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Eintracht Frankfurt: Nur noch ein Schritt bis Berlin

Von Mit individuellen Fehlern zerstört Mainz seine Chancen auf das Weiterkommen. Gastgeber Frankfurt genügt eine konzentrierte Leistung, um zum 13. Mal in ein DFB-Pokal-Halbfinale einzuziehen.
Jubelnd ins Halbfinale: die Frankfurter Makoto Hasebe (links), Marco Russ und Marco Fabian (rechts). Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst) Jubelnd ins Halbfinale: die Frankfurter Makoto Hasebe (links), Marco Russ und Marco Fabian (rechts).
Frankfurt. 

Bruno Hübner ist ein Mann, der im Profifußball schon ein paar Jahre dabei ist und einiges erlebt hat. Aber so ganz konnte sich auch der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht nicht erklären, warum der Flirt seines Clubs mit Berlin seit gestern Abend ein gutes Stück ernster geworden ist. „Ich freue mich natürlich. Es war ein verdienter Sieg“, meinte Hübner nach dem 3:0 (1:0) der Eintracht im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Mainz 05: „Aber die Mainzer waren heute nicht auf Augenhöhe. Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat.“

Am Ende aber, das betonte auch Sportvorstand Fredi Bobic, „zählt nur das Ergebnis“, auch wenn er die Leistung seines Teams selbst „nicht so begeisternd“ fand: „Aber Glückwunsch an uns alle. Es ist schön im Halbfinale zu stehen.“

Frankfurts Spieler feiern nach dem 3:0-Sieg vor dem Fanblock.  Foto: Arne Dedert/dpa
Eintracht Frankfurt Adlerauge: Lockeren Schrittes ins Halbfinale

Völlig verdient zieht die Eintracht nach einem einseitigen Rhein-Main-Duell ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Ein Kommentar.

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Es lag aber wohl dann doch schon eher daran, dass die Mainzer „kollektiv nicht auf dem Platz waren“, wie deren Trainer Sandro Schwarz in schonungsloser Härte hinterher analysierte. Bei allen drei Frankfurter Toren hatten seine Spieler die Füße mit im Spiel. Torhüter Rene Adler beim 1:0 durch Ante Rebic (17.), Alexander Hack bei seinem Eigentor (53.), und dann noch einmal Hack vor dem 3:0 durch Omar Mascarell (62.).

Eintracht-Trainer Niko Kovac hatte natürlich registriert, dass die Tore seiner Mannschaft aus eklatanten Fehlern des Gegners resultierten. „Aber wir haben diese Fehler auch hervorgerufen. Meine Mannschaft hat nach der Leistung von Augsburg eine Reaktion gezeigt. Das war nicht sehr gut, aber gut.“ Zum zweiten Mal in Folge im DFB-Pokal-Halbfinale – das sein schon respektabel: „Da wollten wir hin. Es ist schon ein elitärer Kreis, in dem Eintracht Frankfurt sich dort befindet.

Dass Kovac nach der Pleite in Augsburg gegen die Mainzer rotieren würde, war abzusehen. Am Ende waren es gleich vier Spieler aus der Startelf vom vergangenen Sonntag, die eine Pause erhielten: Simon Falette, Timothy Chandler, Mijat Gacinovic und Luka Jovic. Gacinovic, der in Augsburg unwirsch auf seine Auswechslung reagiert hatte, stand nicht einmal im Kader. Neu ins Team rückten Marco Russ als rechtes Glied der Dreierkette, Danny da Costa auf die rechte und Jetro Willems auf die linke Außenposition. Und Ante Rebic ersetzte nach seiner Sperre Jovic im Angriff.

Bilderstrecke Einzelkritik: So haben sich die Adler gegen Mainz geschlagen
Wie haben sich die Adler im Pokal gegen den FSV Mainz 05 geschlagen? In unserer Einzelkritik nehmen wir die Spieler unter die Lupe.Omar Mascarell: Er macht im Mittelfeld den Unterschied. Gewann viele Zweikämpfe, spielte saubere Pässe und erzielte ein feines Tor.

