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Fußball: Warum Eintracht Frankfurt beste Chancen auf Europa hat

Von So bitter die Schlusspointe in Dortmund war: Die Eintracht hat dort gezeigt, dass sie auf hohem Niveau dagegenhalten kann. Und ihre Aussichten auf Europa sind weiterhin bestens. Traumreisen könnte man auch von zu Hause aus klarmachen.
Auch wenn die Dortmund-Reise kein Happy End hatte: Die Aussichten für Niko Kovac und Co. sind bestens. Foto: Huebner/Scheiber (imago sportfotodienst) Auch wenn die Dortmund-Reise kein Happy End hatte: Die Aussichten für Niko Kovac und Co. sind bestens.
Frankfurt. 

So sehr ihn die bittere Pointe in letzter Sekunde wurmte, ließ sich Niko Kovac doch nicht lange davon herunterziehen. „Wir sind hingefallen, aber wir werden wieder aufstehen“, kündigte der Trainer der Frankfurter Eintracht am Sonntagabend an, als das 2:3 (0:1) bei Borussia Dortmund mitsamt des späten Wirkungstreffers gerade erst ein paar Minuten Geschichte war. „Das ist unsere Mentalität, und deshalb stehen wir dort, wo wir stehen, wie Peter zu Recht gesagt hat“, nahm Kovac dann noch einmal selbstbewusst Bezug auf seinen Dortmunder Kollegen Peter Stöger, der zuvor gesagt hatte: „Das ist ein wichtiger Sieg gegen eine Mannschaft, die zu Recht um die Champions-League-Plätze kämpft.“

In Frankfurt mag das immer noch ein ungewohnter Gedanke sein, zumindest das Tabellenbild stellt sich aber immer noch so dar: Kovacs Überraschungsmannschaft steht auch nach dem 26. Spieltag als Fünfter und ernsthafter Kandidat sogar für die Königsklasse da. Und trotz der unglücklichen Niederlage in Dortmund sind die Aussichten auf Frankfurter Traumreisen in der nächsten Saison nicht furchtbar viel kleiner geworden, jedenfalls für die zweite Klasse des europäischen Fußballs – weil auch Borussia Mönchengladbach verloren hat und es wieder ein Spiel weniger bis zum Ende ist.

Inzwischen gehen auch Fußballer und Funktionäre offener mit dem Thema um, die Punkte und Zahlen sprechen ja auch für sich. „Es reicht trotzdem für Europa, weil wir eine gute Mannschaft sind. Das zeigen wir jedes Wochenende“, meinte etwa Danny Blum, der verhinderte Held, der in der Nachspielzeit erst den Ausgleich erzielt hatte, ehe es dann in Form des dritten Dortmunder Treffers den ganz späten Nackenschlag gab. Auch Blum hielt sich damit nicht lange auf: „Ich glaube, dass wir es uns verdient haben in diesem Jahr, in den Wettbewerb zu kommen“, sagte er ganz allgemein.

Tatsächlich sollte dafür in diesem Jahr auch der siebte Tabellenplatz reichen. Aller Voraussicht nach braucht der kommende Pokalsieger sein Startrecht für die Europa League nicht und macht einen Platz für die Bundesliga frei – neben der Eintracht sind mit dem FC Bayern, Bayer Leverkusen und Schalke 04 im Halbfinale nur noch drei Brocken im DFB-Pokal vertreten, die es ohnehin über die Punktspiele in einen Europacup schaffen dürften.

Gladbach tritt auf der Stelle

Theoretisch könnte die Eintracht ja auch selbst über Berlin nach Europa gelangen. Wahrscheinlicher als ein Sieg im Pokalfinale freilich wäre ein Europa-League-Ticket über die Bundesligaränge fünf, sechs oder sieben. Zwar ist mit 1899 Hoffenheim ein Verfolger zuletzt besser in Tritt gekommen und liegt als Siebter nun vier Punkte hinter der Eintracht, die 42 Zähler gesammelt hat.

Aber selbst wenn Hoffenheim noch vorbeizieht, wäre nach jetzigem Stand noch Platz in Europa für die Eintracht. Und weitere Verfolger sind schon etwas weiter außer Sicht: Augsburg etwa liegt sieben Punkte zurück, Gladbach auch – und die Fohlen, denen man eine Aufholjagd noch am ehesten zutrauen könnte, kommen irgendwie nicht richtig von der Stelle. Insofern dürfte man das Gladbacher 0:2 am Samstag in Leverkusen in Frankfurt eher begrüßt haben – auch wenn dadurch Bayer an der Eintracht vorbeizog. Ob die Gladbacher noch einmal in die 50-Punkte-Region kommen? Im Moment schwer vorstellbar. In den vergangenen Jahren reichte diese Marke jedenfalls in der Regel für die Europa League, das dürfte auch diesmal so sein. Und da hat die Eintracht alles in der Hand.

Am Ball bleiben

Über Frankfurt nach Europa? In der Ferne hat die Eintracht kein Glück mehr. Mit der in Rückrunde wiederentdeckten Heimstärke könnte sie aber zu Hause gegen Mainz, Hoffenheim, Berlin und Hamburg das internationale Geschäft regeln, mit zwei oder drei Siegen. Gewiss kein Selbstläufer, aber durchaus machbar – wenn man über solchen Traumzielen die nötige Arbeitseinstellung nicht vergisst. Aber da muss man sich bei dem akribischen Kovac wohl keine Sorgen machen.

Und was ist mit der Champions League? Welch’ guten Fußball die prominenten Nachbarn in diesen Tabellenregionen zu spielen vermögen, hat die Eintracht nicht nur in der ersten halben Stunde von Dortmund erlebt, als die Superstars um Marco Reus sie durcheinanderwirbelten. Sie hat aber auch gezeigt, dass sie mit ihren Mitteln dagegenhalten kann, mit Mut und Leidenschaft, mit kollektiver Hingabe gegen individuelle Klasse – zumindest dann, wenn wie im Dortmunder Fall bei solchen Riesen doch nicht alles rund läuft. Das war auch bei den anderen bisherigen Begegnungen mit den unverhofften Königsklassen-Konkurrenten kaum anders, von denen bislang keiner wirklich konstant und überzeugend auftritt.

Umso bitterer ist die Schlusspointe vom Sonntagabend: Mit einem Unentschieden hätte sich die Eintracht tatsächlich richtig in Position gebracht für einen Endspurt um die Champions League. Ob sie noch einmal nach diesen Sternen greifen kann? Das könnte sich bei den weiteren direkten Duellen in der Ferne entscheiden: in Leverkusen und ganz am Ende bei Schalke 04, wo man auch noch zum Pokal-Halbfinale antritt.

So oder so gilt: Für europäische Ambitionen muss man am Ball bleiben und darf sich nicht von einem etwaigen Rückschlag wie der 94. Minute in Dortmund aus der Bahn werfen lassen. Damit kam Kovacs Eintracht bislang aber bestens zurecht: Auf jede der sieben vorangegangenen Niederlagen folgte in dieser Saison stets ein Sieg. Und von dem Druck, am Ende einer unverhofft erfolgreichen Saison plötzlich etwas verlieren zu können, will Kovac überhaupt nichts wissen. „Wir haben unsere Ziele erreicht. Wir können nur noch gewinnen und nichts mehr verlieren. Alles, was jetzt noch dazukommt, ist ein Bonus“, betonte der Eintracht-Trainer. Und fügte an: „Wir werden sicher noch das eine oder andere Spiel gewinnen. Und wenn am Ende etwas Internationales herausspringt, nehme ich das gerne mit.“

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