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Eintracht Frankfurt: Nach Niederlage gegen Mainz: Die Nerven liegen blank

Von Nach dem peinlichen Auftritt in Mainz wurde es laut in der Frankfurter Kabine. Sportdirektor und Spielern ist der Kragen geplatzt.
Geschlagene und ratlose Frankfurter in Mainz: Mijat Gacinovic, David Abraham, Lukas Hradecky und Bastian Oczipka (von links) Foto: Christian Klein (FotoKlein) Geschlagene und ratlose Frankfurter in Mainz: Mijat Gacinovic, David Abraham, Lukas Hradecky und Bastian Oczipka (von links)
Mainz. 

Draußen auf dem Platz feierten die Mainzer mit ihren Fans ausgelassen den ziemlich sicheren Klassenerhalt. Drinnen, nur wenige Meter von der Party entfernt, saß Niko Kovac neben seinem Trainerkollegen Martin Schmidt und starrte mit versteinerter Miene vor sich hin. Vielleicht dachte der Frankfurter Coach da noch einmal darüber nach, was er am Freitag vor der Abfahrt nach Mainz gesagt hatte: „Androhen und dann nichts machen, das zieht nicht.“ Es ging um die peinliche Darbietung vor einer Woche gegen Wolfsburg, um die daraus zu ziehenden Konsequenzen für die Mannschaft, darum, dass er ein professionelleres Auftreten verlange.

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Nach dem 2:4 (1:0) in Mainz dürfte Kovac klar geworden sein: Androhen und dann nichts machen können, das ist noch schlimmer als die neuerliche Pleite an sich.

Nicht konkurrenzfähig

Denn die Eintracht in ihrer momentanen Besetzung ist schlicht nicht mehr konkurrenzfähig. Nicht in der Liga, und wohl erst recht nicht im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund am 27. Mai. „Gegen Wolfsburg war es 90 Minuten schlecht. Diesmal war es nur 30 Minuten schlecht. Es war eine Steigerung, mehr aber auch nicht“, kommentierte Kovac den Auftritt in Mainz.

Knapp 14 Tage vor dem großen Endspiel werden die Alarmsignale immer lauter. Nach außen hin wird mühsam der Eindruck eines geordneten Weiterarbeitens gewahrt. Längst aber liegen innerhalb der Mannschaft und um sie herum angesichts der peinlichen Auftritte in Serie die Nerven blank.

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<b>Stark: </b>Branimir Hrgota. Erfüllte trotz der Niederlage sein Soll: Tor erzielt, legte Nebenmann Seferovic Chancen auf, war auch beim 2:0 maßgeblich beteiligt.<b>Mittelmäßig: </b>Lukas Hradecky. Hatte bezeichnenderweise die meisten Frankfurter Ballkontakte. Hielt alles, was zu halten war. Am Ende standen trotzdem vier Gegentore.

  Beispiel Lukas Hradecky: Der Torhüter ist eigentlich ein Sympathieträger und ein offener Gesprächspartner. In Mainz stürmte der Finne fluchend in die Kabine, wollte zunächst überhaupt nicht reden. Nach einer Phase der Abkühlung platzte es dann aus ihm heraus: „Wir spielen einfach eine schlechte Rückrunde. Wir haben viele Verletzte und wir haben keinen großen Kader mehr, aber das sind alles Ausreden“, sagte Hradecky in gewohnter Deutlichkeit. Die beiden eigenen Tore von Branimir Hrgota (42.) und Haris Seferovic (50.) waren für den Finnen „Zufall“, die Wende durch Treffer der Mainzer Jhon Cordoba (59.), Stefan Bell (62.), Yoshinori Muto (76.) und Pablo De Blasis per Foulelfmeter (90.+3) dafür umso mehr Sinnbild. „Wir kriegen vier Tore in 30 Minuten – das ist unmöglich, da muss man auch nicht mehr viel analysieren“, schimpfte Hradecky: „Jeder muss in den Spiegel schauen, auch ich, und herausfinden, ob er etwas besser machen kann.“ Offensichtlich hält sich die Mannschaft auch nur noch rudimentär an Anweisungen des Trainers: „Wir können keinen Ball annehmen, wir verursachen zu viel Freistöße, obwohl das vorher angesprochen wurde, und dann können sie auch noch frei stehend aufs Tor köpfen“, ärgerte sich der Torhüter.

  Beispiel Haris Seferovic: Der Stürmer ist auf Abschiedstour, wird die Eintracht nach der Saison verlassen. Das hat ihn nach einer Phase des Rückzuges anscheinend wieder meinungsfreudiger gemacht. „Wir haben 2:0 geführt und am Ende verlieren wir 2:4. Was soll man dazu noch sagen?“, fragte der Schweizer in die Runde: „In der ersten Halbzeit war unsere Leistung noch ganz okay, aber Mainz wollte in der zweiten Hälfte einfach mehr als wir. In der zweiten Halbzeit haben wir noch schlechter gespielt als gegen Wolfsburg. Wir müssen uns an die eigene Nase greifen und hinterfragen, ob jeder einhundert Prozent gibt.“

  Beispiel Bruno Hübner: Auch dem Sportdirektor ist in Mainz der Kragen geplatzt: „Das war viel zu wenig.“ In der Kabine gab es einen lautstarken Auftritt Hübners. „Alles, was in der Kabine besprochen wird, bleibt auch in der Kabine“, kommentiert er die Geschehnisse: „Aber es ist doch ganz klar, dass alle Verantwortlichen mit solchen Leistungen nicht zufrieden sind. Und dass wir uns dann auch mal – konstruktiv – ein bisschen lauter austauschen, ist normal.“

Und der Trainer? Kovac monierte erst wortreich die Fehler des Schiedsrichters (Abseitsstellung Cordobas vor dem 1:2, Elfmeter für Mainz, der keiner war) – um dann einzulenken: „Ich suche nicht nach Entschuldigungen.“ Jetzt bleibt zur Ehrenrettung nur noch das Pokalfinale: „Das ist etwas Besonderes, mit einer ganz anderen Atmosphäre, wenn das Flutlicht angeht.“ Ob Kovacs Profis während der kommenden zwei Wochen noch einmal ein Licht aufgeht, darf bezweifelt werden.

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