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Eintracht Frankfurt: Rückblick auf die Saison 2007/08: Alles reine Kopfsache

Nur nicht wieder zittern, so lautet die Devise bei der Frankfurter Eintracht zur Spielzeit 2007/08. Nach einer ordentlichen Hinrunde war man in der letzten Saison in hintere Tabellengefilde abgerutscht und fand sich zeitweise sogar auf einem Abstiegsplatz wieder. Letztlich reichte es dann zum 14. Rang.
<span></span> Bilder > Foto: Frank

Bislang scheint es, als könne man das Vorhaben, sich im sicheren Niemandsland des Bundesligamittelfelds zu etablieren, auch umsetzen; nach acht Spieltagen stehen immerhin zwölf Punkte zu Buche.

Ein weiterer Schritt Richtung „unaufgeregte Saison“ soll am 7. Oktober 2007 im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen folgen. Die Gästemannschaft aus der Pillenstadt reist samt ihres leicht überschaubaren Anhangs als Tabellenvierter und aufgrund zweier Siege in den letzten beiden Auswärtsspielen durchaus optimistisch nach Frankfurt. Die Adlerträger dagegen konnten in den letzten drei Partien um Punkte keinen Sieg einfahren.

„Wir sind sehr selbstkritisch mit unserer letzten Leistung umgegangen, während der Woche fielen auch harte Worte.“ So beschreibt Trainer Funkel die Tage nach dem 2:2 in Cottbus. Immerhin: Trotz einer teilweise unterirdischen Vorstellung hat die Mannschaft einen 0:2-Rückstand aufgeholt. Heute soll es eine fast identische Mannschaft – lediglich Christoph Preuß spielt heute für Köhler – besser machen.

Leverkusens Trainer Michael Skibbe stellt die Werkself gegen über dem 3:2 im UEFA-Cup bei Uniao Leiria auf zwei Positionen um. Für den enttäuschenden Manuel Friedrich spielt Lukas Sinkiewicz in der Abwehr, im Mittelfeld Pirmin Schwegler für den stürmenden Neuzugang Papadopulos. Nicht dabei sind die verletzten Bernd Schneider und Theofanis Gekas.

Viel Kampf, wenig Spiel

Nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Dr. Brych entwickelt sich zunächst ein Kampf um jeden Zentimeter Boden. Heute werden die Trikots richtig dreckig, denn auch Leverkusen hält dagegen und hat anfangs auch die besseren Chancen. So kann Spycher einen Abschluss von Vidal noch an den Pfosten lenken und Kießling zielt in aussichtsreicher Position zu ungenau. Auf der anderen Seite zirkelt Meier den Ball nach knapp 20 Minuten nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Anschließend versucht sich Fink aus der Ferne, doch René Adler kann den Schuss aus gut 30 Metern parieren. Insgesamt werden die 47.600 Zuschauer in dieser ersten Hälfte nicht verwöhnt. Das Spiel findet vor allem im hart umkämpften Mittelfeld statt, es bietet sich kein Raum für öffnende Pässe auf beiden Seiten.

So wundert es kaum jemanden, dass es nach 45 Minuten torlos in die Kabinen geht. Ohne Wechsel geht es in die zweite Hälfte, auch das Spiel ändert sich zunächst nicht. Negativer Höhepunkt ist ein Ellenbogenschlag von Barbarez gegen Preuß. Der Bosnier kassiert dafür die Gelbe Karte, Preuß muss mit einem Trümmerbruch der Nase blutüberströmt aus dem Spiel genommen werden.

Aaron Galindo kommt für Preuß auf den Platz und ist sogleich gefordert. Ein Angriff der Eintracht wird abgefangen, dann ein langer Pass auf Kießling, der auf der linken Seite durchmarschieren könnte. Doch der Mexikaner macht, was er machen muss: Ein Zupfer und der Angriff ist gestoppt. Dafür kassiert Galindo nach exakt 114 Sekunden auf dem Frankfurter Rasen seine erste Gelbe Karte.

Kyrgiakos im Doppelpack

Kurze Zeit später marschiert Spycher auf der linken Seite und wird nach einem Doppelpass mit Amanatidis von Castro unsanft gestoppt. Den fälligen Freistoß flankt Streit in den Strafraum. Haggui springt hoch, doch der Herr der Lüfte springt höher: Geschickt lenkt Kyrgiakos den Ball in die Torecke, Adler fliegt vergeblich und es steht 1:0 für die Eintracht (54.).

Die Werkself zeigt sich durch den Treffer nicht beeindruckt und spielt nach vorne, doch die Eintracht hält engagiert dagegen. Was dennoch aufs Tor kommt, pariert Pröll. Es bedarf heute schon eines eigenen Spielers, um den Frankfurter Keepers zu bezwingen – und in diese Rolle schlüpft Ruß: Nach einer Ecke durch Tranquillo Barnetta steigen Sinkiewicz und Ruß hoch und der Frankfurter versenkt den Ball mit dem Kopf im eigenen Tor zum 1:1.

Leverkusen will nun den Sieg, aber die Abwehr der Gastgeber steht sicher, und gelegentliche Konter entlasten die Defensive. So in der 78. Minute, als Streit in Richtung Torauslinie marschiert und Gresko an seinem Trikot zerrt. Schiedsrichter Brych pfeift Freistoß für die Eintracht. Den führt erneut Streit aus, in der Mitte wartet Kyrgiakos auf die exakte Flanke und platziert das Leder mit gefühlter Schallgeschwindigkeit in der rechten Ecke zur erneuten Eintrachtführung.

Aber noch ist das Spiel nicht zu Ende, Bayer will das Unentschieden. Es ist die 86. Minute, Freistoß aus 25 Metern. Barnetta schießt hart und flach knapp an der Mauer der Frankfurter vorbei, aber Markus Pröll ist schneller als der Ball. Und der Torhüter bleibt im Brennpunkt: Doppelpass zwischen Sinkiewicz und Barbarez, dann ein Schuss in die rechte Ecke, aber Pröll ist wieder da (88.). Dann schon die 90. Minute, Einwurf Gresko in den Strafraum, Kießling kommt an den Ball, schießt, und wieder ist Pröll da. „Ich mag solche Spiele, in denen man zeigen kann, was man kann“, sagt Markus Pröll nach dem Abpfiff, der der Eintracht den vierten Heimsieg und den siebten Tabellenplatz beschert.

Stimmen zum Matchwinner:

  Albert Streit: „Er labert mich immer voll, ich soll nur auf seinen Kopf spielen, aber er ist einer der besten Kopfballspieler der Liga, und heute hat es eben geklappt.“

  Friedhelm Funkel: „Unglaublich, was Sotos für Kopfballtore macht, so etwas habe ich noch nicht gesehen.“

  Michael Skibbe: „Gegen diese Kopfbälle ist kein Kraut gewachsen.“

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