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Eintracht Frankfurt: Marco Russ: Der Sieger der Saison

Von Marco Russ wieder auf dem Spielfeld – das war wie ein Märchen, wie eine Sensation. Begonnen hatte alles mit einer niederschmetternden Diagnose.
Zurück im Leben und bei den Mitspielern auf dem Platz: Marco Russ mit Töchterchen Vida auf dem Arm, Danny Blum und Mijat Gacinovic (links) Foto: Klein Foto: Christian Klein (FotoKlein) Zurück im Leben und bei den Mitspielern auf dem Platz: Marco Russ mit Töchterchen Vida auf dem Arm, Danny Blum und Mijat Gacinovic (links) Foto: Klein
Frankfurt. 

Das Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld war fast vorbei. Die Eintracht zitterte sich dem Ende entgegen. Nach einem Tor von Danny Blum führten die favorisierten Frankfurter gegen den Außenseiter aus der Zweiten Liga 1:0. Doch die Eintracht wackelte, Bielefeld drängte vehement auf den Ausgleich. Es war der 28. Februar, es war die Zeit, als die spielerische Krise ihren Anfang nahm.

Trainer Niko Kovac hatte kurz vor Schluss eine Idee. Die vierminütige Nachspielzeit hatte begonnen, als er Marco Russ für Aymen Barkok aufs Spielfeld schickte. Klar, zum einen wollte Kovac die Abwehr mit einem weiteren kopfballstarken Spieler stabilisieren, zum anderen aber half diese Einwechslung, auch das Publikum für die letzten Minuten zu motivieren.

Eine Portugiesin als Scout

Es ist eine ganz kleine Meldung auf dem portugiesischen Onlineportal „Record“: Danach hat die Frankfurter Eintracht zum ersten Mal einen weiblichen „Scout“ eingestellt, um Spieler zu beobachten.

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Marco Russ wieder auf dem Spielfeld, das war wie ein Märchen, wie eine Sensation. Russ kämpfte auf einem Fußballplatz für einen sportlichen Sieg. In den Monaten zuvor hatte er einen ganz anderen Kampf ausfechten müssen, den schwersten seines Leben.

Am 18. Mai des letzten Jahres war nach mehreren Dopingkontrollen an die Öffentlichkeit geraten, dass bei ihm dramatisch erhöhte Werte des Wachstumshormons HCG festgestellt worden waren. Von Doping war zunächst die Rede, die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein, die Wogen in Frankfurt schlugen rund um das Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg hoch.

Am 4. Juli in Idstein

Einmal die Frankfurter Eintracht als Gast auf der heimischen Anlage erleben – davon träumen ganz viele hessische Fußballvereine. Für den SV 1920 Heftrich e.V. geht dieser Traum jetzt in Erfüllung.

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Doch Russ war sich keiner Schuld bewusst und wurde schnell von den Ärzten bestätigt. Die erhöhten Werte hatten nichts mit verbotenen Stimulanzien zu tun, sondern waren durch eine Krebserkrankung aufgetreten.

Trotz der niederschmetternden Diagnose wollte Russ gegen Nürnberg spielen. Trainer Kovac stellte ihn auf, doch es wurde ein ganz, ganz schwerer Abend. Ausgerechnet Russ brachte die Gäste mit einem Eigentor in Führung, Mijat Gacinovic gelang immerhin noch der Ausgleich. Doch damit war es an diesem Abend nicht getan. Russ sah die Gelbe Karte, es war seine fünfte, fürs Rückspiel war er gesperrt.

Der eine oder andere Nürnberger, wie Trainer Rene Weiler und Torwart Raphael Schäfer, fielen durch unangemessene Kommentare auf. Später haben sie sich dafür entschuldigt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ließ bei ihren juristisch vorgeschriebenen Untersuchungen ebenfalls jedes Fingerspitzengefühl vermissen. Und auch im einen oder anderen Medium waren die selbst ernannten „Dopingjäger“ trotz eindeutiger Beweise der Unschuld übers Ziel hinausgeschossen.

Russ aber musste nun den Kampf um sein Leben aufnehmen. Die operative Entfernung des Tumors wurde an jenem Tag durchgeführt, als die Eintracht sich in Nürnberg rettete. „Es war kurz vor knapp und nicht so, dass man die OP hätte verschieben können“, hat Russ später erzählt.

