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Eintracht Frankfurt: Taktiktafel: Pfeilspitze statt Fünfeck

Von Niko Kovac hat auf den Auftritt seiner Eintracht beim 0:3 in Augsburg reagiert. Oder hat er schlicht und ergreifend gewusst, wen er gegen Mainz neu in die Mannschaft bringen will und dann die zum Personal passende taktische Formation gewählt? So oder so: Es hat funktioniert.
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Frankfurt. 

Es waren doch relativ massive Umstellungen, die Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac beim Pokal-Viertelfinale gegen Mainz an der taktischen Formation und am Personal vornahm. Vier Spieler rotierten nach dem Augsburg-Spiel ins Team, ein weiterer bekam eine neue Rolle verpasst, nämlich Marius Wolf, der seit Monaten laufstärkste Eintracht-Spieler. Er durfte diesmal weiter vorne spielen als einer von drei Angreifern. Aus zwei mach drei war im Sturm nämlich die Devise – rechts Wolf, zentral Sébastien Haller, links Ante Rebic.

Zwei Vorteile des Spiels mit drei Spitzen liegen auf der Hand und waren dann auch zu erkennen: Das Anlaufen des Mainzer Spielaufbaus war klar geregelt und aus Stürmersicht wohl auch nicht ganz so aufwendig wie bei nur zwei Angreifern. Das schöne Kovacsche Pressing mit einem Fünfeck aus zwei Stürmern, zwei offensiven Mittelfeldspielern sowie einem zentralen Sechser hat im Vergleich dazu vermutlich den Nachteil, die Leute in den vordersten Linien mehr Körner zu kosten. Und nicht immer nützen Ballgewinne etwas, wenn gerade die Spieler dafür so viel Aufwand betreiben müssen, die Sekunden später auch noch die Tore erzielen sollen.

Also nahm Kovac seinen Stürmern einen Teil der Last. Indem er sie zu dritt spielen ließ, aber vor allem auch, indem er statt eines Sechsers zwei aufbot. Neben Omar Mascarell spielte diesmal Kevin Prince Boateng diese Rolle (auch wenn er mit Ball oft ein Stück weiter vorne agierte als der Spanier). Wie eine Pfeilspitze angeordnet machten die fünf vordersten Spieler der Eintracht klar: Durchs Zentrum kommt keiner in unsere Hälfte (siehe Grafik). Und auch hinten ließ Kovac anders und vor allem klarer spielen als zuletzt. Wenn Mainz am Ball war sortierten sich die Außen Danny da Costa und Jetro Willems direkt rechts und links an die Abwehrkette. Aus einem 3-4-3 wurde dann ein 5-2-3 – die Eintracht spielte mit einer „echten Fünferkette“, also einer, die sich nicht erst im Verlaufe eines Angriffs bilden muss, je nach Ballposition oder Anzahl der gegnerischen Angreifer.

Spielte Mainz außen herum nach vorne, rückte der Außenverteidiger auf der Ballseite wieder heraus und stellte den ballführenden Spieler, dahinter sicherten die vier Kollegen aus der Abwehrkette. Neben dem Außenverteidiger halfen die zwei Sechser und ganz drüben rückte oft noch der ballferne Stürmer ins Mittelfeld zurück. So stand die Eintracht extrem kompakt und so war auch die Mainzer Harmlosigkeit nicht allein fehlender Qualität oder gar einer von manchen Fans später unterstellten Lustlosigkeit geschuldet – sondern natürlich auch und vor allem der guten Arbeit der Frankfurter.

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