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Eintracht Frankfurt: Routinier Huszti: Aus Erfahrung gut

Von Szabolcs Huszti lässt lieber Taten als Worte sprechen – was gegen Dortmund besonders gut gelungen ist. Auch sonst freilich ist er ganz wichtig für die Eintracht.
Jubeln kann er, nur reden mag er nicht so gerne: Szabolcs Huszti lässt lieber Taten sprechen. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Jubeln kann er, nur reden mag er nicht so gerne: Szabolcs Huszti lässt lieber Taten sprechen.
Frankfurt. 

Als die Feier vor der Fankurve beendet war, stapfte Szabolcs Huszti mit unbewegter Miene hinab in die Kabine, wie immer ohne Worte, den Blick stur geradeaus. Der 33-Jährige lässt lieber Taten sprechen. Das klappte am Samstagnachmittag besonders gut, und das Reden übernahmen danach andere für ihn – zum Beispiel Niko Kovac. „Ich freue für mich Sabi“, sagte der Eintracht-Trainer über den Mann dieses fast märchenhaften Frankfurter Tages: Bei dem verblüffenden 2:1 (0:0) gegen die ganz andere Ambitionen verfolgende Dortmunder Borussia ragte der kleine Ungar aus Kovacs bärenstarkem Kollektiv noch ein wenig heraus.

Es war Husztis bestes Spiel, seit er Ende Dezember vorigen Jahres seinen Vertrag bei der damals in schweren Nöten steckenden Eintracht unterschrieben hatte. Bei dem erstaunlichen Frankfurter Weg vom Rande des Abgrunds bis hinein in die Spitze der ersten deutschen Klasse ist er indes von Anfang an eine feste Größe – und offenbar auch der Richtige für große Gegner: Beim 2:2 gegen den FC Bayern erzielte er sein erstes Tor für die Eintracht, nun legte er gegen den zweiten Bundesliga-Branchenriesen nach. „So kann er gerne weitermachen“, strahlte Kovac.

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Der Fußballlehrer baut fest auf Huszti. Nur bei einem der bisherigen zwölf Liga- und zwei Pokaltermine, dem 3:0 in Hamburg, stellte er ihn nicht in die Startelf – notgedrungen, weil Huszti gegen die Bayern nicht nur getroffen, sondern sich auch noch einen hanebüchenen Platzverweis eingehandelt hatte und die Sperre abbrummte. Am Tag vor dem Besuch aus Dortmund hatte Kovac seinen Mittelfeldstrategen dann noch einmal zur Seite genommen und ihm seinen Wert für die Eintracht verdeutlicht. „Nach der Gelb-Roten Karte und dem Tor gegen die Bayern wirkte er auf mich ein bisschen müde. Er ist aber ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns, mit seiner Leidenschaft und Erfahrung“, berichtete Kovac von dem Gespräch. „Ich habe ihm gesagt: Ich brauche dich.“ Und Huszti, der zuvor beim 2:1 in Bremen noch etwas geschwächelt hatte und zur Pause in der Kabine geblieben war, hat offenbar gut zugehört.

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Er nervte die Borussen als giftiger Zweikämpfer, er organisierte den Eintracht-Aufbau, hatte bei fast allen gefährlichen Angriffen seine Füße im Spiel – und war so auch an beiden Toren beteiligt: Das erste erledigte er selbst, ein paar Sekunden nur nach der Pause, vor dem zweiten gab er die Kugel an Haris Seferovic weiter, gut eine Minute nach dem Dortmunder Ausgleich. Der Anstoß nach dem 1:1 war kaum ausgeführt gewesen, da hatte er ein Solo durchs Mittelfeld hingelegt, wie angestachelt – ein Sinnbild für den Frankfurter Willen, sich von einem Rückschlag nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Kurz darauf war die Eintracht wieder vorne.

„Da haben wir gleich die richtige Reaktion gezeigt“, lobte Sportdirektor Bruno Hübner. Angefangen bei Huszti. Bemerkenswert, dass mit ihm und Marco Fabian zwei Verpflichtungen noch unter Kovacs Vorgänger Armin Veh in der Abstiegsnot des vergangenen Winters jetzt das Eintracht-Spiel prägen, die schon fast als Flops abgestempelt waren. Huszti war nach eineinhalb Jahren im Nordosten Chinas für kleines Geld gekommen, weil er, der schon zwei Engagements in Hannover hatte, sich noch einmal in der Bundesliga beweisen wollte.

Einen Stammplatz hatte Huszti, den der ehemalige ungarische Nationaltrainer Lothar Matthäus seinem Kumpel Veh empfohlen hatte, zwar fast immer. Doch wirkte er oft zu zaghaft, auch vom Tempo überfordert. In den Abstiegskampf biss er sich dann hinein, gab der Mannschaft Halt. Seit dem Neustart aber spielt er regelmäßig auf höherem Niveau – nicht zuletzt, weil auch ihm die harte Vorbereitung gut getan hat. An dem Aufschwung bis auf den vierten Tabellenplatz hat er so großen Anteil. Gleichzeitig ist er ein gutes Beispiel dafür, dass die wie verwandelte Eintracht weder besonders neu noch besonders jung ist. Gegen Dortmund standen neun Spieler auf dem Platz, die schon in der vorigen Runde dabei waren. Und mit ihnen ganz viel Erfahrung. „Meier, Hasebe und Huszti sind keine 19 mehr, sie sind ja eher betagt. Wenn sie Gas geben, werden es die Jungen wohl auch können“, setzt Kovac auf den Vorbildcharakter der Routiniers.

Auf Szabolcs Huszti kann er sich da verlassen. Auch wenn es darum geht, im Höhenflug der immer noch jungen Saison den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren. „Darüber kann man am Ende der Saison sprechen“, hat er vor ein paar Wochen in einem seiner seltenen Interviews auf die Frage nach dem unverhofften Erfolg geantwortet. Die Öffentlichkeit meidet er, der im Mannschaftskreis durchaus seine Meinung sagt und gehört wird, wenn es irgendwie geht. „Ich habe kein Facebook, kein Twitter, ich brauche das nicht“, sagte der zweifache Familienvater bei dieser Gelegenheit auch. „Ich bin froh, wenn mich niemand auf der Straße erkennt.“ Wenn er auf dem Fußballplatz so weitermacht, kann das allerdings schwer werden.

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