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Eintracht Frankfurt: TuS Erndtebrück: Wie ein Hattrick des Busfahrers

Stephan Reich ist Buchautor, Redakteur beim Fußballmagazin 11 Freunde und Eintracht-Fan von Kindesbeinen an. Vor jedem Spiel nimmt er den Gegner auf besondere Weise unter die Lupe. Diesmal: der TuS Erndtebrück.
Die Spannung steigt: Am Samstag trifft die Eintracht in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde auf Erndtebrück. In Siegen geht es dann um den Einzug in die nächste Runde.. Um allen Fans das Warten zu verkürzen und die Vorfreude zu steigen, haben wir in unserer Bildergalerie die legendärsten Pokalspiele der Eintracht zusammengefasst. Foto: imago Die Spannung steigt: Am Samstag trifft die Eintracht in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde auf Erndtebrück. In Siegen geht es dann um den Einzug in die nächste Runde.. Um allen Fans das Warten zu verkürzen und die Vorfreude zu steigen, haben wir in unserer Bildergalerie die legendärsten Pokalspiele der Eintracht zusammengefasst.
Das ist los beim Gegner:
Ausnahmezustand. Und zwar einerseits, weil man gerade zum überhaupt erst zweiten Mal in der Vereinshistorie nach 2015 in die Regionalliga aufgestiegen ist. Andererseits natürlich, weil mit dem Gastspiel der Eintracht im DFB-Pokal ein Highlight ansteht, das im Vereinsleben des TuS Erndtebrück in etwa so oft vorkommt wie ein Hattrick des eingewechselten Busfahrers. „Wir hoffen auf 15.000 Fans“, zeigte sich Erndtebrück-Trainer Florian Schnorrenberg im Vorfeld der Partie durchaus optimistisch. Vielleicht ein wenig zu optimistisch, schließlich hat Erndtebrück nur knapp 7000 Einwohner.
 
Der Star des Teams:
Ganz klar Cedric Heller. Das liegt natürlich auch ein wenig daran, dass das Star-Potenzial des TuS-Kaders sich insgesamt in engeren Grenzen hält als eine durchschnittliche Staffel „Promi Big Brother“. Vor allem aber daran, dass Heller noch vor wenigen Wochen zur A-Jugend-Bundesligamannschaft von, genau, Eintracht Frankfurt gehörte und damit zumindest das Potenzial hat, für eine jener unglaublichen Fußballgeschichten zu sorgen, für die einst das Wörtchen „ausgerechnet“ erfunden wurde. Ansonsten sollte man Yuki Nishiya im Auge behalten, der in der Liga bereits zweimal netzte und sich anschickt, den Vorjahres-Torjäger Yannick Jaeschke zu ersetzen, der Erndtebrück mit 21 Saisontoren überhaupt erst wieder in die Regionalliga knipste, mittlerweile aber bei TSV Havelse spielt.
 
Die Formkurve:
Eine neue Liga ist wie ein neues Leben, heißt es ja so schön. Indes: Im alten Oberliga-Leben der Erndtebrücker war ein bisschen mehr Lametta. Die ersten beiden Spiele in der Regionalliga spielte Erndtebrück jeweils unentschieden, mit zwei Punkten liegt man auf einem soliden achten Rang. Für eine tatsächliche Einschätzung läuft die Liga noch nicht lang genug. Trotzdem soll an dieser Stelle eine Expertenmeinung natürlich nicht fehlen: Zwischen Platz eins und Platz 18 ist alles drin.
 
Angeberwissen über den Club:
Der TuS Erndtebrück existiert bereits seit 1895 und ist damit sogar vier Jährchen älter als die Eintracht. Erste Sparte nach den Turnern war 1897 der Spielmannszug, der auch heute noch unter der Bezeichnung Tambourcorps Erndtebrück besteht. Derzeit sind 49 Musiker im Tambourcorps aktiv, der Seniorcorps setzt sich zusammen aus 28 Flötisten, 17 Trommlern, drei Schlagzeugern, einem Stabführer und einer Lyra. Letzter großer Erfolg waren laut Homepage zwei herausragende erste Plätze in den Kategorien Bühnenspiel in der Oberstufe/Höchststufe sowie bei der Straßenwertung beim Musikfest Bonn-Oberkassel. Glückwunsch dazu.

Wenn dieser Verein ein GIF wäre, dann:
So in etwa reagierten die Eintracht-Fans, als das Los TuS Erndtebrück gezogen wurde:


 

via GIPHY

Bestes Fundstück auf Youtube:
Falls der ein oder andere noch nicht weiß, wo er den Sommerurlaub verbringen will: Warum nicht mal nach Erndtebrück? Denn glaubt man dem namenlosen Sänger dieses Lokalkolorit-Schmachtfetzens, gibt es in Erndtebrück zwischen Eis, Bob Marley und verrücktspielenden Hormonen alles, was einen erholsamen Kurzurlaub so lohnenswert macht. Wäre da nicht, naja, die Musik.
 



Warum die Eintracht gewinnt:
Die Eintracht findet schwer ins Spiel, vor allem auch, weil 15.000 heißblütige Erndtebrücker Fans das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln. Der Knoten platzt dann erst nach einem Eigentor von Cedric Heller, der nach fünf Jahren in der Eintracht-Jugend Probleme hat, das eigene und das gegnerische Tor auseinanderzuhalten. Immerhin: Nach dem verdienten 5:0 der SGE zeigt die Eintracht Größe und lässt den Spielmannzug der Erndtebrücker im anschließenden Spielmannzug-Pokalspiel gewinnen, mit 1:0 durch die Erndtebrücker Lyra.
 
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