Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 19°C

Eintracht Frankfurt: Taktiktafel: Man muss den Ball haben

Der Versuch, in Leipzig mit einer Defensivtaktik zum Erfolg zu kommen, war natürlich legitim. Als sich die Eintracht nach der Pause mehr traute, sah sie aber deutlich besser aus, findet unser Mitarbeiter Roland Stipp.
<span></span>
Frankfurt. 

Die Personalwechsel gegenüber dem 1:0 in Köln erklärten sich schnell. Mit Daichi Kamada und Marius Wolf brachte Niko Kovac zwei lauf- und sprintstarke Spieler, die neben der zentralen Spitze Sebastien Haller dafür zuständig waren, den Gegner anzulaufen, wenn der vom eigenen Tor weg spielte. In der eigenen Hälfte gaben sie im 5-4-1-System die Mittelfeldaußen.

Dass Kamada und Wolf noch nicht zu den ganz etablierten Kräften gehören, so könnte eine weitere Überlegung gewesen sein, sollte ihnen zusätzlich Beine machen bei der Rückwärtsbewegung. In der ersten Phase der Partie hielt die Eintracht den Leipziger Spielaufbau so durchaus ein wenig auf, auch wenn sie dabei sicher gehörig Körner ließ.

Was gleich zu Beginn negativ auffiel war die Weigerung der Eintracht, sich an einen geordneten Spielaufbau zu wagen. War der Ball im Toraus oder irgendwie bei Schlussmann Lukas Hradecky gelandet, ging es ausschließlich hoch und weit nach vorne. Dort waren die Offensivspieler oft noch gar nicht wieder angekommen oder schlicht und ergreifend abgemeldet. Gerade in der Anfangsphase war Leipzig nämlich auch in Sachen Zweikampfquote turmhoch überlegen. Immerhin: Das sonst so gefürchtete Leipziger Umschaltspiel war ob der Spielweise der Eintracht bis in die Schlussphase überhaupt kein Faktor. Erst in der 73. Minute gab es im Ansatz die erste von zwei Kontermöglichkeiten für die Gastgeber im gesamten Spiel.

Trotzdem: Weil die alternativlos nach vorne geschlagenen Bälle schon früh im Spiel immer schneller wieder zurück kamen, war Kovacs Team in einer regelrechten Endlosschleife gefangen: anlaufen, verschieben, zurückziehen, verteidigen, umschalten nach vorne, umschalten nach hinten – und dann das Ganze gleich wieder von vorne. Das Spiel der Frankfurter bestand nur aus Reagieren – so lange die Kugel bei den Leipzigern war sowieso. Und gewann man hinten im Zweikampf den Ball, ging der im Leipziger Gegenpressing meist in Sekundenschnelle wieder verloren. Das Spiel wurde von Minute zu Minute einseitiger, ein Treffer der „Bullen“ war im Grunde nur eine Frage der Zeit. Nach einer halben Stunde hatte Leipzig 80 Prozent Ballbesitz vorzuweisen und führte 1:0.

Wie wichtig eine Führung in der Bundesliga derzeit ist, wurde auch hier schon besprochen. Und auch in Leipzig bewahrheitete sich das wieder. Denn dort steigerte sich die Eintracht zwar nach der Pause erheblich, passte ihre Spielweise damit aber auch den Leipziger Vorlieben an. Denn je mehr die Frankfurter nach vorne taten, desto mehr Raum gab es für die Gastgeber. Und so kamen die Leipziger zu vielen Chancen und zum 2:0 durch Timo Werner.

Für die Eintracht spricht, dass sie auch nach dem zweiten Gegentreffer nicht aufgab. An Kampfbereitschaft mangelt es ja ohnehin nicht. Dank einer „Alles-oder-nichts“-Mentalität gelang sogar der Anschlusstreffer. Dabei zeigte sich, dass zum Tore schießen vor allem eines wichtig ist: Man muss den Ball haben.

Roland Stipp

ist seit bald 20 Jahren Mitarbeiter in unserer Sportredaktion. Er steht außerdem als Trainer mit DFB-
Lizenz selbst Woche für Woche an der Seitenlinie. Und schaut für uns genau hin, wenn die Eintracht spielt.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse