Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Eintracht Frankfurt: Niko Kovac: Der Mann mit der Goldhand

Von Durch das 2:1 in Bremen gehören die Frankfurter nun zum Verfolgerfeld der Topclubs. Der Erfolg ist hart erarbeitet.
Auf Tuchfühlung nach dem Schlusspfiff in Bremen: Niko Kovac (links) mit Abwehr-Ass Jesús Vallejo Foto: Carmen Jaspersen (dpa) Auf Tuchfühlung nach dem Schlusspfiff in Bremen: Niko Kovac (links) mit Abwehr-Ass Jesús Vallejo
Bremen. 

Niko Kovac hätte kein Problem damit gehabt, noch ein wenig zu reden. Aber da stand ja auch noch Jan Strasheim neben ihm. „Wir müssen los, der Flieger wartet“, raunte Eintracht Frankfurts Medien-Chef dem Trainer zu. Kovac brach ab, gab noch schnell die Agenda für die nächsten Stunden bekannt (nächtliches Ausradeln in Frankfurt, freier Montag, Training ab Dienstag) und verschwand nach einem kurzen Kopfnicken mit Strasheim in die Bremer Nacht. Eintracht Frankfurt 2016: Das ist bei allem derzeitigen Unterhaltungswert für die Fußball-Bundesliga vor allem eine durchgeplante Mission – mit einer ausgeklügelten Strategie und schon beinahe militärischer Disziplin.

Es hatte schon eine ziemliche Symbolkraft, dass die Eintracht am Sonntagabend ausgerechnet in Bremen siegte. In Bremen, wo der Club vor gerade einmal einem halben Jahr eine seiner schwärzesten Stunden erlebte. Wo durch ein einziges Gegentor zwei Minuten vor dem Schlusspfiff der Gang in die Relegation perfekt und der Sturz in die Zweite Liga ganz nah war. Diesmal war es die Eintracht, die am Ende der 90 Minuten den Schlussakkord spielte.

Kovac nahm das 2:1 (0:1) äußerlich gelassen. Aber der Trainer ist viel zu sehr Vollblut-Fußballer. Diese ganz besondere Inszenierung war für ihn Erlösung und Belohnung in einem. Die Bestätigung dafür, dass mit harter Arbeit im Fußball vieles möglich ist – und noch mehr, wenn der Trainer eine goldene Hand hat. Hier die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

 

Stabilität: Die Eintracht ist seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen, hat von den vergangenen fünf Bundesliga-Partien drei gewonnen. Bonuspunkt: Die Eintracht, in den zurückliegenden Jahren auswärts ein gerngesehener Gast, hat sich in der Fremde zu einer echten Macht entwickelt. Mit zehn Punkten rangiert sie auf Rang drei der Auswärtstabelle. Das Gesamtklassement weist sie weiterhin auf Rang sieben aus, mit 21 Zählern ist sie allerdings punktgleich mit vier weiteren Teams – darunter auch mit dem Dritten Borussia Dortmund, der am Samstag nach Frankfurt kommt.

 

Starke Abwehr: Die Eintracht hat nach elf Liga-Spielen erst neun Gegentreffer zugelassen. Nur Tabellenführer Leipzig (ebenfalls neun), der 1. FC Köln (8) und Bayern München (7) stehen in der Defensive besser.

 

Die Joker: In Bremen hat Niko Kovac eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 1:1 eine Entscheidung getroffen, mit der man nicht unbedingt zwingend rechnen konnte. Aymen Barkok kam für Mijat Gacinovic aufs Feld. Aymen wer? Inzwischen kennt man in Deutschland das Gesicht des 18-Jährigen, der in Bremen seinen ersten Bundesliga-Einsatz hatte. Und seinen ziemlich feinen linken Fuß, mit dem er den Siegtreffer erzielte. „Wir wissen, was Aymen am Ball kann“, sagt Kovac. Zurzeit steht er im Kader der U 19, sein Vorbild ist Zinedine Zidane. Da kann also noch mehr kommen.

Nouri ist sich keiner Schuld bewusst

Dass das späte 1:2 (1:0) aus Max Kruses Fehler entstand, war auch Werder-Trainer Alexander Nouri klar. „Das zweite Gegentor resultiert aus unserem Ballverlust, der unnötig war“, sagte der Bremer

clearing

 

Alexander Meier: Seit Beginn der Saison wird viel über den 33-Jährigen diskutiert und spekuliert. Seine Kapitänsbinde trägt inzwischen oft Abwehrchef David Abraham. Stammspieler ist der von den Fans in Bremen minutenlang als „Fußballgott“ besungene Norddeutsche nicht mehr. Am Freitag vor dem Spiel in Bremen hat Niko Kovac über Meier viel in der Vergangenheitsform gesprochen. Am Sonntagabend kehrte er in die Gegenwart zurück. Mit dem 1:1 sechs Minuten nach seiner Einwechslung. Aus dem Nichts. Typisch Meier. So wie sein Kommentar: „Ich mache mir nicht viele Gedanken, sondern komme einfach rein und probiere, ein gutes Spiel zu machen. Manchmal klappt es und manchmal nicht.“

Es war sein viertes Saisontor, das erste in der Fremde. Diskussionen verstummt. Zumindest vorerst. Meier machte in Bremen trotz seines Treffers einen angesäuerten Eindruck. Sein Trainer weiß um das Konfliktpotenzial. Vor dem Spiel hatte er die „Bankangestellten“ noch einmal auf ihre Verantwortung für die Stimmung im Team eingeschworen.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse