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Eintracht Frankfurt: Slobodan Medojevics Bundesliga-Comeback nach 565 Tagen

Von Im Pokalfinale hatte er schon einen überraschenden Einsatz, jetzt durfte er auch in der Bundesliga wieder ran. Slobodan Medojevic ist glücklich über sein Comeback – und empfiehlt sich für weitere Auftritte.
Schnell wieder zurechtgefunden: Slobodan Medojevic weiß auch nach seiner langen Leidenszeit noch genau, was er auf dem Platz zu tun hat. Foto: Heiko Rhode Schnell wieder zurechtgefunden: Slobodan Medojevic weiß auch nach seiner langen Leidenszeit noch genau, was er auf dem Platz zu tun hat.
Frankfurt. 

Der erste Heimsieg der neuen Runde, das Traumtor von Sébastien Haller, das erste Saisonspiel von Marc Stendera – da ist bei der Frankfurter Eintracht das größte Comeback fast untergegangen. Nach genau 565 Tagen hat Slobodan Medojevic zum ersten Mal wieder für die Frankfurter in einem Bundesligaspiel auf dem Platz gestanden. Der 26 Jahre alte Serbe wurde am Samstag beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart in der 62. Minute für den erschöpften Stendera eingewechselt und spielte, als wäre er nie weg gewesen. „Medo hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Trainer Niko Kovac.

Dabei war Medojevic in einem denkbar ungünstigen Moment aufs Spielfeld gekommen. Ein paar Sekunden vor seiner Einwechslung hatte Simon Terodde den 1:1-Ausgleich für die Stuttgarter geköpft. Die Eintracht wackelte, die Unruhe im Stadion war groß. „Und kaum war ich drin, musste Simon vom Platz“, sagt Medojevic. Sein Kollege Simon Falette hatte in der 64. Minute die Rote Karte nach einer Notbremse gesehen. Dafür wurde der Franzose inzwischen vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes für zwei Spiele gesperrt. Die taktische Ausgangslage auf dem Feld hatte sich für die Eintracht und damit auch für Medojevic also in wenigen Minuten komplett verändert. Alles was ihm Assistenz-Trainer Armin Reutershahn gestenreich und unterstützt von Zeichnungen auf einem Blatt am Spielfeldrand näher gebracht hatte, war im Grunde hinfällig. „Ganz schwierig“ sei die Situation gewesen, gibt er zu.

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Eintracht Frankfurt Taktiktafel: Warum die Eintracht im Spielaufbau Probleme ...

Alles gut gegangen: Die Frankfurter Eintracht hat Stuttgart mit 2:1 niedergerungen und die drohende Krise abgewendet. Warum ihr das gegen die auswärts weiter punktlosen Schwaben so schwer fiel, hat sich unser Mitarbeiter Roland Stipp genau angeschaut.

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Doch Medojevic hat sich schnell zurechtgefunden und seine Sache gut gemacht. Er wirkte ruhig am Ball, war passsicher, eroberte viele Bälle und war damit schlicht eine Bereicherung für eine in dieser Phase komplett verunsicherten Mannschaft. Es war deutlich zu sehen, dass da ein gelernter Sechser auf dem Spielfeld stand, einer, der weiß, was zu tun ist, einer, der trotz vieler Verletzungen nichts verlernt hat. 50 Bundesligaspiele hat er bei der Eintracht allein wegen Verletzungen seit seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg im August 2014 verpasst. Schuld daran waren Kleinigkeiten wie Prellungen, Zerrungen oder Erkältungen, aber auch große Probleme an der Achillessehne und dem Knie.

Ernsthafte Alternative

Nach seiner langen Leidenszeit mit Achillessehnen- und Knieoperationen hat er das Spiel genossen. Genau wie im Mai das Pokalfinale, als er völlig überraschend zum Einsatz gekommen war. Es war in der zurückliegenden Saison sein einziger Einsatz. Im Berliner Olympiastadion hatte er den Verantwortlichen so imponiert, dass sie seinen Vertrag trotz der wenigen Leistungsnachweise um ein Jahr verlängert hatten. Nun also das erste Bundesligaspiel seit dem 12. März 2016.

Damals, es war auch das erste Spiel unter der Leitung von Trainer Kovac, hatte Medojevic 90 Minuten bei der 0:3-Niederlage in Mönchengladbach mitgemischt. Für ihn sei der Einsatz gegen den VfB nun ganz ähnlich gewesen wie der Einsatz im Pokalfinale. „Es war einfach nur schön“, sagt er mit einem breiten Lächeln, „ich bin glücklich, wenn ich helfen kann“. Das konnte er. Mit der soliden Leistung in der letzten halben Stunde ist er sicher zu einer ernsthaften Alternative geworden und hat sich weitere Einsätze verdient.

Einfach gesund bleiben

Dabei war das Spiel der Eintracht insgesamt kaum überzeugend. „Wir haben nicht gut gespielt,“ weiß Medojevic. „In der ersten Halbzeit war es okay, dann war es 25 Minuten richtig schlecht.“ Nach Falettes Platzverweis wären alle mit einem Punkt zufrieden gewesen. „Aber so war es natürlich noch viel schöner“, meint er. Das Tor von Haller, der Jubel im Kreis der Kollegen, das Gefühl, einiges zum Erfolg beigetragen zu haben – allesamt lange vermisste Erfahrungen.

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Eintracht Frankfurt hat durch einen Last-Minute-Treffer von Haller gegen den VfB Stuttgart die ersten drei Punkte vor heimischen Publikum geholt. Warum der Stürmer nicht nur durch diese Leistung stark war und warum Abraham  in dieser Partie nicht die gewohnte Konstante in der Abwehr darstellen, lest Ihr in unserer Einzelkritik.In die Kategorie überragend hat es beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart niemand geschafft.

„Ich bin glücklich über den Sieg und ich bin zufrieden mit meiner Leistung“, sagt er. 57 Bundesligaspiele hat er nun absolviert seit seinem Wechsel 2012 von Vojvodina Novi Sad nach Wolfsburg. 28 für die „Wölfe“, 29 für die Eintracht. Die persönlichen Wünsche für den Saisonverlauf bleiben bescheiden. „Ich will einfach nur gesund bleiben und Fußball spielen“, sagt Slobodan Medojevic.

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