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Eintracht Frankfurt: Omar Mascarell: "Nobody is perfect"

Von So wünscht man sich einen Sechser: Der Spanier ist Abräumer und Spielgestalter zugleich. Und das nach einer Achillessehnenoperation, wegen der er die komplette Hinrunde verpasst hatte.
Omar Mascarell jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 für die Frankfurter. Foto: Arne Dedert Omar Mascarell jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 für die Frankfurter.

Hallo Omar, in Deutschland wird gerne über das Wetter geplaudert. Dabei wäre es doch wohl besser, an etwas anderes zu denken? Wie geht es Ihnen mit dem Winter?

Ganz gut. Zum einen ist es ja nicht mein erster Winter hier in Frankfurt. Zum anderen habe ich die winterliche Kälte auch an der einen oder anderen Station meiner Karriere bereits zu spüren bekommen. Ich komme mit den klimatischen Gegebenheiten aber insgesamt gut klar, auch wenn ich das durchgehend schöne Wetter auf Teneriffa natürlich schon etwas vermisse.

Was gibt es zum Pokalspiel gegen Mainz zu sagen?

Wir haben allen Grund zur Freude: Ich bin glücklich darüber, dass wir uns im Viertelfinale durchgesetzt haben und damit im Halbfinale stehen, ich mein erstes Pflichtspieltor für die Eintracht erzielt habe und es nur noch ein Schritt bis nach Berlin ist.

In den fast schon „milden“ Januartagen hat die Eintracht in der Bundesliga einen großen Schritt getan mit sieben Punkten aus drei Spielen. Und Sie haben das Spiel Ihres Teams schon maßgeblich beeinflusst. Die Verletzung spielt anscheinend keine Rolle mehr?

Es war eine schwere Zeit, die erste schlimmere Verletzung meiner Karriere. Zum Glück liegt sie nun hinter mir. Ich freue mich einfach, wieder voll dabei zu sein, überhaupt keine Schmerzen mehr zu haben und mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen.

Gegen Freiburg hat man ansatzweise noch gesehen, dass Sie in den Wettkampf und die Mannschaft hineinfinden müssen, in Wolfsburg und gegen Mönchengladbach waren Sie dann schon der dominierende Spieler auf dem Platz. Und niemand war überrascht ...

Naja, vielleicht war es doch ein wenig überraschend, zumindest haben das viele nicht so erwartet. Ich kann mich nur beim Trainerteam für das Vertrauen bedanken und bei den Mannschaftskollegen für die Art und Weise, wie sie mich wieder aufgenommen und mir die Arbeit erleichtert haben. Ich bin in ein sehr gut funktionierendes Team zurückgekehrt und habe die Ausfallzeit optimal genutzt, um noch stärker zurückzukommen.

Sie haben offensichtlich ganz genau gewusst, was Sie einbringen müssen – auch taktisch – nach den vielen Spielen, die Sie als Zuschauer erlebt haben?

Aufgrund der langen Verletzungspause bin ich zwangsläufig verstärkt in die Beobachterrolle geschlüpft und habe alle unsere Spiele genauestens verfolgt. So konnte ich mir von unseren Neuzugängen ein Bild machen. Ich bin ohnehin jemand, der sehr gerne das Spielgeschehen analysiert und nach Dingen sucht, die man verbessern kann. Für mein Comeback war wie gesagt sehr hilfreich, dass ich ein intaktes Mannschaftsgefüge vorgefunden habe, das ist meines Erachtens die Grundvoraussetzung, um seine Leistung zu bringen.

Was war denn in Augsburg anders? Warum hat das Spiel Ihrer Mannschaft da nicht funktioniert? Hatte die Aussicht auf den zweiten Tabellenplatz etwas damit zu tun?

Mit der Aussicht auf Platz zwei hatte das nichts zu tun. Augsburg ist eine harte Nuss, sie haben eine extrem hohe Spielintensität an den Tag gelegt und mit langen Bällen agiert. Dies hat uns zumindest an dem Tag nicht gelegen. Am Ende kann man sagen: Sie haben ihre Leistung gebracht, wir nicht. Aber wir haben daraus gelernt und werden alles tun, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Fehler sind dazu da, dass man die richtigen Schlüsse aus ihnen zieht und sich stetig weiterentwickelt.

Gut war, dass es nur eine Ecke für den Gegner gab. Normalerweise hätte da ein Tor fallen müssen. So wie bei den beiden Freistößen aus dem Halbfeld, die zum 1:0 und 2:0 geführt haben. Die neuen Verteidigungsstrategien bei Standardsituationen müssen wohl noch einmal überdacht werden?

Aus meiner Sicht muss da nichts groß geändert werden. Wir haben das immer auf dem Schirm und arbeiten kontinuierlich daran, Gegentore nach Standards zu verhindern. Nur weil es in einem Spiel mal nicht so gelaufen ist, wie es hätte laufen sollen, muss man nicht alles gleich verdammen. Hauptsache, man lernt aus den Fehlern.

Haben Sie sonst noch Ideen, wie man das Spiel Ihrer Mannschaft verbessern könnte?

Es gibt immer etwas, was man verbessern kann. Nobody is perfect. Ich denke, wir lernen jeden Tag dazu und sind auch sehr lernwillig. Ob nun, wie vorhin beschrieben, im Defensivverhalten oder in anderen Bereichen, wir dürfen nicht einen Deut nachlassen und müssen den Anspruch haben, uns jeden Tag verbessern zu wollen. Mit dieser Einstellung können wir noch weit kommen.

Wie schätzen Sie denn die Situation im Kampf um die Europapokal-Plätze ein? Und soll man nun ein konkretes Ziel anpeilen oder lieber nicht?

Ich verstehe, dass die Fans vom europäischen Wettbewerb träumen, und habe auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, ganz im Gegenteil (lacht). Trotzdem sollten wir bodenständig bleiben und zusehen, dass wir so schnell wie möglich unsere 38 Punkte haben. Dann können wir die Messlatte immer höher ansetzen. Wenn wir weiter so arbeiten wie bisher, haben wir hinten raus schöne Perspektiven, was den weiteren Saisonverlauf angeht.

Die Steigerung der Eintracht im Vergleich zur Rückrunde der vergangenen Spielzeit ist jedenfalls beachtlich. Woran genau liegt das Ihrer Meinung nach?

Wir haben diese Saison einen breiteren Kader und weniger Verletzungspech als in der vergangenen Spielzeit. Letzteres möge auch bitte schön so bleiben. Die Arbeit des Trainerstabs, gepaart mit der Arbeitsbereitschaft der Spieler, zahlt sich aus und schlägt sich in der Positivspirale nieder. Jetzt gilt es, alles dafür zu tun, dass diese Dynamik nicht abreißt.

Es wird wild spekuliert über Ihre Zukunft, über die Rückkaufoption von Real Madrid und wohin Real Sie dann weiterverkauft. Einen gewissen Einfluss werden Sie darauf ja hoffentlich haben?

Ich hoffe natürlich, mitberücksichtigt zu werden. Real Madrid weiß, wie wohl ich mich hier fühle und dass die Eintracht mir vertraut. Ich weiß nicht, was passieren wird. Fakt ist, dass ich glücklich bin bei der Eintracht, glücklich, hier zu spielen. Ich fühle mich wertgeschätzt. So etwas will und braucht man als Spieler. Ich freue mich, diesem Verein und dieser Mannschaft anzugehören.

Sagen Sie uns bitte noch: Wie sieht man Eintracht Frankfurt in Spanien? Müssen Sie Ihren Freunden zu Hause erst erklären, was das für ein Verein ist?

Die Eintracht genießt in Spanien einen hohen Bekanntheitsgrad. Nicht erst seit dieser Saison. Das war schon letztes Jahr so, als Jesús (Vallejo, Anm. d. Red.) hier gespielt hat. Die tolle Hinrunde, die insgesamt erfolgreiche Saison, das Pokalfinale, all dies ist den Leuten in Spanien nicht verborgen geblieben.

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