Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 7°C

Eintracht Frankfurt: Omar Mascarell wird sehnsüchtig erwartet

Von Über sieben Monate konnte Omar Mascarell nicht mit den Eintracht-Kollegen gegen den Ball treten. Gestern hat er sich zurückgemeldet.
Grund zur guten Laune: Omar Mascarell (links) und auch Timothy Chandler melden sich nach ihren Zwangspausen im Mannschaftstraining zurück. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Grund zur guten Laune: Omar Mascarell (links) und auch Timothy Chandler melden sich nach ihren Zwangspausen im Mannschaftstraining zurück.
Frankfurt. 

Omar Mascarell scheint in diesen Tagen und Wochen kaum aus dem Strahlen herauszukommen. Nach einer so langen Leidenszeit hat schließlich selbst die Rückkehr zu alltäglichen Gewohnheiten schon einen besonderen Reiz. Glücklich war er bereits Anfang Oktober gewesen, als er nach zweieinhalb Monaten in Reha-Zentren wenigstens wieder an der frischen Luft laufen durfte, da störte auch der verregnete hessische Herbst nicht. Noch besser fühlte es sich gestern freilich an, endlich wieder gemeinsam mit den Kollegen von der Frankfurter Eintracht gegen den Ball zu treten, an einem kalten Dezemberdienstag. „Das war überragend“, berichtete Mascarell hinterher. „Es war so vereinbart, dass ich diese Woche wieder einsteige“, erklärte er. „Dass es geklappt hat, freut mich sehr. Ich habe auch hart dafür gearbeitet. “

Bilderstrecke Eintracht-Training: Vorbereitungen auf das Heimspiel gegen München
Am 5. Dezember 2017 bereitete sich die Eintracht beim Training in der Commerzbank Arena auf das Spiel gegen Bayern München vor. Danny da Costa (Eintracht Frankfurt) gegen Ante Rebic (Eintracht Frankfurt), Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt) sieht zu.Trainer Niko Kovac (Eintracht Frankfurt).Torwart Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt).

Erstmals machte der 24-jährige Spanier gestern Nachmittag wieder das volle Programm beim Mannschaftstraining des Fußball-Bundesligisten mit, auf den Rasenplätzen vor der Arena, erstmals nach über sieben Monaten. Und die wichtigste Erkenntnis danach war, dass die Achillessehne keine Beschwerden bereitete. „Es gibt schon noch Momente, wo es mal etwas zieht. Aber das ist normal“, sagte er. Sehnsüchtig erwartet hat er diesen Tag, an dem er wieder richtig mitmischen kann, und wenn man seine Mitspieler so hört, klingt das so, als hätten auch sie seine Rückkehr herbeigesehnt.

„Ich habe zu Omar schon gesagt, es wird Zeit, dass du zurückkommst. Dann kannst du dir die Bälle abholen und ich spiele weiter vorne“, erzählte beispielsweise Kevin-Prince Boateng, und Mijat Gacinovic fand ebenfalls in der vergangenen Woche nur lobende Worte über den schmerzlich vermissten Kollegen. „Omar hat Ruhe am Ball und macht die einfachen Dinge“, nannte er da Qualitäten Mascarells, die der Eintracht derzeit gut zu Gesicht stehen würden.

Um seinen Stellenwert in der Mannschaft braucht sich der Mann aus Teneriffa mit spanischem Pass und Wurzeln in Äquatorialguinea nicht zu sorgen. Wie sehr ihn auch Niko Kovac schätzt, zeigt allein schon ein Blick in die Datenbank. In der vergangenen Saison spielte der defensive Mittelfeldspieler, so lange er konnte, bei fast jedem Pflichttermin durch, bei 30 von 35 Gelegenheiten – unter einem Trainer, der eigentlich gerne mal sein Personal durchwechselt. Zweimal fehlte Mascarell wegen seiner großen Sammlung an Gelben Karten gesperrt, einmal wurde er nur eingewechselt, einmal kurz vor Schluss ausgewechselt. Und dann noch einmal, notgedrungen, im sonst so erfreulichen Pokalhalbfinale bei Borussia Mönchengladbach am 25. April, als nach einer Stunde plötzlich gar nichts mehr ging mit der schon eine Weile zwickenden Achillessehne.

Der vergebliche Versuch, um eine Operation herumzukommen, der dann doch erforderliche Eingriff, die dadurch noch längere Zwangspause – all das hat er abgehakt. „Das ist Vergangenheit, ich schaue nur nach vorne“, sagt Omar Mascarell.

