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Eintracht Frankfurt: Taktiktafel: In 20 Sekunden alles gegen Leverkusen verspielt

Von So richtig klar wurde gegen Bayer Leverkusen nicht, was Eintracht Frankfurt vor hatte. Im Spiel mit Ball fehlte genauso die Struktur wie im Spiel gegen den Ball. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften wurde dann am deutlichsten in den Augenblicken zwischen der eigenen Konterchance und dem entscheidenden Gegentreffer.
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Klar, es war eng. Wenn man 0:1 verliert, hätte man auch wenigstens einen Punkt holen können. Verständlich also, dass Eintracht-Trainer Niko Kovac am Samstag nach der Niederlage gegen Leverkusen mit dem Verhalten seiner Spieler beim Gegentor haderte. Auch wenn noch weitere Dinge für einen Erfolg der Gäste sprachen: Die 20 Sekunden zwischen der eigenen Konterchance mit Mijat Gacinovic und dem Treffer von Bayer-Stürmer Kevin Volland dürften in der Videoanalyse vermutlich noch ausgiebig thematisiert werden.

Die Chance vertan

Schauen wir uns die Szene also einmal genau an: Ausgehend von einem gewonnenen Kopfballduell von Carlos Salcedo über einen Chip-Ball die Linie entlang von Marius Wolf auf Sebastian Haller kam der Ball zu Gacinovic, der sich die Kugel mit der Brust zwischen zwei Leverkusenern selbst in den Lauf legte.

Als Gacinovic 35 Meter vor dem gegnerischen Tor angekommen war, waren immer noch nur zwei Leverkusener hinter dem Ball und neben ihm drei weitere Frankfurter etwa auf der Höhe des Spielgerätes (siehe Grafik). Bis hierhin war noch alles in Ordnung, die Eintracht schien auf eine Großchance zuzusteuern. Die Zeitnahme zeigte 75:15 Minuten an.

Das Standbild zeigte später, dass der eingewechselte Daichi Kamada in halblinker Position just in diesem Moment zurückfällt – dabei sprintet er ohne Ball, während sich Gacinovic im Raum-überwindenden Dribbling befindet. Rechts versucht Haller zwar einen Bogenlauf anzusetzen – und sucht damit eine schulbuchmäßige Lösung für die Kontersituation – kommt aber nicht recht vom Fleck und in den Rücken von Bayer-Verteidiger Panagiotis Retsos, so dass er als Anspielstation wegfällt.

Kamada wird derweil vom deutlich hinter ihm gestarteten Julian Brandt ein- und überholt, der letztlich den Ball abfängt und den Konter der Gäste einleitet. Und Ante Rebic, der einzige Frankfurter Angreifer, der in dieser Szene neben Gacinovic spritzig und entschlossen wirkt, schafft es einfach nicht, aus der Schussbahn des Mitspielers zu kommen.

Rebic hätte wohl dorthin laufen sollen, wohin es seine Kollegen Kamada und Haller nicht geschafft hatten. Jedenfalls wird Gacinovic den Ball nicht los und sein Schuss wird abgeblockt. So war die Chance für die Eintracht vertan. Ein Gegentor muss deswegen aber noch lange nicht fallen.

Irrwitziger Laufweg

Anhand der Fernsehbilder ließ sich später nur erahnen, was im Stadion gleich zu erkennen war: der irrwitzige Laufweg von Jetro Willems, der in der Mitte der eigenen Hälfte startet, als der Konter der Eintracht bereits an unserer Ausgangsposition nach Gacinovics Ballmitnahme angelangt ist.

Bei Brandts Pass ins Mittelfeld ist er etwa 25 Meter vor dem Leverkusener Strafraum angekommen – und wird locker überspielt (75:24). Nun fehlt Willems dort, wo er eigentlich Zugriff auf den Gegner haben müsste, weshalb Simon Falette ganz weit heraus rückt.

Auf der hintersten Frankfurter Linie spielen David Abraham und Salcedo derweil Mann-gegen-Mann. Falette wird überspielt und gewinnt die Orientierung auch nicht mehr zurück, so dass Volland kurz darauf dort mutterseelenalleine an den Ball kommt, wo in dieser Situation am besten Falette und Willems für ihn da gewesen wären. Dass Wolf vorher dem Pass nach außen auf Admir Mehmedi nur halbherzig folgt und die Flanke widerstandslos zulässt, kann sich auch Salcedo mit auf die Fahne schreiben, denn er schiebt den Mitspieler nicht nach außen, sondern sichert anscheinend den Rückraum, in dem sich gar niemand befindet.

Nur einer ist eng am Mann

Von fünf Frankfurter Feldspielern im Eintracht-Strafraum ist letztlich nur David Abraham eng am Mann. Und so muss man einfach einen Gegentreffer kassieren – 20 Sekunden nach einer aufkeimenden Großchance für die eigene Mannschaft (75:35).

„Der Konter ist das, was mich ärgert. Wir müssen da definitiv näher heranrücken und durchdecken“, analysierte Niko Kovac. Das sei der „kleine aber feine Unterschied“ gewesen. Am Ende stimmt das.

 

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