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Eintracht Frankfurt: Taktiktafel: Frühes Anlaufen lohnt sich wieder einmal

Von Knapp war’s zwischen der Eintracht und Hannover – wie zuletzt in Stuttgart fiel nur ein Tor. Trotzdem bewertete nicht nur Trainer Niko Kovac die beiden Spiele komplett unterschiedlich. Verständlich, denn die Frankfurter traten wieder deutlich entschlossener auf und verdienten sich den knappen Erfolg redlich.
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Frankfurt. 

Gerade als Mitte der zweiten Halbzeit die schnellen Wege immer schwerer fielen, zeigte die Frankfurter Eintracht am Samstag gegen Hannover 96 den Biss, für den sie inzwischen eigentlich bekannt ist, den Niko Kovac zuletzt beim 0:1 in Stuttgart aber vermisst hatte. Alle, auch der im Spiel nach vorne besonders emsige Ante Rebic, der mit Ball weitestgehend wirkungslose Sébastien Haller und die Dauerläufer Marius Wolf, Jonathan de Guzman und Gelson Fernandes machten auch in dieser Phase weiter mit beim Forechecking, das Hannover so gar nicht schmeckte.

Im Grunde spielte die Eintracht von der Formation her so wie in den vorangegangenen Partien gegen den Ball, doch zusätzlich brachten die länger nicht berücksichtigen „Sechser“ Fernandes und de Guzman auch eine neue Komponente ein: Hatten Rebic, Haller und Wolf das Spiel der Gäste mit konsequentem Anlaufen und dank Wolfs planvollem Verschieben ins Zentrum hinter die beiden Kollegen wieder einmal auf den linken Flügel gelenkt (Rebic stellte dafür den Passweg nach rechts zu, Haller ließ den nach links offen), tauchte ganz außen im Sprint Fernandes auf, auf dessen halbrechte Position im Zentrum de Guzman nachschob. Das alles hatte den ganz großen Vorteil, dass Danny da Costa einen echten Rechtsverteidiger spielen konnte und hinter ihm kein Raum für startende Hannoveraner entstand. Auf der anderen Seite war übrigens auch Timothy Chandler wieder deutlich öfter Teil einer echten Fünferkette als zuletzt. Das brachte Stabilität und Hannover konnte weitestgehend aus der torgefährlichen Zone herausgehalten werden.

Einmal, in der 69. Minute, geriet die Eintracht dann doch kurz in Gefahr. Fast war der Angriff der Gäste nach einem langen Ball schon abgewehrt, doch mit der zweiten Welle ging es gegen die Umschaltbewegung durch den rechten Halbraum, Ihlas Bebou war schneller als de Guzman und um ein Haar hätte Martin Harnik das 1:1 geköpft – Marco Russ konnte ihn mit viel Körperkontakt noch entscheidend stören. Zwei Sachen dazu: Erstens hatte Harnik erst Sekunden vorher an der Mittellinie den Ballbesitz für Hannover gesichert und zweitens hatte einmal die Zusammenarbeit in der Fünferkette der Eintracht überhaupt nicht funktioniert. Wobei Makoto Hasebe den wesentlichen Fehler machte, sich nicht orientierte, was in seinem Rücken passierte, und auch den Pass- beziehungsweise Flankenweg nicht schloss. Zum Glück für ihn und für Kovacs Team erkannte Routinier Russ das gerade noch rechtzeitig. Auch David Abraham, der sich allein durch die Möglichkeit eines Passes auf Iver Fossum ganz kurz aus der Kette ziehen ließ, sah in dieser Szene nicht gut aus. Chandler war ein bisschen Opfer von Abrahams Herausrücken, kam dann aber auch nicht wirklich entschlossen aus seiner absichernden Position heraus und de Guzman zur Hilfe. Kleinigkeiten allesamt, die aber den Sieg hätten kosten können. Aber auch Details aus Situationen in der Abwehrarbeit, die dank des engagierten frühen Anlaufens nur selten eine Rolle spielten.

Hart aber fair

Noch etwas anderes: Wer immer noch über den Eckball diskutieren will, der zum Siegtreffer für die Eintracht führte, der soll das doch bitte mit Hannovers Felipe tun. Der nämlich zeigte zwar einmal kurz an, dass er den Ball nicht berührt hatte, entschuldigte sich dann aber auch sogleich bei Wolf für sein nicht geahndetes Foul. Felipe wusste: Egal ob Ecke oder Freistoß, es ging in Ordnung, dass Frankfurt den Ball zugesprochen bekam.

Und noch eine faire Geste in diesem hart umkämpften Spiel stand in Zusammenhang mit dem Führungstreffer der Eintracht. Denn wenn einer nach der Ecke von de Guzman noch den Kopfballtreffer von da Costa hätte verhindern können, dann wäre das Harnik gewesen, dem gelegentlich ja eine Art Badboy-Image angehängt wird. Harnik verzichtete im letzten Moment darauf, mit dem schon hohen Fuß voll durchzuziehen, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Verletzung des Torschützen zur Folge gehabt hätte. Klar, Hannovers Offensivmann wollte auch keinen Elfmeter verursachen, aber ich glaube ihm, dass er auch aus Rücksichtnahme handelte.

Sportlich ging es zwischen der Eintracht und Hannover sowieso zu – und zwar auf kernige Art und Weise. 21:16 Fouls waren in der Summe der Topwert des Spieltags, an dem nur Wolfsburg bei seiner Niederlage gegen Leverkusen noch ein Mal mehr foulte als die Eintracht. Schlimme Sachen waren keine dabei – mal abgesehen von der Schwalbe, mit der Hannovers Miiko Albornoz in der 61. Minute um ein Haar einen Elfmeter geschunden hätte. Es waren also zwei knifflige Szenen mit günstigen Entscheidungen für die Eintracht – eine richtige und eine falsche – die das Resultat wesentlich beeinflussten. Und trotzdem entsprach der Ausgang des Spiels ja allemal dem, was man nach den 90 Minuten als „verdient“ bezeichnen kann.

 

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