Bilderstrecke Eintracht-Gerüchteküche: Wer wird als Neuzugang gehandelt?
Die Planungen für die kommende Spielzeit sind in vollem Gange. Niko Kovac und Fredi Bobic sind auf der Suche nach neuen Verstärkungen für die Eintracht. Wer wird bei den Adlern aus Neuzugang gehandelt? Wir geben einen Überblick über die Gerüchte.<br/><br/>
<b>Luka Jovic (Benfica Lissabon)</b><br/><br/>
Luka Jovic kommt. Das bestätigte jetzt Bruno Hübner. Der Wechsel stehe kurz vor dem Abschluss. Zu den Details schwieg er. (Stand 20.06.2017) Laut BILD-Zeitung soll der 19 Jahre alte Jovic für 100.000 Euro Leihgebühr von Benfica Lissabon für zwei Jahre ausgeliehen werden. Der Mittelstürmer kam mit vielen Vorschusslorbeeren nach Portugal und galt als "Super-Talent". Benfica zahlte 6,5 Mio. Euro für ihn an Limassol. Durchsetzen konnte sich der junge Mann aus Bosnien-Herzegowina aber bislang nicht.<b>Daichi Kamada (Sagan Tosu)</b><br/><br/>
Die japanische Redaktion von Football Tribe will erfahren haben, dass die SGE ein offizielles Angebot für Daichi Kamada von Sagan Tosu abgegeben hat. Der 20 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler spielt mit seinem Verein in der ersten japanischen Liga. Er ist Stammspieler und konnte in dieser Saison in 15 Spielen 6 Scorerpunkte sammeln. (Stand: 20.06.2017)<b>Andre Hahn (Borussia Mönchengladbach)</b><br/><br/>
Wird Hahn neue Offensivkraft bei der Eintracht? Ein Wechsel sei nicht realistisch, verkündete zuletzt Bruno Hübner. (Stand: 20.06.2017) Laut BILD hatte die SGE lange Interesse am Gladbacher, der keine Stammkraft unter Dieter Hecking ist. Hahn hat aber einen Marktwert von 6 Mio. Euro. Aufgrund des womöglich hohen Preises hat die Eintracht Abstand von einem Transfer genommen, verriet Hübner nun.
Zurück zu jenem trüben Dienstag Ende Februar. Ein paar Wochen vorher war Russ nach langer Reha in den Kreis der Mannschaft zurückgekehrt. Sein erstes persönliches Ziel, die Teilnahme am Trainingslager in Abu Dhabi, hatte er geschafft. Das zweite Ziel, wieder zu spielen, nun auch. Die Einwechslung, der tosende Jubel der Zuschauer, die ersten wenigen Ballkontakte, dies alles habe er wie in Trance wahrgenommen. „Es war höchst emotional“, sagt er. Nach dem Spiel stand er mit seinen Kindern an der Hand und auf dem Arm vor der Fankurve und wurde gefeiert, die eine oder andere Träne ist auch geflossen.

Im Grunde ist es DIE Geschichte der Saison, nicht nur bei der Eintracht, sondern in der ganzen Liga. Marco Russ ist DER Sieger der Saison. Die Kollegen hatten Anteil genommen an Russ’ Kampf, egal ob im eigenen Team oder bei der Konkurrenz. Wer Russ bei seinem ersten öffentlichen Auftritt Anfang August bei der offiziellen Saisoneröffnungsfeier der Eintracht gesehen hatte, ohne Haare, von den Medikamenten gezeichnet, hätte sich eine so schnelle Rückkehr nicht vorstellen können.

Russ hatte in den Monaten zuvor all die schweren Momente der Krankheit hinter sich bringen müssen, Bestrahlungen, Chemotherapien, eine Operation, mit all den Nebenwirkungen, mit all den Rückschlägen. „Da hat mich der Fußball überhaupt nicht mehr interessiert“, sagt er, „das Wichtigste im Leben ist die Gesundheit, alles andere ist zweitrangig“. Das Spiel gegen Bielefeld war der Anfang des Comebacks.

Bis zum Saisonende sind noch vier Bundesligaspiele hinzugekommen, dann auch noch ein weiteres Pokalspiel. Beim Halbfinalerfolg in Mönchengladbach gehörte der 31 Jahre alte Russ zu den erfolgreichen Frankfurter Elfmeterschützen. Und das Märchen geht weiter: In ein paar Wochen nimmt Marco Russ mit der Eintracht die Vorbereitung für die neue Saison auf. Der Club hatte, wie versprochen, den Vertrag bis 2019 verlängert.
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