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Eintracht Frankfurt: Ralf Falkenmeyer: „Beide sind auf einem guten Weg“

Von Hätte es ihn nicht gegeben, die Frankfurter Eintracht wäre sicherlich nicht so erfolgreich gewesen in ihren Glanzzeiten zu Beginn der 90er Jahre. Ralf Falkenmayer war der gewiefte Abfangjäger in dem Team, das sich bisweilen im Offensivdrang berauschte dank Bein, Möller, Yeboah und Co. Mit 337 Bundesliga-Spielen steht der gebürtige Frankfurter auf Rang fünf der ewigen SGE-Bestenliste.
Vokuhila, Goldkettchen, dünne Beine: So kannten die Eintrachtfans Ralf Falkenmayer. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Vokuhila, Goldkettchen, dünne Beine: So kannten die Eintrachtfans Ralf Falkenmayer.

Insgesamt kommt „Falke“ auf 385 Einsätze in Deutschlands höchster Spielklasse. Zwischen 1987 und 1989 absolvierte er 48 Partien für Leverkusen. Richtig wohl fühlte er sich mit seiner Familie unter dem Bayer-Kreuz allerdings nicht und kehrte deshalb zur Eintracht zurück.

„Ja einst, da habe ich mehr die Drecksarbeit gemacht, den anderen den Rücken freigehalten und mich somit in den Dienst der Mannschaft gestellt. Aber das hat mir nichts ausgemacht“, charakterisiert Ralf Falkenmayer sein Tätigkeitsspektrum. Trotzdem kam er auf 37 Treffer in der Bundesliga, was ja eine stolze Quote ist.

Das 2:0 bei Feyenoord Rotterdam: Ralf Falkenmayer 1987 im Bayer-Trikot. Bild-Zoom Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)
Das 2:0 bei Feyenoord Rotterdam: Ralf Falkenmayer 1987 im Bayer-Trikot.

An dieser Vorgabe haben die Frankfurter Akteure, die derzeit im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen, zu knabbern. Sieht man mal von Kevin Prince Boateng ab, den Trainer Niko Kovac aus dem Sturm zurückzog, weil dessen Spielweise nicht mit Sebastien Hallers kompatibel ist, sind alle durch die Bank weg zu torungefährlich. Weder Gelson Fernandes noch Jonathan de Guzman haben bislang getroffen, ebenso der lange verletzte Marc Stendera und Mijat Gacinovic sowie Makoto Hasebe, der meistens allerdings die Abwehr organisiert. Slobodan Medojevic spielt indes überhaupt keine Rolle – wie in den Jahren zuvor auch.

Was die Eintracht auszeichnet, betont Falkenmayer, „ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Und sie hat wieder mal einen Torjäger. Haller ist zwar nicht mit Yeboah zu vergleichen, aber er ist ein überdurchschnittlich guter Spieler“. Platz sieben nach zwölf Spieltagen mit 19 Punkten, das könne sich sehen lassen. „Die Mannschaft hat einen Lauf. Großen Anteil daran hat auch Niko Kovac, der mit seinem Bruder Robert gute Arbeit leistet. Er ist ein ruhiger Typ und macht einen souveränen Eindruck – und Niko ist auch selbstkritisch“, sagt Falke.

Spielerischen Glanz versprüht die Eintracht allerdings nur selten. Erfolgsorientiert, minimalistisch – so präsentiert sich die SGE im Herbst 2017. Zu seinen Zeiten war dies freilich meist anders. An der Spielstärke, sagt Falkenmayer, müsse die Eintracht entsprechend noch feilen.

Dieses ausgeprägte Erfolgsdenken führt laut dem 54-Jährigen auch dazu, dass die Jugendarbeit kaum fruchten kann: „Früher war es einfacher, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu integrieren.“

Bei Bayer Leverkusen klappt dies zuletzt freilich besser als bei der Eintracht. Dafür stehen Kai Havertz (18) und Benjamin Henrichs (20). Henrichs ist in Frankfurt allerdings wegen der Roten Karte vom Leipzig-Match gesperrt.

Leverkusen hat – nach der Entlassung von Roger Schmidt und dem Intermezzo von Tayfun Korkut, alles geschehen in der ersten Jahreshälfte – nun in Heiko Herrlich einen Trainer gefunden, unter dem es mit den Rheinländern wieder aufwärts geht. „Herrlich hat die Mannschaft stabilisiert. Er gibt der Mannschaft Selbstvertrauen, und sie zahlt es ihm jetzt mit Leistung zurück“, sagt „Falke“.

Auch wenn es nur zwei Zähler sind, die Frankfurter stehen indes vor den stets höher eingestuften Leverkusenern. Falkenmayer: „Ich traue es der Eintracht zu, dass sie es auch bis zum Saisonende packt, vor Bayer zu bleiben. Und ich hoffe, dass dann beide auch ins internationale Geschäft einziehen. Das hängt davon ab, ob Kontinuität hereingebracht wird – beide Clubs sind derzeit jedenfalls auf einem guten Weg.“

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