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Warten auf ein Ja-Wort

Von Markus Katzenbach Ein Angreifer kommt auf jeden Fall noch. Vielleicht sogar zwei. Unter Druck wollen sich die Frankfurter nicht setzen lassen. Stürmer-Findungs-Abwägungs-Entscheidungs-Kommission: Armin Veh und Bruno Hübner.	Foto: Rhode Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Stürmer-Findungs-Abwägungs-Entscheidungs-Kommission: Armin Veh und Bruno Hübner. Foto: Rhode

Feldkirchen. 

Den gesuchten Stürmer hatte Bruno Hübner nicht dabei, als er am Donnerstagabend im Schloss Mühldorf vorfuhr. Wirklich zu erwarten war das auch nicht, aber nach all den Halbwahrheiten und wilden Gerüchten, die unter der Woche aus Zeitungen, Nachrichtenportalen oder Internetforen aus Deutschland, England und Dänemark, aus Tschechien oder der Türkei fluteten, schien irgendwann fast alles möglich. Vaclav Kadlec oder Nicklas Bendtner? Der Wirbel, der rund um die offene Spitzenfrage bei der Frankfurter Eintracht und die zwei vermutlichen Lösungsversuche entstanden ist, ist für Hübner selbst der „Wahnsinn“.

Vollzug konnte der Sportdirektor bei seinem Besuch im Trainingslager nicht vermelden, klarstellen jedoch so viel: „Die Wahrheit ist, dass wir eine Position offen und die Kandidaten dafür im Kopf haben. Alle Gespräche sind geführt, jetzt muss man abwarten. Wir sind guter Dinge, zeitnah einen neuen Stürmer präsentieren zu können.“

Namen kommentierte Hübner nicht. Dass es sich bei den Kandidaten um Kadlec und Bendtner handelt, ist indes ein offenes Geheimnis - Verhandlungen mit beiden wurden längst bestätigt. „Wir haben eine erste Option oder zwei Optionen, die wir ganz eng verfolgen“, erklärte der Manager. „Wir gehen davon aus, dass ein Gespräch so weit zu Ende geführt werden kann, dass ein Wunschspieler noch kommt.“

 

 

Prag bewegt sich nicht

 

Bendtner und Kadlec stehen noch ein Jahr bei ihren aktuellen Vereinen unter Vertrag. Während bei Bendtner, dem etwas außer Tritt geratenen dänischen Starstürmer vom FC Arsenal, dessen Gehaltsvorstellungen zum Knackpunkt werden könnten, ist der Fall des 21 Jahre jungen Tschechen anders gelagert. Kadlec hat Hübner vor Wochen erklärt, zur Eintracht zu wollen. Sein Arbeitgeber Sparta Prag aber lässt ihn nicht ziehen. Sparta soll vier Millionen Euro Ablöse fordern, die Eintracht bietet gut drei Millionen.

Trotzdem scheint Kadlec die passendere Lösung zu sein - vor allem weil er den Anforderungen weit mehr als Bendtner entspricht. „Natürlich haben wir innerhalb der Stürmersuche eine Abstufung vom Profil her“, verriet Hübner. „Wir achten darauf, dass es ein Spieler ist, der mitspielen und vielleicht auch über die Flügel kommen kann.“ Beim Trainingsauftakt am 24. Juli hatte Trainer Armin Veh noch zwei neue Angreifer auf seiner Wunschliste - einen, der zentral spielen kann, und einen sogenannten schwimmenden Stürmer der von Hübner beschriebenen Art.

Die erste Rolle füllt der aus Hoffenheim ausgeliehene Joselu aus, den Veh als „richtigen Neuner“ sieht. Seit er am Dienstag in Feldkirchen angekommen ist, hinterlässt er einen guten Eindruck, erweist sich als kopfballstark und recht sicher im Abschluss - wie übrigens auch Srdjan Lakic. Trotz der Rückenprobleme glückten dem in der Rückrunde immerhin vier Tore. Nun zeigt sich Lakic gewillt, seinen Spitzenplatz zu behaupten.

Auch deshalb sieht Hübner die Eintracht bereits gut aufgestellt. „Wir haben keinen Spieler verloren, einen Stürmer dazu bekommen“, bilanzierte er. Unter Zeitdruck will er sich nicht setzen: „Sonst wird es nur für den abgebenden Verein einfacher.“ Einig ist er sich mit Veh, die Mannschaft zum Beginn des zweiten Trainingslagers am 15. Juli beisammen haben zu wollen.

Drei Tage später übrigens spielt Sparta Prag in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen den schwedischen Verein BK Häcken. Mit Kadlec? Sollte er auflaufen, würde er sich laut Hübner zumindest keine Sperre einhandeln für etwaige Frankfurter Europapokal-Auftritte: „Da können wir auch noch zu einem späteren Zeitpunkt tätig werden.“

Klar ist: Ein Angreifer kommt in jedem Fall - und wenn sogar beide zusagen? „Wenn die Konstellation so ist, dass es Sinn macht, werden wir das prüfen“, erklärte Hübner. Die Angebote liegen auf dem Tisch, seine Arbeit ist aber noch nicht beendet. „Das ist ein ständiger Prozess. Du bist kaum aus der Tür raus, da kommt schon wieder ein Anruf“, berichtete er. „Wichtig ist, dass man klar sagt: Das ist unser Spieler. Wir haben ein Angebot abgegeben, auch an den Spieler. Dann hast du ein Fundament gesetzt. Es wird aber immer Nuancen geben, die nachverhandelt werden.“ Das Warten auf ein Ja-Wort geht vorerst weiter, der Wirbel und die Unsicherheit auch. „Im Fußball“, weiß Bruno Hübner schließlich, „ist es so lange nicht sicher, bis die Unterschrift unter dem Vertrag steht.“

Veh: „Alle trainieren unheimlich gut“

„Wir hatten auch Glück mit dem Wetter“, sagte Armin Veh und musste dann doch schmunzeln - diese Einschätzung schließlich passte zwar zur Gesamtbilanz des ersten Trainingslagers der Frankfurter

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