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Eintracht Frankfurt: Vom Beinahe-Absteiger zum Champions-League-Kandidaten

Von Trainer Niko Kovac genießt den Höhenflug mit der Frankfurter Eintracht. Er fühlt aber auch mit dem abstiegsbedrohten Hamburger SV.
Geballte Entschlossenheit: So wollen Eintracht-Trainer Niko Kovac und sein Team auch am Sonntag in Dortmund punkten. Foto: DANIEL ROLAND (AFP) Geballte Entschlossenheit: So wollen Eintracht-Trainer Niko Kovac und sein Team auch am Sonntag in Dortmund punkten.
Frankfurt. 

Am Donnerstagabend hat Niko Kovac zum Telefon gegriffen und Heribert Bruchhagen angerufen. Es war ihm ein tiefes Bedürfnis noch einmal mit jenem Mann zu sprechen, der ihm zu seinem wahrscheinlich wichtigsten Karrieresprung als Fußballtrainer verholfen hat. „Ich verdanke ihm, dass ich hier sitzen darf. Es tut mir auch leid, was mit ihm passiert ist“, sagt Kovac.

Eintracht Frankfurts Spieler Omar Mascarell.
Eintracht Frankfurt Die Eintracht muss länger als befürchtet auf Mascarell ...

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss deutlich länger als bislang befürchtet auf seinen Mittelfeldstrategen Omar Mascarell verzichten.

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Klare Vorstellungen: Seit nun zwei Jahren gibt Niko Kovac bei der Eintracht die Richtung vor – und das sehr erfolgreich.
Eintracht Frankfurt Kovac hat die Eintracht weit voran gebracht

Als Niko Kovac die Eintracht vor zwei Jahren übernahm, befand sie sich in höchster Abstiegsgefahr. Jetzt steuert sie auf Europa zu – und ist überhaupt kaum wiederzuerkennen. Das Credo des Trainers: „Hart arbeiten bringt uns voran.“

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Was für eine Parallelität: Am 8. März vor zwei Jahren hat der Kroate seine – letztlich erfolgreiche – Rettungsmission bei der Frankfurter Eintracht begonnen. Und ebenfalls an einem 8. März ist Heribert Bruchhagen als Vorstandschef des Hamburger SV abgesetzt worden – und damit wohl aus der Bundesliga verschwunden.

Der Frankfurter Ante Rebic (r) versucht im Zweikampf mit Julian Weigl (l) aus Dortmund an den Ball zu kommen. Foto: Hasan Bratic/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Kovac leidet im Abstiegskampf mit seinem früheren Verein Hamburger SV. „Es tut mir leid, was mit dem HSV passiert. Es gibt viele, die dem HSV wünschen, dass er mal absteigt. Ich gehöre nicht dazu“, sagt Kovac. Der 46-Jährige spielte von 1999 bis 2001 für die Hamburger. „Ich war ein Teil dieses großen Clubs. Ich hatte dort zwei wunderschöne Jahre. Meine Tochter kam in Hamburg zur Welt“, betont er. Sein Fürchten um den schwer bedrohten „Dino“ ist spürbar.

Aber so ist Niko Kovac. Ein Mann mit Prinzipien. Reflektierend, emotional, ehrgeizig, manchmal auch überbordend und impulsiv. Als „Vulkan“ hat ihn sein Co-Trainer Armin Reutershahn charakterisiert. „Ich fordere von mir selbst viel und gehe voran. Und das verlange ich auch von anderen“, sagt der ehemalige kroatische Nationalcoach: „Ich gebe nie auf, bis zum letzten Atemzug. Das ist mein Naturell.“

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Was klingt wie ein Lehr-Baustein aus Fachbüchern für Motivationstrainer ist in seinem Fall die simple Wahrheit. Im Trainer Niko Kovac steckt immer noch viel vom unermüdlich kämpfenden Mittelfeldspieler Niko Kovac. Mit dieser Getriebenheit hat er die Eintracht vor dem Abstieg bewahrt und – in Teamarbeit mit Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner – zu einem Kandidaten für die europäische Bühne geformt. Was ihn nur weiter anspornt: „Hochzukommen, das schafft immer mal wieder jemand. Aber wir müssen es schaffen, da oben zu bleiben. Das ist die Herausforderung für die nächsten Wochen.“