Bei den Mainzern gab Adler sein Comeback im Tor. Er hatte sich in der zweiten Pokalrunde Ende Oktober beim Sieg gegen Holstein Kiel eine Oberschenkelverletzung zugezogen und seitdem kein Spiel mehr bestritten. Und Adler stand beim Frankfurter Führungstreffer gleich im Mittelpunkt. Der Ex-Nationaltorhüter verstolperte im Strafraum einen Rückpass des Ex-Frankfurters Stefan Bell gegen den konsequent nachsetzenden Ante Rebic, das Leder gelangte zum aufgerückten Marius Wolf. Der passte zurück zu Rebic, und der schob zum 1:0 ein (17.).

Die Führung war vielleicht ein wenig glücklich. Aber die Eintracht hatte sie sich auch durch eine engagierte Anfangsphase verdient. Der Ball lief deutlich ansehnlicher durch die Frankfurter Reihen als einige Tage zuvor in Augsburg. Der verbesserte Sébastien Haller bereitete die erste Chance für Marius Wolf vor, doch dessen 20-Meter-Schuss ging über das Tor (6.). Rebic scheiterte kurz danach mit einem Flachschuss, den Kopfball von Marco Russ nach einem Eckball von Wolf meisterte Adler. Und Kevin-Prince Boateng traf nach einem Freistoß von Wolf nur das Außennetz (28.).

Es war Musik drin vor 48 200 Zuschauern, was auch daran lag, dass die Mainzer über weite Strecken der ersten Halbzeit nichts zuwege brachten. Vom Selbstbewusstsein, dass man sich angeblich beim 0:2 gegen die Bayern geholt hatte, war nichts zu sehen. Ein Feuerwerk brannten sie auf dem Platz nicht ab. Dafür einige unverbesserliche 05er-Anhänger in der Mainzer Kurve. Die Stadionaufsicht musste mehrfach mit Durchsagen eingreifen.

Nach einer halben Stunde entwickelte sich dann doch so etwas wie ein leichtes Mainzer Übergewicht, weil die Eintracht den Druck etwas heraus genommen hatte. Aber mehr als der 25-Meter-Schuss von Danny Latza über das Tor von Hradecky sprang nicht heraus. Offensiv waren die „Karnevalisten“ zu Beginn der tollen Tage insgesamt eine Enttäuschung.

Und auch defensiv leisteten sie sich – wie schon vor dem 1:0 der Eintracht – weiter heftige Schnitzer. Die zweite Halbzeit war gerade acht Minuten alt, da stand es schon 2:0. Sébastian Haller holte einen weiten Schlag seines Torhüters am gegnerischen Strafraum aus der Luft, Gegenspieler Bell verschätzte sich dabei, Haller spielte das Leder in die Mitte und der Mainzer Hack beförderte es an Rene Adler vorbei ins Netz. Sein Trainer Sandro Schwarz war fassungslos: „Wir haben uns selbst geschlagen. So wie wir die Tore kassiert haben, kannst du in keiner Liga ein Spiel gewinnen. Und auch nicht im Pokal.“

Omar Mascarell machte dann nur weitere neun Minuten den Deckel drauf. Alexander Hack war erneut der Unglücksrabe. Er verlor am Strafraum gegen Mascarell den Ball und der Spanier lief alleine auf Adler zu und lupfte zum 3:0 ein. Es war sein erstes Tor für die Eintracht.

Dann durfte Marius Wolf gehen. Für den Frankfurter Shooting Star, der sich bei der Vorbereitung des 1:0 an der operierten rechten Schulter weh getan hatte, kam Marco Fabián nach seiner langen Verletzungspause zum umjubelten Comeback in der Frankfurter Arena. Die Eintracht war klarer Chef auf dem Rasen. Und so dufte in der 73. Minute auch Ante Rebic früher Feierabend machen. Für ihn kam Luka Jovic. Zu guter Letzt holte sich noch Omar Mascarell einen Sonderapplaus ab. Der Spanier machte für Gelson Fernandes Platz (79,). Unschöner Schlusspunkt: In der 82. Minute sah der Mainzer Danny Latza nach einem groben Foul an Marco Fabián an der Außenlinie die Rote Karte. Aber die Mainzer werden in den nächsten Tagen noch viel mehr aufzuarbeiten haben.

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