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Eintracht Frankfurt: Nach Niederlage gegen Bayern: Spieler platt, Fans erzürnt

Von Nach der deprimierenden Vorstellung in München steht Eintracht-Trainer Niko Kovac in der Kritik. Die Mannschaft ist schwer verunsichert, viele Fans fordern eine vorzeitige Trennung.
Einfach nur wütend: Eintracht-Coach Niko Kovac Foto: Roland Krivec/DeFodi.de (imago sportfotodienst) Einfach nur wütend: Eintracht-Coach Niko Kovac
München. 

Niko Kovac hätte die Allianz-Arena als Triumphator verlassen können. Einen Sieg, wenigstens ein Punkt, mindestens aber eine engagierte Leistung seiner „alten“ gegen die „neue“ Mannschaft – das war bei den Voraussetzungen möglich. Doch Kovac ist schwer geschlagen gegangen. Nach dem Spiel hat sich der Noch-Trainer der Frankfurter Eintracht erst einmal nach Hause nach Salzburg fahren lassen, um im Kreis der Familie abzuschalten. Eine gute Nacht wird er wohl nicht gehabt haben.

Frust pur: Die Frankfurter Luka Jovic, Omar Mascarell und Marco Russ (von rechts) nach der dritten deutlichen Niederlage in Folge
Eintracht Frankfurt Frankfurt spielt mutlos gegen die Bayern-Reserve - Bobic ...

Die Frankfurter Eintracht war im Spiel bei Bayern München auf verlorenem Posten. Obwohl der deutsche Meister nur mit einer C-Elf antrat. Man hatte den Eindruck, dass die Mannschaft nicht in die Europa League einziehen möchte. Sportvorstand Fredi Bobic redete nach der 1:4-Niederlage Tacheles.

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Zu deprimierend war dieser erste Auftritt in seinem zukünftigen „Wohnzimmer“ nach der Bekanntgabe, dass er neuer Bayern-Trainer werden wird. Am Sonntagmorgen war Kovac zum Training wieder in Frankfurt und ist auf eine zutiefst verunsicherte und in ihren Grundfesten erschütterte Mannschaft getroffen, die er für die kommunizierten Europapokalpläne kritisierte. Er habe immer gewarnt, sagte Kovac, „denn durch Erzählen hat man noch nie etwas erreicht“. Zu viel geredet, zu wenig getan habe sein Team. „Das werfe ich der Mannschaft vor“, sagte Kovac. Dass die Gesamtsituation etwas mit dem Wechsel nach München zu tun haben könnte, weist er weiter weit von sich. „Ob Sie es glauben oder nicht: Ich war ganz entspannt, die Vorbereitung war normal und an der Seitenlinie war ich impulsiv wie immer. Ich hatte keinen einzigen Gedanken im Kopf, dass ich Bayern-Trainer werde“, sagte er. Auf die Idee, dass es vielleicht in den Köpfen seiner Spieler sein könnte, ist Kovac indes nicht gekommen. Spätestens nächsten Samstag beim Heimspiel gegen den Hamburger SV wird er wohl merken, dass es sich in den Köpfen der inzwischen weit überwiegenden Mehrheit aller Eintracht-Anhänger festgesetzt hat. Die Reaktionen nach dem Spiel waren eindeutig. In der Kurve, in den Zügen bei der Rückfahrt, in den Gesprächen, den Internetforen. Die Forderungen, Kovac noch in dieser Woche freizustellen, sind vehement. Mittlerweile regieren längst Gefühle und Emotionen.

Die Fans der Eintracht hat Kovac jedenfalls verloren. Die Frage, die sich der Vorstand stellen muss, lautet: Hat er auch die Mannschaft verloren? Dafür spricht nicht alles, aber einiges. Die Bilanz seit der Bekanntgabe seines Wechsels ist deutlich: Null Punkte, 2:11 Tore. Das ist desaströs für eine Mannschaft, die zuvor zumindest in der Defensive stabil gestanden hatte. Der Einzug in das Pokalfinale hat zwischenzeitlich zur Beruhigung beigetragen. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.

Interpretiert man Sportvorstand Fredi Bobic richtig, wird in der Führungsetage der Eintracht nicht über eine vorzeitige Trennung nachgedacht. Bobic will Kovac nicht die Schuld in die Schuhe schieben für die Negativserie. Und er will die bis vor Kurzem noch als großen Entwicklungsschritt beschriebene Zeit unter Kovac nicht komplett in die Tonne kloppen. Das würde dem 46 Jahre alten Kroaten auch nicht gerecht. Freilich muss auch Kovac Trainingssteuerung und Personalentscheidungen hinterfragen. Denn neben allen Mentalitäts- und Einstellungsproblemen wurde auch deutlich: Die Eintracht scheint körperlich am Ende zu sein, ganz ähnlich wie vor einem Jahr. Aussagen über die tolle Kondition, über die hohen Laufleistungen und die allgemeine Fitness haben sich mit den jüngsten Leistungen als Geschwätz entpuppt. Genau wie die Behauptung, es gäbe keine Muskelverletzungen, wenn die Prophylaxe gut genug sei. Doch zuletzt gab es fast in jedem Spiel einen Ausfall mit Muskelverletzung. Erst Ante Rebic, dann Jonathan de Guzmán und jetzt David Abraham, der in München aufgrund einer Bauchmuskelverletzung ausgewechselt wurde.

Jovic fehlt Coolness

Selbst Spieler, die nicht oft gespielt haben und darum auch keine hohen Belastungen hatten, können nicht mehr wirklich zusetzen. Marco Fabián spielte beim FC Bayern durchwachsen, Luka Jovic hat mit der Spritzigkeit seine Coolness vor dem Tor verloren. Und Innenverteidiger Simone Falette ist nur noch ein Ärgernis. Ihn anfangen zu lassen und Marco Russ auf die Bank zu setzen, war nicht nachvollziehbar. Ebenso wie die Einwechslung des Debütanten Marijan Cavar, der ausgerechnet in dieser vertrackten Situation im Grunde geopfert wurde. Und warum hat nach Monaten Verbannung auf Bank und Tribüne auf einmal Branimir Hrgota gespielt? Ein ähnlicher Versuch mit Aymen Barkok war vor einer Woche schief gegangen.

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