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Eintracht Frankfurt: Startaufstellung in Leipzig: Kovacs Rotation und die Folgen

Bei der Startaufstellung der Eintracht in Leipzig rieb sich manch einer beim ersten Hinsehen verdutzt die Augen. Trainer Kovac stellte auf vier Positionen um. Doch nicht alle personellen Änderungen sollten funktionieren.
Zu viel rotiert? Eintracht-Trainer Niko Kovac (rechts) und sein Co-Trainer Robert Kovac grübeln über die Taktik. Foto: Huebner/Voigt (imago sportfotodienst) Zu viel rotiert? Eintracht-Trainer Niko Kovac (rechts) und sein Co-Trainer Robert Kovac grübeln über die Taktik.
Leipzig. 

In Englischen Wochen mit drei Spielen binnen sieben Tagen ist es Usus und nachvollziehbar, dass die Trainer die „Rotationsmaschine“ anwerfen. So auch Niko Kovac. Der Frankfurter Trainer veränderte in Leipzig seine Mannschaft auf gleich vier Positionen. Zudem wechselte er von der zuletzt in Köln gespielten Viererkette zurück auf die Dreierkette, Sébastien Haller agierte als einzige Spitze von Beginn an. Und das, obwohl der französische Stürmer bereits gegen Köln etwas müde wirkte. „Er war ausgelaugt“, gab auch Kovac zu. Daher rechneten nicht wenige im Vorfeld damit, dass Stürmer Luka Jovic vielleicht mal eine Chance in der Startelf bekommt.

Doch Jovic war im Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel zunächst außen vor. „Jovic wollte ich bringen. Allerdings nicht von Beginn an. Denn es wäre zu riskant gewesen, in solch einem Spiel jemanden zu stellen, der defensiv noch nicht so stark ist wie ein Haller“, erläuterte der Trainer. Kovac verzichtete in der Startelf auch auf Kevin-Prince Boateng, Mijat Gacinovic, Taleb Tawatha und Ante Rebic. Dafür durften Marius Wolf, Jonathan de Guzman, Jetro Willems und Daichi Kamada ran. Ob dies die richtigen personellen Entscheidungen von Kovac waren, darf nach der schwachen Vorstellung in der ersten Halbzeit allerdings hinterfragt werden.

Mittelfeld ohne Kreativität

Mit Gacinovic und Rebic raubte Kovac der Mannschaft jegliche Kreativität im Mittelfeld. Vor allem deshalb, weil de Guzman einmal mehr enttäuschte und Kamada gegen die spielstarken Sachsen schlicht das Durchsetzungsvermögen fehlte. Ersterer verursachte durch sein viel zu passives und nachlässiges Zweikampfverhalten die entscheidende Flanke vor dem 1:0 der Leipziger. Generell wirkte de Guzman behäbig und fahrig, seine Pässe waren oftmals unsauber. Als zentrale Achse mit Gelson Fernandes gelang es dem Niederländer nicht, dem Spiel aus der Mitte heraus Sicherheit zu verleihen und in der Offensive Akzente zu setzen. Das wurde erst mit der Einwechslung von Boateng besser. Bei seinem ersten Ballkontakt sah zwar auch er nicht gut aus. Aber die „Sechs“ war fortan deutlich besser besetzt. Boateng bewies, dass er nicht nur als Mittelstürmer, sondern auch als defensiver Mittelfeldspieler Qualitäten hat und entsprechend vielseitig einsetzbar ist. Fortan verteilte er die Bälle nach vorne mit mehr Weitsicht.

Als Rebic in der 56. Minute den schwachen Kamada erlöste, wirkte der linke Flügel plötzlich wie wiederbelebt. Und nach der Einwechslung von Jovic für Haller hatte die Eintracht auf einmal einen Mittelstürmer. Aber Niko Kovac verteidigte seine Aufstellung im Nachhinein: „Wir haben keine Münze geworfen, um zu entscheiden, wer spielt. Wir haben geschaut, wer fit ist und spielen kann. Mit Haller wollten wir mit jemandem beginnen, der die Bälle fest machen kann. Das ist ihm heute allerdings nicht gelungen.“ Gacinovic habe zwei „sehr intensive Spiele“ hinter sich gehabt. „Daher musste ich ihn mal draußen lassen“, erklärte Kovac. Jetzt haben alle Beteiligten eine Woche Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen. Und dann kann Kovac gegen Stuttgart wieder rotieren. Diesmal aber hoffentlich in die richtige Richtung.

(nape)
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