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Eintracht Frankfurt: Neuzugang: Francisco Geraldes im Anflug auf Frankfurt

Was sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet hatte, steht nun fest: die Verpflichtung des 23 Jahre alten Spielmachers von Sporting Lissabon.
Foto: Pedro Rocha (imago sportfotodienst)

Als sich die Profis der Frankfurter Eintracht am Donnerstag pünktlich um 13 Uhr in ihren schwarzen Heimtrikots zum Mannschaftsfoto aufreihten, da grinste einer noch nicht in die Kamera: Der neueste Neuzugang Francisco, genannt „Chico“, Geraldes. Was sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet hatte, steht nun fest: die Verpflichtung des 23 Jahre alten Spielmachers von Sporting Lissabon.

„Es ist ein sehr interessanter Spieler“, ließ sich Eintracht-Trainer Adi Hütter beim Vormittagstraining noch nicht in die Karten gucken, als der Geraldes-Transfer zwar bereits durchgesickert, vom Sporting-Präsidenten gegenüber portugiesischen Medien  bestätigt, die Tinte unter dem Vertrag aber noch nicht trocken war. Geraldes selbst hatte  ein Foto in den sozialen Netzwerken veröffentlicht, das ein Flugticket zeigte – mit Ziel Frankfurt. Am Mittag wurde er von Kaderplaner Ben Manga am Flughafen abgeholt.

Die Eintracht stand nach FR-Informationen seit Wochen mit dem 23-Jährigen in Kontakt, war sich mit ihm einig. Mitte Juli schaute sich der Portugiese bereits die Gegebenheiten rund um das Stadion persönlich an. Einziges Problem: die Ablöse. Während die Frankfurter maximal fünf, sechs Millionen Euro an die vergangene Saison drittplatzierten Lissaboner überweisen wollten, forderte der Traditionsklub weitaus mehr. Angeblich soll Geraldes eine Ausstiegsklausel in Höhe von 45 Millionen Euro in seinem Vertrag verankert haben – zu viel für die Hessen.

Entsprechend wurde sich nun auf ein einjähriges Leihgeschäft verständigt, ohne Kaufoption, wie José de Sousa Cintra mitteilte. „Ja, er wird verliehen und ohne Kaufoption. Er wollte spielen. Er geht hin, und dann kommt er zurück“, sagte der Sporting-Präsident. Für Geraldes ist das keine neue Situation. Auch in der Vergangenheit wurde der nur 1,74 Meter kleine Spielmacher mehrfach an andere Vereine vorübergehend abgegeben – 2016 für ein halbes Jahr an den FC Moreirense, in der vergangenen Spielzeit an den FC Rio Ave. Geraldes gilt als wendig, dribbelstark und vor allem als guter Vorbereiter. In 49 Erstligaspielen in Portugal kam er auf vier Tore und zehn Vorlagen. In der vergangenen Saison war er bei Erstligist Rio Ave unumstrittener Stammspieler und erzielte in 30 Einsätzen drei Treffer. Dazu kamen sieben Vorlagen. Das sind sicher ordentliche Werte, aber eben auch keine herausragenden.

Inwiefern sich der schmächtige 23-Jährige in der im Vergleich zur portugiesischen Eliteklasse doch deutlich körperbetonteren Bundesliga durchsetzen kann, muss sich nun weisen. Klar ist dagegen, dass die Luft für einige altgediente Eintracht-Profis noch dünner wird. Für Marc Stendera etwa, in der Vorbereitung mit deutlich weniger Gewicht als noch in der vergangenen Saison unterwegs und darüber hinaus mit guten Leistung verhaltensauffällig, dürfte in Frankfurt keine Zukunft mehr haben. Durch die beiden Neuen, Chico Geraldes und Allan Souza (siehe Artikel rechts), hat die Eintracht die Quantität im zentralen Mittelfeld noch einmal deutlich erhöht.

Hütter verkleinert Kader

Neben den drei reinen Sechsern Lucas Torro, Makoto Hasebe und Gelson Fernandes kann Trainer Hütter aktuell auf den offensiveren Zentrumspositionen zwischen Jonathan de Guzman, Marijan Cavar, Mijat Gacinovic, Marco Fabian, Allan Souza und eben Marc Stendera wählen. Neun Spieler, mehr als drei wird Hütter aber wohl nie in die Startelf beordern. „Aufgrund der drei Wettbewerbe wollen und müssen wir die Positionen doppelt besetzen“, sagte Hütter, „aber neun Spieler für drei Plätze sind natürlich zu viel.“ Heißt: Spieler müssen weg. Neben Stendera ist auch Marco Fabian ein Streichkandidat, ziemlich sicher wird der mexikanische Spielmacher aber in das am Sonntag beginnende Trainingslager in Südtirol mitfahren.

Andere Kicker des aufgeblähten Kaders werden dagegen in der Heimat schuften müssen. „Ich werde sicher nicht 28 oder 29 Spieler mitnehmen. Wir wollen dort an den taktischen Feinheiten arbeiten“, sagte Hütter. Dafür sei eine kleinere Gruppe besser. „Es wird einen Cut geben.“ Namen nannte der 48-Jährige zwar nicht, manche sind aber nicht schwer zu erraten. Die Jungprofis Nelson Mandela und Noel Knothe etwa oder auch den Japaner Daichi Kamada, der ohne echte Einsatzchance ist. Auch Stendera, Taleb Tawatha oder Branimir Hrgota, dem ja vor einigen Tagen bereits ein Vereinswechsel nahegelegt wurde, könnte es treffen.

Freilich, trainingsfrei werden die Aussortierten in der kommenden Woche nicht bekommen. Unter Anleitung von Marco Pezzaiuoli, eigentlich als Technischer Direktor das Bindeglied zwischen Jugend und Profis, darüber hinaus aber einst Bundesligacoach bei  1899 Hoffenheim, werden die Zurückgelassenen in Frankfurt weiter trainieren. „Es sind alles Spieler der Eintracht, wir müssen entsprechend auch die Rahmenbedingungen für sie herstellen“, sagte Hütter.

Bereits am Freitag im Testspiel (17 Uhr) gegen Zweitligist Greuther Fürth, das vier Wochen vor Saisonstart der Bundesliga etwas überraschend unter komplettem Ausschluss der Öffentlichkeit und auch der Medien ausgetragen wird, greift der Coach nur noch auf seinen ausgedünnten Kader zurück. Ob Chico Geraldes dann bereits sein Debüt im schwarzen Eintracht-Dress gibt, ist noch ungewiss. Ins Trainingslager aber wird er auf jeden Fall mitreisen. Und ziemlich sicher werden auch die Fotografen einen geeigneten Zeitpunkt finden, um mit Geraldes ein neues Mannschaftsfoto zu knipsen.

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