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Eintracht Frankfurt: Spiel Nummer zehn ohne Sieg: Die Eintracht gerät immer mehr unter Zugzwang

Von Die Frankfurter Rückrunden-Bilanz ist mittlerweile so schlecht wie die von Darmstadt 98. Die Heimpartie gegen Augsburg am Samstag ist für Trainer Niko Kovac ein „Endspiel“.
Hängende Köpfe und ratlose Blicke: Frankfurter Fußballer nach dem 1:3 in Dortmund. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Hängende Köpfe und ratlose Blicke: Frankfurter Fußballer nach dem 1:3 in Dortmund.
Dortmund/Frankfurt. 

Fredi Bobic verkörpert die merkwürdig sorglose Stimmung, die über der Frankfurter Eintracht liegt, vielleicht am besten. Vor ein paar Monaten noch neigte der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht zu eruptiven Handlungen, wenn sein Club in der Fußball-Bundesliga verloren hatte. Bobic arbeitete sich an vielen und vielem ab: am Schiedsrichter, an zu vielen – angeblich unberechtigten – Gelben und Roten Karten, am Gegner, der in allerletzter Sekunde glückliche Tore erzielte, und an Journalisten, die seiner Meinung nach zu viel über Europa schrieben. Und damals liefen die Dinge noch gut.

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Dieses Blitztor vom wieder genesenen Goalgetter Marco Reus nach nur zwei Minuten erwischte die Eintracht eiskalt. Und auch wenn sich die Hessen zwischenzeitlich wieder berappelten und durch Marco Fabian (29. Minute) wieder zurück kamen: Weitere BVB-Treffer von Sokratis (34.) und Aubameyang (86.) machten die 1:3 (1:2)-Niederlage gegen Dortmund perfekt. Unsere Bilder zeigen Szenen des temporeichen Matches.15.04.2017, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt, emspor, v.l. Marco Reus (Borussia Dortmund) celebrate the goal, Torjubel zum 1:015.04.2017, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt, emspor, v.l. Shinji Kagawa (Borussia Dortmund), Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt)

Die vielen Negativerlebnisse, die es aktuell gibt, nimmt Bobic mittlerweile genauso so gelassen hin wie fast alle Spieler. Von einem „insgesamt lebendigen Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten“, sprach der Frankfurter Boss nach dem 1:3 (1:1) in Dortmund. Davon, dass sich „die Jungs den Hintern aufgerissen“ hätten, aber wieder nicht „effektiv“ gewesen wären. Ganz zum Schluss wechselte Bobic dann doch noch ins Kritische: „Es macht keinen Spaß, dem Gegner zu Punkten zu gratulieren.“ So ähnlich hat sich seinerzeit Armin Veh bei seinem ersten Abschied aus Frankfurt angehört.

Erschreckende Fakten

Tatsache ist, dass die Eintracht nun auch im zehnten Spiel in Folge nicht gewonnen hat und in der Tabelle in einem gefährlichen Niemandsland herumirrt – zwischen einem wieder theoretisch möglichen Abstieg und einem von manchen im Club noch immer erträumten Europacup-Platz.

Dabei sind die Fakten erschreckend: Der letzte Sieg wurde am 18. Spieltag errungen. Da war die Eintracht Tabellendritter, inzwischen ist sie auf Rang zehn abgerutscht.

Nur sieben erzielte Treffer in der Rückrunde sprechen eine deutliche Sprache – selbst der designierte Absteiger Darmstadt hat in diesem Zeitraum öfter getroffen (8) als die Eintracht. Und noch etwas verbindet sie mit den verblühten Lilien: Die Clubs haben in der Rückrunde im Gleichschritt die wenigsten Punkte aller Bundesligisten geholt. Sechs Zähler beträgt aktuell der Vorsprung auf den Relegationsplatz. Den nimmt der FC Augsburg ein. Am Samstag ist der Tabellen-16. zu Gast in Frankfurt. Sollte die Eintracht auch dieses Spiel nicht gewinnen, wird es ungemütlich.

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<b>Stark: </b>David Abraham. Trotz der drei Gegentore noch am ehesten so etwas wie ein Stabilisator. Knapp 80 Prozent Zweikampfquote. Klärte alles, was zu klären war, und ließ auch kämpferisch nicht nach.<b>Stark: </b>Marco Fabián. Traute sich was, lief die Dortmunder früh an, wollte den Ball. Sehr schöner Schuss zum 1:1. Da gab es aber auch die vergebene Großchance zum möglichen 1:0 in der ersten Halbzeit.

Denn der Rest-Spielplan hält schwierige bis schwerste Aufgaben bereit. Es geht noch nach Hoffenheim und Mainz, zu Hause gegen Wolfsburg und Leipzig. „Wir müssen nach hinten gucken“, gibt Lukas Hradecky zu: „Hoffentlich schlagen wir Augsburg, dann ist es hoffentlich vorbei“, sehnt sich der Torhüter 41 Punkte und damit die Erlösung herbei.

Mangelnde Qualität

Dann muss aber auch die mangelnde Qualität des Kaders thematisiert werden. Während der überraschend starken Hinserie lebte die Eintracht offensichtlich über ihre Verhältnisse. Aber auch von ihrer Kompaktheit und Eingespieltheit. Die ist nun schon seit einiger Zeit passé. Die während der Vorrunde gewachsene Mannschaft ist nach und nach durch Sperren, Verletzungen und Verkäufe dezimiert worden. Die Folge: ständige Wechsel im Team, die auch zu vermehrten Taktikwechseln während der Spiele führen. Spieler wie Rebic, Blum, Seferovic, Tawatha und Hector pendelten zuletzt regelmäßig zwischen Platz, Bank oder gar Tribüne. Stabilität geht anders. Eine gute Halbzeit hier und ansprechende 20 Minuten dort sind keine Basis für Erfolg. Früher oder später macht der Gegner fast zwangsläufig seine Tore gegen Eintracht Frankfurt.

Und Niko Kovac? „Die Situation ist uns bewusst“, erklärt der Trainer, der noch kein Rezept gefunden hat, um die Mannschaft entscheidend aufzurütteln. „Die Jungs können die Tabelle lesen“, sagt Kovac: „Das ist Motivation genug. Die Spieler müssen mental zusehen, dass sie das Spiel gegen Augsburg angehen wie ein Endspiel. Wir sind gefordert, drei Punkte zu holen.“

Für Kovac ist die Partie am Samstag ein „Matchball“. Viele andere Chancen hat die Mannschaft nicht mehr.

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