Bilderstrecke Gerüchteküche: Wer verstärkt und wer verlässt die Eintracht?
<b>Rick van Drongelen</b>
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Laut "Hamburger Morgenpost" hat die Eintracht bei der Suche nach einem Innenverteidiger ein Auge auf Rick van Drongelen vom HSV geworfen. Die SGE soll sich auch schon bei seinem Berater über einen möglichen Wechsel erkundigt haben. Der Niederländer ist einer der wenigen Hamburger, die in der laufenden Saison ansprechende Leistungen zeigen. Van Drongelen ist erst 19 und hat noch enormes Entwicklungspotenzial. Er dürfte allerdings nicht ganz billig werden. (Stand: 21.03.2018)<b>Frederik Rönnow</b>
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Die Eintracht braucht einen Nachfolger für Lukas Hradecky. Am 12. April verkündeten die Frankfurter, dass sie den dänischen Nationaltorwart Frederik Rönnow bis 2022 unter Vertrag genommen haben. Rönnow kommt von Bröndby Kopenhagen und damit vom Verein, von dem auch Hradecky schon zur SGE wechselte. (Stand: 12.4.2018)<b>Branimir Hrgota</b>
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Der Schwede kann nicht zufrieden sein mit seiner Einsatzzeit bei der Eintracht. Sein Ziel, die WM in diesem Jahr, gerät ohne Spielpraxis in Gefahr. Laut Frankfurter Rundschau hat der IFK Göteborg sein Interesse an einer Verpflichtung Hrgotas angemeldet. In Schweden hat das Transferfenster noch geöffnet bis Anfang April. (Stand: 27.02.2018)

Er weiß, dass er bei allem Arbeitsethos auch Glück gehabt hat. „In der Bundesliga eine Chance als Trainer zu bekommen, ist schwierig“, weiß Kovac: „Deswegen bin ich dem Verein zu Dank verpflichtet.“ Beide Seiten seien ein Risiko eingegangen, für beide Seiten habe es sich gelohnt. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr. Der Trainer hat trotzdem schon die lebenslange Mitgliedschaft bei der Eintracht verliehen bekommen. Er sagt gerne: „Ich werde den Adler immer im Herzen haben.“ Dass er ihn noch länger auf der Brust tragen wird, sagt er nicht. Nach seinen Maßstäben wäre das unehrlich. Dazu ist der Fußball zu schnelllebig.

Immer im Austausch: Eintracht-Manager Bruno Hübner (von rechts) mit Trainer Niko Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic.
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Bruno Hübner ist seit bald sieben Jahren Manager der Frankfurter Eintracht. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt spricht er über Personalfragen und Formen der Zusammenarbeit und erklärt, warum ihn Armin Vehs Entlassung so geschmerzt hat.

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Auch bei Borussia Dortmund ist Niko Kovac im Gespräch. Und ausgerechnet dorthin führt ihn am Sonntag (18 Uhr) sein nächster Weg. Der Dritte gegen den punktgleichen Vierten: Es ist das Spitzenspiel am 26. Bundesliga-Spieltag. Und der Druck lastet auf den Gastgebern: „Sie müssen die Champions League erreichen, wir können“, sagt der Frankfurter Coach: „Uns reißt niemand den Kopf ab, wenn wir verlieren.“ Kovac spricht von „angenehmem Druck“, den seine Mannschaft habe: „Wir können etwas erreichen, was vor der Saison niemand von uns erwartet hat.“

Bis auf Omar Mascarell (lesen Sie dazu unseren gesonderten Artikel), kann er personell aus dem Vollen schöpfen. Der schwache Auftritt der Dortmunder in der Europa League gegen Salzburg hat für den Frankfurter Trainer im übrigen keine besondere Bedeutung: „Der BVB wird gegen uns ein anderes Gesicht zeigen. Was war, ist vorbei“, sagt Niko Kovac: „Was kommt ist entscheidend.“ Es klingt ein wenig wie ein Blick in die eigene Zukunft.

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