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Einracht Frankfurt: Traum vom Europacup: Ante Rebic hat große Ziele

Von Mit der Eintracht voranzukommen, sei ihm noch wichtiger als die WM mit Kroatien, sagt Rebic. Er kann sich 2018 große Träume erfüllen.
Angehende WM-Teilnehmer unter sich: Über die Route nach Russland werden Ante Rebic (links) und Gelson Fernandes nach dem Abpfiff in Hoffenheim aber wohl kaum diskutiert haben. Foto: Huebner/Voelker (Jan Huebner) Angehende WM-Teilnehmer unter sich: Über die Route nach Russland werden Ante Rebic (links) und Gelson Fernandes nach dem Abpfiff in Hoffenheim aber wohl kaum diskutiert haben.
Frankfurt. 

Die Fußballwoche begann für Ante Rebic eher unspektakulär. Am Dienstagmorgen ein Laktattest, am Nachmittag eine Trainingseinheit auf einem der Rasenplätze vor der Arena einschließlich eines Spielchens unter Kollegen. „Ich hatte zwei Tage frei, dann ist man erst mal ein bisschen müde“, berichtete Rebic hinterher. „Aber es geht ganz gut.“ Kann man so sagen: Seit der 24-Jährige am letzten Tag des sommerlichen Fußballer-Basars doch nach Frankfurt zurückkehrte, hat er schwer auf sich aufmerksam gemacht – und nicht nur der Eintracht geholfen, sondern auch sich selbst. „Das war schon sehr emotional“, berichtete er gestern über sein Comeback in der kroatischen Nationalmannschaft nach zweieinhalb Jahren Pause. „Ich habe mich sehr gefreut, wieder dieses Trikot tragen zu dürfen.“

Anfang September war das noch schwer vorstellbar. „Wenn er mich eineinhalb Jahre nicht kontaktiert hat, denke ich nicht, dass er es noch tun wird“, sagte Rebic seinerzeit fast resigniert in Bezug auf den damaligen Nationaltrainer Ante Cacic, als er gerade wieder in Frankfurt angeheuert hatte.

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Dass sich das Schicksal wendete, hat indirekt mit zwei weiteren Angestellten der Adlerträger zu tun. Gegen die Finnen mit dem Frankfurter Torwart Lukas Hradecky zwischen den Pfosten kam Cacic nicht über ein 1:1 hinaus. Er musste gehen, weil das Ticket für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland plötzlich in Gefahr war. Und sein Nachfolger Zlatko Dalic suchte das Gespräch mit Eintracht-Trainer Niko Kovac, seinem Landsmann und Vor-Vorgänger.

Neue Abwehrbereitschaft

Die Folge: Dalic berief Rebic wieder in den Kader und erreichte mit dem Frankfurter als spätem Einwechselspieler in beiden Play-off-Partien gegen Griechenland das WM-Ziel – übrigens auf ähnlichem Weg wie Kovac vier Jahre zuvor, der damals vor den Ausscheidungsspielen von der U 21 nach oben befördert wurde und Kroatien nach Brasilien führte.

Nach der Vorrunde war 2014 die Weltmeisterschaft für Kroatien vorbei, das war auch etwas unglücklich. In allen drei Gruppenspielen aber hatte Kovac einen jungen Offensiven namens Ante Rebic eingewechselt, und nach einigen wechselhaften Jahren scheint er den bisweilen als schwer erziehbar geltenden Hochbegabten in Frankfurt nun richtig auf Kurs zu bringen. Rebic gehört jetzt zum festen Stamm – eine Renaissance, die entscheidend war für das Wiedersehen mit Größen wie Luka Modric und guten Freunden im Kreis der kroatischen Auswahl. „Mit Ivan Perisic und Nikola Kalinic hatte ich die ganze Zeit Kontakt. Und die anderen kannte ich ja auch schon früher“, berichtet er. Zu seinen jüngsten Darbietungen hat er dabei seine eigene Meinung. „Ich glaube, dass ich letztes Jahr besser gespielt habe“, meint er, „aber dieses Jahr sind es eben mehr Tore, und das zählt“.

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Tatsächlich wirkt der Stürmer gereifter, seitdem das Leihgeschäft mit dem AC Florenz verlängert wurde, zu besseren Bedingungen und mit einer dem Vernehmen nach bezahlbaren Kaufoption für die Eintracht. Seine Fähigkeiten waren vom ersten Tag in Frankfurt an unumstritten. Allzu oft aber war Rebic eine Wundertüte, schwankte in seinen Leistungen von einer Minute zu anderen. Jetzt hat er zu mehr Konstanz gefunden. Er ist obendrein nicht mehr nur ein Dribbler für besondere Momente, er trifft nun auch regelmäßig, vier Tore sind es bislang in zehn Ligaspielen. Und er zeigt mehr Willen, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Beim 1:1 in Hoffenheim klärte er gegen Ende sogar einen Ball im eigenen Strafraum – eine solche Abwehrbereitschaft hat man von ihm in der Vergangenheit nicht gesehen.

Bloß nicht verlieren

Am vergangenen Samstag war sein gewachsener Stellenwert sogar an der Anzahl der Gegenspieler abzulesen. Zwei, drei Hoffenheimer standen Rebic ständig auf den Füßen. „Ich habe das auch gemerkt“, berichtet er. Zu seinen Konterchancen kam er trotzdem, als der Gegner im Drängen auf den Ausgleich hinten mehr Räume ließ. Das möglicherweise entscheidende 2:0 aber verpasste Rebic knapp.

Am nächsten Samstag geht es gegen Bayer Leverkusen weiter, zwei aufstrebende Mannschaften treffen da aufeinander. Leverkusen ist seit sieben Punktspielen ungeschlagen, die Eintracht seit deren sechs. „Letztes Jahr hatten wir sogar eine Serie von neun Spielen“, betont Rebic und gibt als Parole für das Duell mit der Werkself aus: „Das Wichtigste ist, dass wir nicht verlieren, egal, ob wir dann Unentschieden spielen oder gewinnen.“ An Leverkusen hat er gute Erinnerungen: Im Spätsommer 2016 feierte er gegen Bayer sein Bundesliga-Debüt und bereitete dabei Marco Fabiáns Siegtreffer vor: „Ich hoffe, es läuft wieder so gut.“

Ante Rebic hat schließlich Großes im Sinn. „Die Position jetzt ist schon gut, aber es kann noch besser werden“, sagt er zum siebten Tabellenplatz und verrät: „Ich habe ein geheimes Ziel – dass wir uns für Europa qualifizieren.“ Weil die Bundesliga sehr ausgeglichen sei, würden dabei Nuancen entscheiden. Mit der Eintracht voranzukommen, ist für Rebic indes sogar „noch mehr Motivation als die WM“. Er weiß freilich auch: „Wenn es bei der Eintracht gut läuft, klappt es mit der Nationalmannschaft von alleine.“ Europacup und die Weltmeisterschaft – große Träume kann sich Ante Rebic im nächsten Jahr genug erfüllen.

 

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