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Eintracht Frankfurt: Marius Wolf: "Nicht zu 100 Prozent zufrieden"

Von Der 22 Jahre alte Offensivspieler stand schon länger auf den Zetteln der Eintracht-Verantwortlichen, ehe er im Januar von Hannover 96 geholt wurde. Jetzt möchte er endlich durchstarten – und kämpft um seine Chance: Beim1:2 in Leipzig lief er von allen Spielern seines Teams am meisten.
<b>Marius Wolf</b>: Seine Flanke auf Rebic vor dem Anschlusstreffer war perfekt. Rebic musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Der 22-Jährige arbeitete viel auf der rechten Seite und belohnte sich mit dem feinen Assist. Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst) Marius Wolf: Seine Flanke auf Rebic vor dem Anschlusstreffer war perfekt. Rebic musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Der 22-Jährige arbeitete viel auf der rechten Seite und belohnte sich mit dem feinen Assist.

Hallo Marius, eine schöne Vorlage war das in Leipzig. Leider stand es da schon 0:2.

Ja, leider. Aber am Ende war es fast noch ein 2:2, wenn der letzte Kopfball reingeht. Oder wenn das Tor nach dem Eckball zählt.

War das so geplant, wie es in der ersten Halbzeit aussah? Dass auf einen geordneten Spielaufbau verzichtet und der Ball erst einmal ausschließlich weit nach vorne geschlagen wird?

Stimmt schon, wir haben ein bisschen defensiver gespielt in der ersten Halbzeit und es eher mit langen Bällen probiert. Aber wir haben in der Pause umgestellt, weil der Trainer sicher war, dass wir besser ins Spiel kommen, wenn wir früher attackieren. Und so war es auch. Ich denke man hat gesehen, dass es dann besser funktioniert hat. Am Ende war es etwas ärgerlich, weil wir bis zur letzten Sekunde gekämpft haben und auch die Chancen hatten, noch etwas zu holen.

In der ersten Viertelstunde wurde ziemlich aufwendig versucht, die Leipziger anzulaufen. Hat der Trainer deshalb Sie und Daichi Kamada aufgestellt?

Der Grund dafür war eher, dass beispielsweise Mihat (Gacinovic, Anm. d. Red.) schon viel gespielt und deswegen eine Pause bekommen hat. Wahrscheinlich haben wir nicht speziell wegen Leipzig rotiert oder wegen des Systems, sondern eher wegen der englischen Woche und der Belastung.

Erst einmal hat hinten alles ganz gut funktioniert – bis auf die eine Chance für Timo Werner. Und dann kamen diese beiden Bälle von Boateng und Hradecky und schon hat es „geklingelt“...

Ja gut, aber ich denke mal, in der Situation geht alles sehr schnell und Lukas (Hradecky, Anm. d. Red.) wollte den Ball mit Sicherheit schon weiter weg bringen. Aber so etwas passiert halt. Außerdem hatten wir auch nach dem etwas verunglückten langen Ball noch die Chance, die Situation zu verteidigen. Es war nicht so, dass wegen dem Ball das Tor gefallen ist, sondern dass wir alle in dieser Situation nicht ganz auf der Höhe waren.

Mit mehr Zug nach vorne wurde es in der zweiten Hälfte besser, allerdings hatte Leipzig da auch mehr Chancen. Trotzdem: Es war zu erkennen, dass sich die Mannschaft mit Ball wohler gefühlt hat als ohne...

Ja, auf jeden Fall. Gegen unser frühes Stören in der zweiten Halbzeit hat Leipzig dann auch nicht mehr die großen Ideen entwickelt und selbst viele lange Bälle gespielt. Und da haben wir dann viele zweite Bälle gewonnen und konnten selbst angreifen.

Für Sie war das jetzt der erste Einsatz von Beginn an, vorher haben Sie ein paar Minuten in Köln gespielt. Was Ihnen also auf jeden Fall fehlt, ist Wettkampfpraxis. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung?

Die erste Halbzeit war schwierig, auch weil wir nicht so viel Ballbesitz hatten. Ich wollte einfach meine Aufgaben erfüllen, habe versucht so viel wie möglich zu laufen und zu tun, was der Trainer vorgegeben hat. Dass mir die Vorlage geglückt ist, war natürlich gut, aber es ist nicht entscheidend, wer die Tore macht oder die Vorlagen gibt, sondern der Erfolg der ganzen Mannschaft. Ich bin also glücklich, dass ich gespielt habe, aber natürlich nicht zu hundert Prozent zufrieden. Okay, es war erst mein zweites Spiel in dieser Saison, aber ich weiß, dass da noch mehr kommen muss.

Insgesamt läuft es für die Eintracht eher mittelprächtig. Woran liegt das ihrer Meinung nach?

Ich denke, wir hatten kein Spiel, in dem wir richtig schlecht gespielt haben. Wir hatten immer Chancen, auch gegen Wolfsburg und in Leipzig. Augsburg war vielleicht nicht so gut. Aber auch da hat man gesehen, dass wir immer fighten und alles umsetzen wollen, was der Trainer uns mit auf den Weg gibt. Wir wissen, dass wir in jedem Spiel Chancen haben, wenn wir alles geben, wenn sich jeder reinhaut . Das muss man in der Bundesliga sowieso, egal wer da als Gegner kommt. Natürlich müssen wir ganz klar auf uns schauen.

Man hat den Eindruck, dass der erste Treffer in einem Bundesligaspiel immer wichtiger wird. Wer führt, macht hinten dicht und gewinnt ganz oft. So wie die Eintracht in Mönchengladbach und Köln. Trügt der Eindruck, dass sich die Matchpläne von Niko Kovac daran orientieren?

Jedes Spiel ist anders und jeder Gegner ist anders, also gibt es auch immer einen anderen Matchplan. In Köln, das stimmt, wollten wir drauf gehen und versuchen, das schnelle Tor zu machen. Das hat geklappt und uns in die Karten gespielt, auch wenn wir nach dem 1:0 noch etwas hektisch waren. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen (...). Es ist so: Manchmal wollen wir gleich mit Vollgas draufgehen, manchmal postieren wir uns an der Mittellinie und gucken uns erst mal an, was der Gegner macht. Da gehen wir als Mannschaft natürlich den Weg, den der Trainer uns vorgibt.

Als die Eintracht Sie vor neun Monaten verpflichtet hat, war das für viele eine Überraschung. Sie hatten aber schon länger Kontakt mit den Verantwortlichen?

Ja, es gab schon Kontakt, als ich noch bei 1860 München war. Dann bin ich ja erst einmal nach Hannover gewechselt und im Januar kam dann der Anruf aus Frankfurt genau im richtigen Moment.

Wie war die Analyse des Leipzig-Spiels? Gibt es eigentlich auch immer eine Einzelkritik vom Trainer?

In der Videoanalyse sprechen wir natürlich alles an – die guten und die schlechten Sachen. Anders kommt man ja auch nicht weiter. Aber die Szenen, die da gezeigt werden, zeigen natürlich einzelne Spieler auch bei Fehlern oder bei guten Aktionen, aber darum geht es in diesem Moment nicht, sondern darum, dass alle lernen, solche Fehler zu vermeiden oder Situationen so zu lösen.

Aber Sie wissen schon ganz konkret, was Niko Kovac von Ihnen sehen will?

Ja, das auf jeden Fall. Es gibt genaue Ansagen, was zu tun ist. Vielleicht nicht immer für jeden Einzelnen, aber doch für alle Positionen. Wer bei uns diese oder jene Position spielt, weiß genau, was er zu tun hat.

Bei einem Heimspiel in der Startelf zu stehen, wäre ja etwas Neues für Sie... Sie hätten sicher nichts dagegen?

Man will immer spielen, egal ob auswärts oder zu Hause. Aber stimmt schon: Bei uns im Stadion anzufangen, das ist natürlich ein Ziel von mir.

Was meinen Sie: Als wie groß empfindet man bei der Eintracht schon den Druck vor dem Spiel gegen Stuttgart?

Wir machen uns keinen Druck. Wir schauen von Spiel zu Spiel und geben immer das Beste. Das ist aber doch ganz normal als Fußballer: Du gehst nicht in ein Spiel rein mit 80 Prozent, sondern willst gewinnen. Sonst braucht man ja nicht Fußball zu spielen. Wobei es natürlich leichter ist, wenn man das letzte Spiel gewonnen hat, aber auch nach der Niederlage in Leipzig machen wir uns nicht verrückt, sondern trainieren ganz genau so weiter wie vorher und konzentrieren uns. Wenn wir weiter so arbeiten, da bin ich sicher, kommen auch die Ergebnisse wieder.

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