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Eintracht Frankfurt: Ohne Boateng und Mascarell läuft nichts zusammen

Von Bei der enttäuschenden Reise nach Stuttgart wurden Boateng und Mascarell schwer vermisst. Sie sind bei der Eintracht schwer zu ersetzen.
Schwer vermisst bei der Niederlage in Stuttgart: die Frankfurter Strategen Kevin-Prince Boateng (hinten) und Omar Mascarell. Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst) Schwer vermisst bei der Niederlage in Stuttgart: die Frankfurter Strategen Kevin-Prince Boateng (hinten) und Omar Mascarell.
Frankfurt. 

Unter der Woche war Kevin-Prince Boateng noch ganz zuversichtlich gewesen. „Die Jungs schaffen das ohne mich“, hatte er vor dem Termin beim VfB Stuttgart gesagt, bei dem er wegen zu vieler Gelber Karten zum Zuschauen verurteilt sein sollte – um am Samstag dann vor dem Fernseher zu erleben, dass er sich in diesem Punkt geirrt hatte. Hinterher konnte eifrig darüber gestritten werden, ob die Reise an den Cannstatter Wasen nicht so enttäuschend für die Frankfurter Eintracht verlaufen wäre, hätte ihr Anführer mitmischen dürfen. „Wir haben im Kollektiv versagt. Ich weiß nicht, ob Kevin das alleine hätte herumreißen können“, gab sein Trainer Niko Kovac zu bedenken. Ob das Endergebnis von 0:1 aber nun anders ausgesehen hätte oder nicht – unübersehbar war es in jedem Fall, wie sehr der gesperrte Boateng und auch Omar Mascarell, sein angeschlagener Kompagnon im Mittelfeld, fehlten. Ohne die beiden Bosse herrschte in der Schaltzentrale ein Vakuum, das die Ersatzmänner nicht füllen konnten.

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Eintracht Frankfurt Taktiktafel: In Stuttgart nicht anspielbar und ohne Zugriff

Nach der Niederlage in Stuttgart hagelte es teilweise harsche Kritik für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac – auch aus den eigenen Reihen. „Wenn Du nicht am Limit spielst, kannst Du solche Spiele auch verlieren“, meinte beispielsweise Sportvorstand Fredi Bobic. Ein harter Vorwurf, doch im entscheidenden Moment ging die Eintracht tatsächlich nicht an ihre Grenzen.

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Der Kader ist breiter geworden. Das sollte helfen, in dieser Rückrunde nicht so tief abstürzen wie im vorigen Jahr. Gewisse Ausfälle aber sind immer noch schwer zu verkraften: Bei aller Arbeit im Kollektiv ist es doch auch die individuelle Klasse einzelner Spieler, die das Ganze auf ein höheres Niveau heben und den Unterschied ausmachen können. So hängt der bessere Fußball, den die Eintracht seit dem Neustart im Januar regelmäßig ihrer Kampfkraft und taktischen Disziplin beimischt, nicht nur an den fleißigen Übungen im Wintercamp an der Costa Blanca. Sondern eben auch an der Rückkehr Omar Mascarells, der nach seiner Achillessehnen-OP die ganze Hinrunde über nur zuschauen konnte, aber verblüffend schnell und gut wieder die Strippen zog und mit Boateng dafür einen bisweilen kongenialen Partner gefunden hat. „Das sind zwei Superspieler. Alle, die hier gespielt haben, können aber auch kicken und haben unser Vertrauen. Wir haben einfach als Mannschaft nicht gut agiert“, fasste Kollege Marius Wolf nach dem Fehlen der beiden Strategen in Stuttgart zwar nicht unzutreffend zusammen, ganz im Stil des Trainers. Er nannte als einen Posten auf der langen Mängelliste aber auch: „Wir haben den Ball nicht schnell genug laufenlassen.“

Da hätte Mascarell mit Präzision und Pass-Schärfe gewiss helfen können, doch der geprellte Fuß schmerzt immer noch zu sehr. Sein Vertreter Makoto Hasebe hingegen spielte arg oft quer oder nach hinten und ungewohnt viele Fehlpässe. Und Mijat Gacinovic verhaspelte sich bei allem Einsatz viel zu oft – über die strategischen Fähigkeiten von Mascarell oder Boateng verfügt der flinke Dribbler noch zumindest nicht. Als der VfB Stuttgart dann nach der frühen Führung sein Bollwerk aufbaute, fiel man zurück in zähe Hinrunden-Zeiten, als die Eintracht mit dem Ball am Fuß regelmäßig verzweifelte an solchen Aufgaben.

Real will Mascarell zurück nach Madrid holen

Die Chancen, dass Omar Mascarell über diese Saison hinaus bei der Frankfurter Eintracht auftrumpft, sind offenbar nicht besonders groß.

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Dass sich einer richtig gegen die Pleite auflehnte, war auch nicht unbedingt zu erkennen. Da hätte der bald 31 Jahre alte Boateng mit seinen Führungsqualitäten gewiss eine Vorbildrolle einnehmen können. „In Augsburg haben wir mit ihm auch verloren“, erinnerte Kovac indes trocken. Und mit Mascarell übrigens ebenfalls. An der allgemein mangelhaften Einstellung lag die Niederlage gewiss mindestens ebenso wie an den prominenten Ausfällen in der Aufstellung. „Es hat vielleicht die letzte Gier gefehlt“, mutmaßte Sportvorstand Fredi Bobic.

Auf die überragende Partie gegen Leipzig folgte in Stuttgart ein schlechtes, so wie nach dem Gladbach-Sieg in Augsburg – vor allem der Aufarbeitung dieses Phänomens wird sich Niko Kovac diese Woche widmen. Wobei der Trainer gewiss nichts dagegen hätte, wenn sich das Wechselspiel gegen Hannover 96 am Samstag turnusgemäß wieder zum Guten wenden würde. Und betont selbst den Wert seiner Mittelfeld-Lenker für diese Herausforderung: „Ich hoffe, dass Omar und Kevin ihren Teil dazu beitragen können.“

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