Schmerzfrei bleiben

Für immer mal wiederkehrende Gerüchte um Abwerbungsversuche aus Hoffenheim hat er dabei gar keinen Kopf. „Ich bin hier überglücklich. Mir geht es nur darum, wieder fit zu werden und mit meiner Mannschaft auf dem Platz zu stehen“, versichert er. Die Punktausbeute stimmt bislang auch ohne ihn voll und ganz, bei den sich durch die ganze bisherige Saison ziehenden Problemen im Spielaufbau aber könnte er durchaus helfen. „Omar hat immer Präsenz gezeigt, Verantwortung übernommen und Bälle verteilt“, erinnerte Kovac schon nach dem 1:0 im Köln im September daran, wie wichtig Mascarell in der Saison zuvor in dieser Hinsicht war.

Vor allem in der so erfolgreichen Hinrunde war es eine Stärke der Eintracht, den Ball bisweilen in den eigenen Reihen laufen zu lassen, das Spiel zu beruhigen, sich den Gegner auch einmal zurechtzulegen. Dazu hat Omar Mascarell maßgeblich beigetragen. Er mag die Kugel öfter mal quer oder nach hinten als steil nach vorne geschickt haben. Mit ihm in der Form des vergangenen Jahres aber würde die Eintracht den Ball vermutlich nicht so oft derart schnell wieder los sein, wie es derzeit etwas oft der Fall ist.

Ungeachtet dieser Schwäche ist die Eintracht aber bekanntlich gut zurechtgekommen. Seit dem 2:1 in Berlin am Sonntag kann sie dem Jahresausklang mit noch vier ausstehenden Pflichtspielen recht gelassen entgegenblicken – und sich vor allem auf das Duell mit dem großen FC Bayern freuen. „Ich hoffe, dass es ähnlich läuft wie vor einem Jahr“, erinnert Omar Mascarell an das 2:2 im Oktober 2016. „Vielleicht können wir diesmal ja sogar alle drei Punkte hier behalten.“ Er selbst wird dann wieder nur von der Tribüne aus mitfiebern können. Bei seinem Comeback auf dem Platz setzt er sich nicht unter Zeitdruck. „Ein Fußballer will immer spielen. Das entscheidet alleine der Trainer, aber ich bin bereit. Es wäre natürlich ein schönes Weihnachtsgeschenk, wenn es noch dieses Jahr klappen würde“, sagt er zwar, weiß jedoch: „Ich war lange außerhalb des Trainings- und Spielbetriebs. Da ist es vor allem wichtig, dass ich schmerzfrei bleibe.“ Darüber hat er sich auch mit dem Trainer ausgetauscht.

Ein Weihnachtsgeschenk?

Viel wahrscheinlicher als ein Weihnachtsgeschenk dieser Art ist es, dass Mascarell sich wohl erst zur im neuen Jahr beginnenden Rückrunde richtig um Einsätze bewerben kann. Das wird ein spannender Konkurrenzkampf, zumal sich mit Spielmacher Marco Fabián dann auch ein anderer schmerzlich vermisster Dauerpatient zurückmelden möchte. Mit Mascarell und Fabián, Boateng und Gacinovic, Stendera, Hasebe und Fernandes hat Kovac sieben ziemlich etablierte Anwärter auf normalerweise nur drei Plätze im zentralen Mittelfeld, ob nun weiter hinten oder weiter vorne, dazu Talente wie die gerade mal wieder reingeworfenen Barkok und Kamada und auch den bislang meist außen vor gebliebenen Besuschkow. Eine große Auswahl an ganz unterschiedlichen Typen, wenn alle fit sind, und irgendwann im Februar dürfte sich auch Jonathan de Guzman von seiner Schulter-OP erholt haben.

Omar Mascarell freut sich fürs Erste nun einfach darüber, zurück im Kreis der Kollegen zu sein. Außer einer Wunde ist an der Sehne nichts mehr zu sehen, er braucht keinen Verband, auch keinen Spezialschuh. Konditionell sei er bei 80, 90 Prozent, meint er. Im Training freilich ist er gleich hundertprozentig zur Sache gegangen. „Man glaubt, man könnte mit angezogener Handbremse spielen“, sagt er und lacht: „Aber wenn du auf dem Platz dabei bist, vergisst du das alles.“

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse