Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Eintracht-Serie: Vor diesen Herausforderungen steht 2018 die Eintracht

Ein Jahr voller Aufregungen und Emotionen, mit vielen Höhen und einigen Tiefen, mit Erfolgen und Enttäuschungen geht für die Frankfurter Eintracht zu Ende. Insgesamt aber gelten für 2017 die Worte von Vorstand Axel Hellmann: „Eintracht Frankfurt ist auf dem Vormarsch.“ Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt beleuchtet die aufregenden Monate und blickt in die Zukunft. Im dritten Teil unserer Serie: Was bringt die Zukunft?
Sie gehen es optimistisch an: Trainer Niko Kovac, AG-Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing und Sportvorstand Fredi Bobic (von links) wollen die Eintracht im neuen Jahr weiter voranbringen. Foto: Bernd Kammerer (.) Sie gehen es optimistisch an: Trainer Niko Kovac, AG-Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing und Sportvorstand Fredi Bobic (von links) wollen die Eintracht im neuen Jahr weiter voranbringen.

Das Jahr 2018 wird ein wegweisendes Jahr für die Eintracht. Die Ausgangspositionen sind gut, sportlich wie wirtschaftlich. Es wird an den handelnden Personen liegen, diese auszubauen, die Mannschaft und den ganzen Club weiter nach vorne zu bringen. Vorstand und Aufsichtsrat müssen weiter kalkuliertes Risiko gehen, um den sportlichen Verantwortlichen jene Mittel zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, um vielleicht nicht mit den ganz Großen der Liga, aber direkt dahinter mithalten zu können.

Eine ähnliche Ausgangslage hatte die Eintracht sportlich nach der Saison 2013/14, als der damalige Trainer Armin Veh nach dem Aufstieg in die Bundesliga, dem Durchmarsch bis in die Europa League und einer guten internationalen Saison mangelnde Perspektiven erkannte und ging. Damals war der Verein in all seinen Strukturen und mit all seinen Möglichkeiten noch nicht so weit wie heute. Es war schlicht nicht möglich, wichtige Spieler wie Sebastian Rode, Pirmin Schwegler oder später auch Sebastian Jung zu halten. Die so erfolgversprechende Mannschaft ist aus den unterschiedlichsten Gründen auseinander-gefallen.

Jetzt muss der Weg ein anderer sein. Die wichtigen Spieler sollten gehalten oder so teuer verkauft werden, dass gleichwertiger Ersatz geholt werden kann. Das wird die Aufgabe von Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner sein. Die Beispiele Boateng und Rebic zeigen, wie gewinnbringend mutige Entscheidungen sein können.

Slobodan Medojevic
Eintracht Frankfurt Kovac knallhart: Diese Spieler dürfen nicht mit ins ...

Zweimal Training am heutigen Freitag, zweimal Training am Samstag, zwei Tage frei – so beschließt die Frankfurter Eintracht das alte Jahr und begrüßt das neue.

clearing

Beginnen könnten die erfolgserhaltenden Maßnahmen mit einer Vertragsverlängerung von Lukas Hradecky. Da sind Schattenspringer gefordert. Die Eintracht-Führung könnte über ihren Schatten springen und das schon jetzt ausgezeichnete Angebot noch einmal verbessern. Einfach, weil Hradecky es wert ist. Sonst geht er ablösefrei, und ob ein neuer ähnlich guter Keeper im Gesamtpaket wirklich preiswerter kommen würde, darf bezweifelt werden.

Was macht Hradecky?

Hradecky könnte über seinen Schatten springen, indem er sich zumindest ein wenig aus der Abhängigkeit seines die Verhandlungen führenden Vaters löst und ihm die Vorteile eines Stammplatzes in Frankfurt genau erklärt. Denn gegenseitige Sympathie ist nicht selbstverständlich und der Arbeitsplatz zwischen den Frankfurter Pfosten ist sicher nicht der schlechteste. Dem Lockruf des Geldes zu folgen, beispielsweise nach England, könnte auch leicht auf eine harte Auswechselbank führen.

Die kurzfristig wichtigsten Aufgaben aber kommen auf den Trainer zu. Denn trotz des guten Abschneidens in der Vorrunde hängt über der Eintracht eine Wolke des Zweifels. Denn die Leistungen hatten nicht immer mit den Ergebnissen korrespondiert. Trainer und Team haben sich viel Kritik gefallen lassen müssen: Zu defensiver Fußball, zu wenig technische Möglichkeiten, keine Idee gegen tief stehende Gegner, eine insgesamt unattraktive Spielweise.

Gegipfelt hatte die öffentliche Mängelliste in einer Aussage von Weltmeister Thomas Berthold, der der Eintracht im September „Fußball zum Abgewöhnen“ attestiert hatte. Vieles davon mag stimmen, doch dem entgegen steht neben den nackten Zahlen auch die Entstehung und Ausführung ganz vieler Tore. Und da gilt: Keiner schießt und trifft so schön wie die Eintracht.

Das war eines der Mysterien der Vorrunde. Sie haben nicht besonders gut gespielt, aber sie haben besonders schöne Tor geschossen. Der Seitfallzieher von Haller gegen den VfB Stuttgart, der Volleytreffer von Haller gegen Bremen, Wolfs Hammer in Berlin nach einem Eckballtrick, Boatengs Kunstschuss in Hoffenheim und wunderschöne Tore nach Kombinationen in Hamburg durch Mijat Gacinovic oder auch im letzten Spiel in Heidenheim wieder durch Gacinovic und Haller, um nur einige aufzuzählen.

Das alles waren keine Zufallsprodukte und in Entstehung und Abschluss wären diese Tore nicht ohne Technik und Fantasie möglich gewesen.

Daraus kann man folgern, dass die Eintracht es kann, aber es zu selten zeigt. Es ist eine Herausforderung für Niko Kovac, die Kreativität im Offensivspiel häufiger zum Vorschein zu bringen. Die Rückkehrer Marco Fabián und Omar Mascarell könnten da helfen. Doch Vorsicht: Beide waren lange verletzt und werden sicher Zeit brauchen, um in Form zu kommen.

Einhergehen mit einer verbesserten Spielweise muss natürlich auch die Effektivität. Einen Einbruch wie in der letzten Rückrunde darf es nicht noch einmal geben. Die Heimspielbilanz, erst acht Punkte aus acht Spielen, muss dringend verbessert werden. Auch da ist Kovac mit seinem Trainerteam gefordert.

Die Analyse des Absturzes im Frühjahr 2017 muss zu Veränderungen im Frühjahr 2018 führen. Ob vor einem Jahr die Trainingssteuerung im Winter nicht optimal war? Ob die Verletzungsserie im Frühjahr darin einen Hintergrund hatte oder dem Zufall geschuldet war? Ob im letzten Wintertrainingslager das interne Klima nicht genug gepflegt wurde? Ob es verpasst wurde, punktuelle Verstärkungen zu holen? All das sind Punkte, die die Eintracht aufgearbeitet hat. Und die jetzt anders gemacht werden sollen.

Neuzugänge sind nicht geplant, so zumindest die Aussagen von Sportvorstand und Manager. Dabei könnte es sicher nicht schaden, auf der Position des Innenverteidigers für eine spielerische Verbesserung zu sorgen. Womöglich ist das aber leichter gesagt als getan. Der Kader ist ja auch so schon groß genug. Da ist der Trainer gefordert, mit geschickten Rochaden dafür zu sorgen, dass die Harmonie erhalten bleibt. Ein paar sportliche Risiken gibt es also auch, doch die Chancen, die sich der Eintracht bieten, sind ungleich größer.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse