highlight zum Saisonende, aber wir haben auch noch drei Bundesligaspiele vor uns und wollen diese möglichst erfolgreich bestreiten. Wir können in der Tabelle noch weiter nach oben kommen und das wäre unser Wunsch.

Dass neulich der Klassenerhalt gefeiert wurde, war aber schon ein bisschen zynisch nach Platz drei im Winter?

Jeder hat gesehen, wie schnell das im Fußball gehen kann und warum soll man nicht ein bisschen feiern, wenn man das Etappenziel erreicht hat? Zu Anfang der Saison hatte uns niemand auf dem Zettel, dann lief es gut und glücklich für uns und in der Rückrunde hatten wir ein Tief zu überwinden. Das ist wahrscheinlich normal für einen Verein wie Eintracht Frankfurt.

Zehn Spiele ohne Sieg waren eine lange Durststrecke. Das lässt sich dann mit Verletzungen, fehlendem Spielglück, individuellen Fehlern und nichtvorhandener Chancenverwertung im Einzelfall vielleicht erklären, nervt einen als Spieler und Trainer aber doch in allererster Linie. Wie sind Sie damit umgegangen?

Wir wussten alle, dass wir uns davon nicht verrückt machen lassen dürfen und weiter an uns glauben müssen. Natürlich ärgert man sich, wenn vorne die Chancen nicht genutzt werden, aber wir sind eine Mannschaft, gewinnen und verlieren zusammen.

Ist dem Trainer zwischenzeitlich mal der Kragen geplatzt? Er hat ja wohl den allermeisten Druck.

Auch er hat uns darin bestärkt, dass wir weiter an uns glauben müssen. Natürlich war er in einigen Einheiten und Ansprachen etwas lauter und deutlicher als sonst, aber insgesamt lebt er uns immer seinen eigenen Optimismus vor und zeigt uns unsere Fehler im Training und bei den Analysen.

Es heißt, es zeige sich in schwierigen Zeiten, ob eine Mannschaft zusammensteht. Zwischendurch sah es tatsächlich mal so aus als könne da bei der Eintracht ein Knacks ins Gefüge geraten sein. Wenn man dann aber den Jubel nach dem Pokalspiel anschaut, kommt der Eindruck einer geradezu innigen Verbundenheit unter den Spielern auf. Was ist denn nun die Wahrheit?

Da wird viel zu viel von außen hinein interpretiert. Natürlich ist es doch so, dass du bei einer Niederlage oder einer vergebenen Chance erstmal für dich allein sein möchtest, aber wir sind und waren immer eine Mannschaft – eine Eintracht!

Bleiben wir beim Pokalspiel in Gladbach. Nachdem Sie den entscheidenden Elfmeter gehalten hatten, haben Sie den Sprint Ihres Lebens hingelegt. Einmal quer rüber in… sagen wir 12, 13 Sekunden? War das ein spontaner Einfall? Oder wollten Sie aller Welt schon immer zeigen, wie schnell Sie sind?

(lacht) Das war teils spontan und teils die pure Freude. Keine Ahnung, warum ich so schnell losrannte. Vielleicht dachte ich, dass mich die anderen nicht einholen und unter sich begraben.

Es war ja am Ende auch ein Nervenspiel nach der überlegen geführten ersten Hälfte und den wieder einmal nicht genutzten Torgelegenheiten. Dann halten Sie einen Elfmeter und Varela nutzt den Matchball nicht. Können Sie sich erinnern, was Sie da gedacht haben?

Ich dachte, okay, die stärksten Schützen haben ihren Elfmeter gut geschossen und jetzt kommen die unsicheren Spieler – also eine Chance für den Torwart. Diese Überlegung ging ja dann auch auf. Nur das dann Varela verschossen hat, hatte ich nicht auf meinen Plan und musste halt noch einen zweiten Elfer halten. Dass dann Brane (Branimir Hrgota, Anm. d. Red.) als Ex-Gladbacher den Matchball verwandelte ist eine schöne Geschichte für ihn und natürlich für uns.

Sie wissen schon, dass in Frankfurt kein Mensch groß davon überrascht war, dass Sie die Sache geregelt haben? Die Fans trauen Ihnen alles zu, jetzt natürlich auch, dass Sie den Sieg im Endspiel festhalten.

Ich hoffe ja, dass es gar nicht erst so weit kommt und wir nach 90 oder 120 Minuten als Sieger vom Platz gehen. Aber wenn es zum Elfmeterschießen kommt, dann ist es so und ich hoffe, dass ich die Mannschaft und alle anderen nicht enttäuschen werde.

Ist die Mannschaft angesichts des Erreichten noch in der Lage, sich für die restlichen Bundesligaspiele bei geringen Aussichten auf einen Europa-League-Platz zu motivieren?

Natürlich sind wir motiviert und wollen die Chance, die sich uns noch bietet, versuchen zu nutzen. Es kann eine gute Saison für Eintracht Frankfurt werden, aber auch noch eine sehr gute.

Im Sommer steht ein erneuter Umbruch an, auch weil einige Spieler nur ausgeliehen sind. Andere, Sie zum Beispiel, stecken mitten in Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Wie ist denn da der Stand der Dinge?

Ich habe immer gesagt, dass ich mich in Frankfurt und bei der Eintracht sehr wohl fühle und daran hat sich nichts geändert.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse